• Studie zeigt: Stress soll im Alter weniger werden
  • Die Durchführung der Studie
  • Das konnte herausgefunden werden
  • Häufigkeit von Stress
  • Tipps zum Umgang mit Stress
  • Fazit

Unter dem Begriff Stress kann sich jede*r von uns etwas vorstellen. Er kann dir in den verschiedensten Situationen begegnen. Mögliche Stressauslöser sind beispielsweise ein Jobwechsel, Lärm, ein Verkehrsstau, lange Wartezeiten oder Sorgen. Der Stress scheint einer Studie zufolge im Laufe unseres Lebens abzunehmen. Die Hintergründe dazu und wie du besser mit Stress umgehen kannst, verraten wir dir.

Grundlagen der Stress-Studie

Fühlst auch du dich häufiger einmal gestresst, könnte dir die neue Studie ein Lichtblick sein: Denn im Laufe des Lebens scheint Stress abzunehmen. Für die Studie begleitet der Entwicklungspsychologe David Almeida von der Pennsylvania State University eine Gruppe von mehr als 3.000 Erwachsenen. Sein Ziel ist es, die kleineren, alltäglichen Stressoren zu untersuchen. Die Gruppe begleitet er bereits seit 1995. Die ersten Ergebnisse hat er kürzlich veröffentlicht.

In einem Interview gegenüber Spektrum verrät Almeida mehr über seine Arbeit. Grundsätzlich sieht seine Arbeit so aus, dass er Tag für Tag untersucht, wie eine bestimmte Person ihre Zeit nutzt, mit positiven Erlebnissen umgeht und auf Stressoren reagiert. Außerdem erfasst er, wie ihre Stimmung und ihr körperliches Empfinden am Tag ist.

Um dies herauszufinden, müssen die Personen am Ende eines jeden Tages eine Reihe strukturierter Fragen beantworten. Zu Beginn der Studie wurde dies telefonisch erledigt, jedoch werden heute webbasierte Methoden verwendet.

Ergebnisse: Das konnte im Zuge der Studie herausgefunden werden

Zu Beginn der Studie waren die Proband*innen zwischen 22 und 77 Jahre alt. Durch die Langzeitanalyse konnte Almeida feststellen, dass der Alltagsstress im Laufe des Lebens abzunehmen scheint. Während vor allem jüngere Menschen von einer Reihe an Stress-Ereignissen berichteten, schildern die älteren Befragten weniger. Insgesamt erzählten Menschen, die in ihren Zwanzigern waren, an mindestens 40 bis 50 % der Tage von Stressoren. Bei Menschen in ihren Siebzigern waren es nur noch 20 bis 25 % der Tage.

Untersucht wurde nicht nur, wie viel Stress die Personen erlebt haben, sondern auch, wie sie auf ihn reagieren. Es zeigte sich ein relativ klares Bild: An Tagen mit Stressfaktoren empfanden junge Erwachsene mehr Stress. Etwa um das 55. Lebensjahr scheint die Reaktion auf Stress einen Höhepunkt zu erreichen und mit zunehmendem Alter immer besser zu werden.

Doch warum ist dies so? Almeida vermutet, dass es insgesamt drei Faktoren sind, die dazu führen, dass ältere Menschen Stress scheinbar besser bewältigen können.

  • Der erste Faktor ist die soziale Rolle. Während man als junge Person beispielsweise mit der Suche nach einer Arbeitsstelle, einer neuen Partnerschaft oder Kindern konfrontiert wird, kann dies schnell stressig werden.
  • Zweitens könnte es sein, dass mit zunehmendem Alter stärker wahrgenommen wird, dass die eigene Lebenszeit nur begrenzt ist. Demzufolge wollen wir diese noch so gut wie möglich genießen.
  • Als dritten Faktor vermutet der Entwicklungspsychologe, dass wir auf Basis der früheren Stressoren lernen und einfach besser darin werden, mit den alltäglichen Belastungen umzugehen.

Häufigkeit von Stress und Tipps zum Umgang mit Stress

Unter dem Begriff "Stress" versteht man eine natürliche Reaktion des Menschen auf eine Bedrohungssituation. Unser Körper schüttet Stresshormone aus, um der Situation zu entkommen. Dabei wird unsere Leistungsfähigkeit kurzzeitig erhöht. 2021 führte die Techniker Krankenkasse eine Stressstudie durch, die zeigte: Knapp zwei von drei Menschen fühlen sich mindestens manchmal gestresst. Ganze 26 % gaben an, sich häufig gestresst zu fühlen. Stress gänzlich zu vermeiden, ist kaum möglich. Dazu erklärt Almeida, dass ein gewisses Maß an täglichem Stress sogar gut sein kann. In einer anderen Untersuchung konnte er herausfinden, dass Menschen, die eigenen Aussagen zufolge keinen Stress im Leben haben, weniger positive Dinge in ihrem Leben berichten. Darüber hinaus haben sie oft weniger andere Menschen in ihrem sozialen Umfeld und schneiden bei kognitiven Tests schlechter ab. Es scheint für die Gesundheit und das Wohlbefinden also wichtiger zu sein, wie man mit diesem Stress umgeht.

Wichtig ist also, zu erlernen, wie du besser mit Stress umgehen kannst. Einige Tipps davon gibt die Barmer-Krankenkasse. Stressbewältigung kann dir beispielsweise mit ausreichend Schlaf gelingen. Damit du gut schlafen kannst, solltest du den Abend möglichst entspannt gestalten. Am besten legst du auch dein Handy beiseite und trinkst keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Du könntest stattdessen lesen oder meditieren. Tagsüber den Stress abzubauen, kann dir mithilfe von Bewegung gelingen. Wie du die Aktivität gestaltest, ist dir überlassen. So könntest du beispielsweise joggen, ins Fitnessstudio gehen, einen Spaziergang machen oder Fahrrad fahren.

Außerdem kann es hilfreich sein, mit einer Vertrauensperson über deine Sorgen, Ängste und deinen Ärger zu reden. Telefonate, Chats oder Video-Anrufe können helfen, den Stress zu reduzieren. Wichtig ist überdies, dass du für Entspannung sorgst. Welche Methode für dich am wirksamsten ist, musst du selbst entscheiden. Es eignen sich beispielsweise ein warmes Bad, Achtsamkeitsübungen, eine Muskelentspannungs-Technik oder Yoga. Wichtig ist, dass es zu deiner Lebenssituation passt. Bemerkst du, dass du deinen Stress nicht gut alleine bewältigen kannst, solltest du nicht zögern, dir Unterstützung zu suchen. Dies könnte beispielsweise ein Online-Training sein. Zeigen sich bei dir bereits körperliche Symptome, solltest du am besten mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen. Je nach Diagnose kann dir diese*r eine Vorstellung bei einer Praxis für Psychotherapie empfehlen.

Fazit

Der Studie zufolge scheinen ältere Menschen weniger Stress zu empfinden als jüngere Erwachsene. Dahinter könnten verschiedene Gründe wie die soziale Rolle oder die zunehmende Erfahrung stecken. Da Stress kaum gänzlich vermeidbar ist, ist es wichtiger, eigene Methoden zum Umgang damit zu entwickeln. Welche Techniken dir am besten helfen, musst du selbst herausfinden und auf deinen Lebensalltag abstimmen. Final solltest du dich nicht scheuen, die professionelle Hilfe zu suchen, wenn du mit dem Stress in deinem Leben nicht alleine umgehen kannst und dein Körper und die Psyche darunter leiden. Dir wird gerne geholfen.

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