• Körperform und Krebs: Studie untersucht möglichen Zusammenhang
  • Forscherteam filtert vier verschiedene Körpertypen heraus
  • Welcher Figurtyp bedingt welche Krebsarten?
  • Team schöpft Hoffnung für bessere Vorsorge

Fettiges, ungesundes Essen und Adipositas können das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Das haben Forscher schon länger herausgefunden. Dass aber auch die Körperform – also hochgewachsen, klein, breite Hüfte oder schmale Taille – für eine Diagnose entscheidend sein kann, kam nun bei einer europaweiten Auswertung heraus. Das Team nahm dabei vier verschiedene Figurtypen genauer unter die Lupe.

Wie hängen Körperform und Krebsrisiko zusammen? Sechs wichtige Faktoren

Für die Forscher spielten bei der Untersuchung sechs Komponenten eine wichtige Rolle: Körpergröße, Gewicht, Body-Mass-Index (BMI), Taillenumfang und Hüftumfang sowie das Taille-Hüft-Verhältnis. Insgesamt flossen über 15 Jahre hinweg die Werte von 340.152 Teilnehmern ein, die zwischen 35 und 65 Jahre alt waren und aus neun verschiedenen europäischen Ländern stammten. An der Untersuchung, die Teil der "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (EPIC) ist, war auch die Krebsabteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligt.

Aus den Werten der Teilnehmer leitete das Team wiederum vier Körperformen ab und verglich, in welchem Zusammenhang diese mit 17 Krebsarten stehen.

Körpertyp 1: allgemeines Übergewicht

Bei Teilnehmern, deren Gewicht sich gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt, bestand ein erhöhtes Krebsrisiko für folgende Bereiche: Gebärmutter, Speiseröhre, Leber, Nieren, Gallenblase, Dickdarm, Bauspeicheldrüse, Brust, Knochenmark und Enddarm.

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Körpertyp 2: groß und gerade gebaut

Bei groß gewachsenen Teilnehmern mit eher geradem Körperbau, also einer geringen Diskrepanz zwischen dem Taillen- und Hüftumfang, bestehe laut dem Forscherteam ein erhöhtes Krebsrisiko im Bereich der Schilddrüse, dem Gehirn, dem Zentralen Nervensystem und der Brust. Auch steige hier die Entstehungsgefahr von malignen Melanomen, also beispielsweise Leberflecken, die sich entzünden.

Körpertyp 3: groß und füllige Körpermitte

Große Menschen, bei denen sich Übergewicht besonders in Form von Bauchfett ansiedelt, haben ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs und maligne Melanome. Aber auch Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Mund- und Rachenraum sowie die Lunge sind Risikobereiche - vor allem bei Rauchern.

Körpertyp 4: hoher BMI mit schmaler Hüfte und Taille

Wer insgesamt einen erhöhten BMI hat, aber in der Körpermitte eher gerade gebaut ist, hat insgesamt ein niedrigeres Krebsrisiko als die anderen Körperformen. Allerdings kann es vermehrt zu Erkrankungen der Schilddrüse kommen.

Insgesamt konnte das Team deutliche Zusammenhänge zwischen der Körperform und dem Auftreten verschiedener Krebsarten erkennen. Die Forscher erhoffen sich daraus neue Erkenntnisse, um die Krebsvorsorge zu verbessern. Die komplette Studie mit allen Ergebnissen wurde in der Fachzeitschrift "British Journal of Cancer" veröffentlicht.

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