• Was steckt hinter einer Sinusitis?
  • Es gibt verschiedenen Formen der Nasennebenhöhlenentzündung
  • Symptome bei entzündeten Nebenhöhlen
  • Die richtige Behandlung: Medikamente oder Hausmittel?
  • Schmerzhaften Entzündungen vorbeugen

Volkskrankheit Sinusitis: Viele Menschen leiden unter Nasennebenhöhlenentzündung. Wir sagen Ihnen, an welchen Symptomen sie die Sinusitis erkennen, wie sie entsteht, welche Medikamente dagegen helfen - und ob auch Hausmittel wirksam sind.

Sinusitis: Was ist das überhaupt?

Grundsätzlich ist Sinusitis der medizinische Fachbegriff für eine Nasennebenhöhlenentzündung. Betroffen sind dabei insbesondere die Schleimhäute der Hohlräume im Schädel, die sich meist durch Viren oder Bakterien entzündlich verändern. Die Erkrankung tritt jedoch nicht ausschließlich in der Nase auf. Jeder Mensch besitzt insgesamt sieben Nasennebenhöhlen. Dazu zählen auch die Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinzellen und Keilbeinhöhlen. Kleine Öffnungen verbinden diese mit der Nase. Setzt sich die Sinusitis in mehreren dieser Bereiche fest, ist von einer Polysinusitis die Rede. Sind tatsächlich alle Nebenhöhlen betroffen, handelt es sich um eine Pansinusitis.

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Normalerweise bildet sich in den Nasennebenhöhlen ständig ein leichtes Sekret, in dem sich eingeatmete Krankheitserreger, Schmutz oder Staub verfangen sollen. Anschließend wird dieses über kleinste Flimmerhärchen abtransportiert. Liegt eine Sinusitis vor, wird dieser automatische Vorgang des Körpers unterbrochen. Denn die geschwollenen Schleimhäute produzieren zwar weiterhin das wichtige Sekret, jedoch mehr als eigentlich benötigt, und verstopfen somit die Nebenhöhlen.

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Kieferhöhlenentzündung

Die beiden Kieferhöhlen sind die größten Nasennebenhöhlen. Sie liegen direkt links und rechts neben den Nasenflügeln. Hier tritt eine Sinusitis in der Regel am häufigsten auf. Auslöser können neben Viren, Bakterien und Pilzen, auch Allergien oder Schleimhautverletzungen nach Zahnbehandlungen sein. Wurde ein Zahn im Oberkiefer gezogen oder hat sich eine Wurzel entzündet, kann eine Kieferhöhlenentzündung durchaus eine schmerzhafte Folge sein. Denn zwischen den oberen Backenzähnen und den Kieferhöhlen liegt lediglich eine dünne Knochenwand.

Stirnhöhlenentzündung

Etwas weiter oben, über der Nase und den Augenbrauen, finden sich die Stirnhöhlen. Entzündungen entstehen hier oft dann, wenn die Belüftung der beiden Nebenhöhlen über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt ist. Grund dafür können beispielsweise zu große Polypen oder eine krumme Scheidewand in der Nase sein. Doch auch Naseninfektionen oder Allergien können diese Form der Nebenhöhlenentzündung auslösen. Wird die Stirnhöhlenentzündung nicht richtig behandelt, kann sie sich zusätzlich auf die Augenpartie ausweiten.

Entzündung der Siebbeinzellen und Keilbeinhöhlen

Die Höhlen der Siebbeinzellen liegen in einer Art Labyrinth zwischen der Nase und den Augen, die Keilbeinhöhlen hingegen tief in der Nase. Konkret befinden sie sich an ihrem hintersten Ende. Auch in diesen Bereichen der Nasennebenhöhlen kann sich eine Sinusitis ansiedeln. In den versteckten Keilbeinhöhlen kommt die Erkrankung jedoch nur äußerst selten vor.

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Akut oder chronisch?

Eine akute Sinusitis klingt normalerweise nach circa zwei bis vier Wochen ab. In Ausnahmefällen können die unangenehmen Symptome jedoch auch rund sechs Wochen andauern. Wird die Entzündung nicht vollständig behandelt und auskuriert, tritt sie häufig in wiederkehrender Form auf. Oft leiden Betroffene dann rund viermal pro Jahr unter den schmerzhaften Folgen der Infektion.

Dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung jedoch länger als zwölf Wochen an, gilt sie laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte als chronisch. Ausgelöst wird diese Form der Sinusitis unter anderem durch Asthma, ein geschwächtes Immunsystem oder ungünstige anatomische Besonderheiten, wie etwa verengte Nebenhöhleneingänge. Die Symptome sind hier meist unauffälliger als bei einer akuten Entzündung, klingen dafür jedoch nie vollständig ab. Dazu können ein dumpfes Druckgefühl in den jeweiligen Nasennebenhöhlen sowie häufiger Schwindel oder Kopfschmerzen zählen. Chronisch betroffene Patienten fühlen sich  außerdem oft schlapp, weniger leistungsfähig und können durch ihre Nase nur eingeschränkt Riechen und Atmen. Wird eine chronische Sinusitis nicht richtig behandelt, kann sie mehrere Jahre oder sogar über das ganze Leben hinweg andauern.

Mögliche Ursachen beeinflussen das Ansteckungsrisiko

Die Auslöser einer Sinusitis können vielfältig sein. In den meisten Fällen wird diese jedoch durch einen Schnupfen oder grippalen Infekt hervorgerufen. In rund 90 Prozent der Krankheitsfälle sind hierfür Viren verantwortlich. Diese können beim Niesen oder Husten durchaus in Form von kleinen Tropfen auf andere Menschen übertragen werden. Grundsätzlich gilt dabei: Je frischer die Symptome sind, umso höher ist das Risiko einer Ansteckung. Gefährliche Tröpfchen können jedoch auch schon ein bis zwei Tage, bevor sich die Nasennebenhöhlenentzündung überhaupt bemerkbar macht, weitergegeben werden. Sind hingegen Allergien oder anatomische Besonderheiten in der Nase die Ursache der Sinusitis, muss kein Ansteckungsrisiko befürchtet werden.

Häufige Symptome einer Sinusitis

  • Schnupfen
  • Eitriges Sekret, auch im Rachen
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Pochendes Druckgefühl, vor allem beim Vorbeugen des Oberkörpers oder schnellen Bewegungen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Beeinträchtigung des Geruchssinns und der Nasenatmung
  • Fieber, grippeähnliches Krankheitsgefühl
  • Schmerzen im oberen Kieferbereich

Die richtige Behandlung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hält die Einnahme von Antibiotika bei einer Sinusitis im Normalfall nicht für erforderlich. Um die entzündeten Schleimhäute zu behandeln, helfen Nasensprays mit Kochsalz oder Kortison meist effektiver. Außerdem haben sich Inhalationen und feucht-warme Brustwickel als Hausmittel bewährt. Löst die Sinusitis allerdings starke, anhaltende Schmerzen aus oder tritt bereits wiederholt auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Brustwickel gegen festsitzenden Schleim

Für einen Brustwickel wird ein Baumwolltuch in ein Geschirrtuch eingerollt und anschließend so eine Schüssel gelegt, dass die Enden der Rolle noch herausschauen. Diese sollte mit mindestens einem halben Liter kochenden Wasser aufgegossen werden und circa 15 Minuten ziehen. Um eine ideale, schleimlösende Wirkung zu erzielen, kann etwas Thymiantee oder eine Zitronenscheibe hinzugegeben werden. Der heiße Wickel kann dann - von weiteren Tüchern umgeben - bis zu einer halben Stunde auf der Brust des Betroffenen wirken. Die Behandlung empfiehlt sich etwa zweimal täglich.

Inhalieren mit Salzwasser

Um die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen zu befeuchten und unangenehmen Entzündungen entgegenzuwirken, hat sich auch Inhalieren bewährt. Dafür wird heißes Wasser in eine Schüssel gegeben, über welcher der Patient - etwa 15 Minuten lang - tief ein- und ausatmen sollte. Damit kein Wasserdampf entweichen kann, hilft ein Handtuch über dem Kopf und der Schüssel. In die Flüssigkeit können außerdem Salz oder natürliche Pflanzen, wie Lavendel, Thymian und Kamillenblüten, hinzugefügt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Freie Nasennebenhöhlen sowie gesunde, leicht befeuchtete Schleimhäute sind das A und O, um eine Sinusitis vorzubeugen. Dafür sorgen unter anderem Nasenduschen und Nasensprays mit Salz-Wasser-Lösungen. Rauchen oder ähnliche chronische Reizungen sollten hingegen vermieden werden. Außerdem ist vor allem in den Wintermonaten darauf zu achten, dass die Raumluft durch häufiges Heizen nicht zu trocken wird. Regelmäßiges Lüften ist hier besonders wichtig.

Außerdem schützt ein starkes, intaktes Immunsystem vor einer Sinusitis. Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen sowie eine gesunde, vitaminreiche Ernährung sind dabei die Grundvoraussetzungen. Stress und Schlafmangel können das Immunsystem hingegen schädigen und eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen.

 

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