Sie filtert täglich bis zu 2.000 Liter Blut, befreit so unseren Körper von Schadstoffen aus Nahrung und Medikamenten und produziert lebenswichtige Proteine: die Leber. Ist sie nicht gesund, bekommen wir dies häufig erst mit, wenn bereits dringender Handlungsbedarf besteht. Insbesondere Alkohol und ungesunde Ernährung spielen dabei eine wichtige Rolle, denn wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbrennt, lagert Fett ein – und das nicht nur am Bauch, sondern auch in der Leber. Eine Fettleberentzündung oder gar eine Zirrhose können dann die Folge sein. 

Fettleber – die unterschätze Volkskrankheit

Fast jeder Vierte ist in Deutschland mittlerweile von der Volkskrankheit Fettleber betroffen. "Die Fettleber steht dabei fast immer in Verbindung mit anderen Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes Typ 2 oder auch erhöhten Blutfettwerten", so Prof. Dr. Jürgen Siebler, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Uni-Klinikums Erlangen. Bei der Erkrankung lagert das Organ Fett ein, das dort nicht hingehört, teilweise vergrößert die Leber dabei ihr Volumen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leberentzündung (Hepatitis) steigt deutlich. 

Abgeschlagenheit kann das erste Anzeichen einer Lebererkrankung sein

"Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten können erste Anzeichen für eine Lebererkrankung sein, auch wenn die Symptome zunächst unspezifisch sind. Verfärben sich jedoch Augen oder Haut gelblich, ist sofort eine Ursachendiagnose notwendig. Die Gelbsucht ist ein klares Zeichen für eine unzureichende Funktion der Leber", erklärt der Leberexperte Prof. Siebler. Eine mögliche Erklärung für die Beschwerden ist eine Fettlebererkrankung

Wie verläuft eine Fettlebererkrankung? 

Je weiter die Fettlebererkrankung fortschreitet, desto schlechter wird die Prognose für den Patienten. So kann sich aus einer Fettleberentzündung eine Fibrose entwickeln: Dabei baut das Organ ein bindegewebsartiges Netz auf, das im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose verursacht. Hier hat bereits ein vollständiger Gewebeumbau stattgefunden, der zu chronischem Leberversagen führt. Außerdem erhöht sich das Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Lebertumors. "Der letzte Ausweg ist dann eine Organtransplantation" sagt Prof. Siebler.

Doch was sind die Auslöser für eine Fettleber? "Entgegen der Annahme, dass allein zu viel Fett aus unserer Nahrung zu einer Fettleber führt, sind es schlicht die Kalorien, die wir aufnehmen, aber nicht verbrennen – egal ob Kohlenhydrate, Eiweiße oder Fette. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum und zu wenig Bewegung begünstigen eine Fettleber", zählt der Experte auf.  

Ernährung als wichtiger Faktor bei einer Fettlebererkrankung

In der Adventszeit sind es Plätzchen und die Weihnachtsgans, zu Silvester Sekt, Cocktails und Käsefondue: Gerade im Dezember essen und trinken wir oft mehr, als wir sollten. Kann das unser Risiko erhöhen, an einer Fettleber zu erkranken? "Sie müssen schon über Monate oder Jahre hinweg zu viel Alkohol und Kalorien aufnehmen", gibt Prof. Siebler Entwarnung.  Wurde bereits eine Fettleber diagnostiziert, können Betroffene jedoch meist selbst dazu beitragen, das Organ wieder in einen gesünderen Zustand zu bringen. "Eine moderate, nachhaltige Gewichtsreduktion und eine bewusste Kalorienzufuhr sind hier bislang der einzige Weg", rät der Leberspezialist. "So können die Leberzellen das eingelagerte Fett abbauen und das überschüssige Bindegewebsnetz bildet sich nach und nach zurück."

So wird eine Fettleber am Uni-Klinikum Erlangen behandelt

Im Leberzentrum des Uni-Klinikums Erlangen steht die Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Lebererkrankungen im Fokus. Weitere Schwerpunkte liegen auf Leberentzündungen, Erkrankungen der Gallengänge und Lebertumoren. In der Lebersprechstunde werden Patienten mit unterschiedlichen Lebererkrankungen beraten. Termine erhalten Interessierte nach Vereinbarung per E-Mail an med1-hochschulambulanz@uk-erlangen.de.  

Weitere Gesundheitstipps im Magazin "Gesundheit Bamberg"

Die Winterausgabe von "Gesundheit Bamberg" bietet viele weitere Tipps und Anregungen zu Gesundheitsfragen. Übrigens: "Gesundheit Bamberg" liegt im Raum Bamberg kostenlos aus, unter anderem in Arztpraxen, Kliniken, Rehazentren, Apotheken, Verwaltungen, im Einzelhandel und bei "Der Beck" in Bamberg, Hirschaid und Hallstadt. Das Magazin ist online unter www.gesundheit-bamberg.com zu finden und kann per E-Mail an gesundheit-bamberg@uk-erlangen.de für 10 Euro jährlich abonniert werden. Lesen Sie jetzt die aktuelle Ausgabe von „Gesundheit Bamberg“


Kontakt

Medizinische Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie
Ulmenweg 18
91054 Erlangen
09131 85-35270 (Hochschulambulanz)
med1-hochschulambulanz@uk-erlangen.de
www.medizin1.uk-erlangen.de 
www.leberzentrum.uk-erlangen.de