Laut Gesundheitsexperten trägt regelmäßige Bewegung dazu bei, den Körper zu kräftigen und sich vor Krankheiten zu schützen. Dabei werden sowohl das Herz als auch das Gehirn jung gehalten. Nun gibt es für für Bewegungsmuffel eine gute Nachricht: Anstelle von Ausdauersport reichen bereits 10 Minuten körperliche Bewegung täglich. Das soll auch noch hilfreich im Kampf gegen Demenzerkrankungen sein, wie eine japanische Studie belegt.

In der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS)wurde eine Studie der japanischen Universität Tsukuba veröffentlicht. Diese belegt, dass kein Hochleistungssport betrieben werden muss, um sein Gedächtnis fit zu halten. Es reiche ein leichtes Training wie Spazierengehen, Yoga oder Tai-Chi. Zehn Minuten sportlicher Aktivität pro Tag genügen angeblich für ein leistungsfähiges Gehirn.

Sport beeinflusst den Hormonhaushalt

Auch eine Forschergruppe der Universität Ulm konnte belegen, dass unser Gehirn von regelmäßigen Bewegungen profitiert. Im Rahmen der Untersuchung wurden zwei Gruppen beobachtet. Die eine Gruppe machte dreimal pro Woche Sport, die andere nicht. Sie wurden vor, während und nach dem Experiment auf ihr Gedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit getestet.

Das Ergebnis: Die sportlich aktive Gruppe wies eine Verbesserung des räumlichen Vorstellungsvermögens sowie der Konzentrationsfähigkeit auf. Körperliche Aktivität würde demnach den Hormonhaushalt beeinflussen. Dadurch wird der Botenstoff Dopamin, der neben seiner Wirkung als Stimmungsaufheller auch für die geistige Leistungsfähigkeit sorgt, langsamer abgebaut. Sinkt der Dopaminspiegel, lassen beispielsweise Konzentration und Aufmerksamkeit nach. Es ist allerdings noch unklar, ob Dopamin der entscheidende Faktor ist.

Büroarbeiter sollen jede halbe Stunde aufstehen

Für Berufstätige, die ihren Arbeitstag im Büro verbringen, ist regelmäßige Bewegung für ein leistungsfähiges Gehirn von Nutzen. Eine Studie für Büroarbeiter konnte nachweisen, dass vier Stunden sitzen zu verlangsamten Blutströmen führt. In das Gehirn fließen somit weniger Sauerstoff und Nährstoffe.

Wie die New York Times berichtet, führt die schlechte Durchblutung zu einer Schwäche des Denk- und Erinnerungsvermögens. Auf längerer Zeit betrachtet, kann das lange Sitzen zu neurogenerativen Erkrankungen wie Alzheimer führen. Demnach sollten Berufstätige versuchen, jede halbe Stunde aufzustehen. Anstatt die nächstgelegene Toilette zu nehmen, sollte vielleicht doch lieber das WC im Obergeschoss benutzt werden.

Damit auch bei Kindern die Hirnaktivität gefördert wird, haben Forscher drei Faktoren für eine gesunde Entwicklung erfassen können. Die Minderjährigen sollten sich täglich mindestens 60 Minuten körperlich betätigen. Sei es durch Fußball oder Tanzen. Auch die Nutzung von Fernseher, Smartphone oder Computer sei erlaubt. Allerdings nie mehr als zwei Stunden pro Tag, so eine Studie der Lancet Child & Adolescent Health.

Jeremy J. Walsh, ein Postdoktorand der Universität British Columbia, fügt hinzu, dass Schlaf besonders wichtig ist für Kinder. Zwischen 9 bis 11 Stunden sollen sie in der Nacht schlafen. Im Schlaf formt sich nämlich noch das Gehirn von jungen Menschen.