• Neue Studie in der Demenz-Forschung: Gibt es bald einen Durchbruch in der Alzheimer-Forschung?
  • Nasenspray in Test-Phase: 16 Studienteilnehmer werden die Verträglichkeit prüfen
  • Forschende zuversichtlich: Medikament könnte Alzheimer verlangsamen oder sogar verhindern

Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung: Demenz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die Betroffenen und Angehörigen das Leben schwer macht. Die Krankheit verursacht Leid bei allen Beteiligten. Die meisten Erkrankten sind von Alzheimer betroffen - einer Form von Demenz. Nach 20 Jahren Forschung beginnt in den USA nun eine klinische Studie, in der die Sicherheit und Wirksamkeit eines neuen, über die Nase verabreichten Impfstoffs gegen die Erkrankung getestet werden soll. Er soll das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen oder sogar komplett verhindern.

Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen in Deutschland an Demenz - die meisten an Alzheimer

Angaben der deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge erkranken jährlich rund 300.000 Menschen deutschlandweit an der Demenzkrankheit. Abhängig von der weiteren Bevölkerungsentwicklung könnten bis 2050 also zwischen 2,4 und 2,8 Millionen Menschen in Deutschland an Alzheimer leiden – zumindest sofern kein echter Fortschritt in der Forschung zur Behandlung aus bleibt. 

Genau diesen Fortschritt verspricht sich nun ein Team aus Forschenden von einem Nasenspray, das im Rahmen einer ersten menschlichen Versuchsreihe an 16 Menschen in den USA getestet werden soll. Die Studienteilnehmer sind zwischen 60 und 85 Jahren alt und zeigen alle erste Alzheimer-Symptome.

In der klinischen Studie erhalten die 16 Teilnehmer über die Nase zwei Impfstoffdosen im Abstand von einer Woche. Das Hauptziel der Phase-I-Studie ist, die Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffs nachzuweisen. Das Forschenden-Team wird auch die Wirkung von Protollin auf die Immunantwort der Teilnehmer messen.

Erste Test-Phase soll Sicherheit des Medikaments bestätigen 

Bei einer Alzheimer-Erkrankung entstehen Beta-Amyloid-Proteine, die sich als sogenanntes Alzheimer-Plaque zwischen den Nervenzellen ablagern und vom Körper nicht abgebaut werden können. Das im Rahmen der Versuchsreihe eingesetzte Nasenspray namens Protollin soll, nach Erwartung der Forschenden, dabei helfen, dieses Alzheimer-Plaque aufzulösen.

Der Test soll zunächst beweisen, dass das Nasenspray sicher ist und von den Patient*innen gut vertragen wird. Außerdem wird der Effekt des Nasensprays auf das Immunsystem und die weißen Blutkörperchen untersucht. Die Forschenden stecken große Hoffnung in das neue Medikament. Vielen Erkrankten und ihren Angehörigen könnte damit künftig eine riesige Last genommen und Lebensqualität zurückgegeben werden.

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