• Ursachen von Eisfingern
  • Raynaud-Syndrom
  • Wann du einen Arzt aufsuchen solltest
  • Durchblutung fördern

Wenn es draußen kalt ist, ist es normal, kalte Finger zu haben. Wer aber unabhängig davon häufig unter kalten Händen leidet, sollte einen genaueren Blick darauf werfen, denn es kann viele verschiedene Ursachen dafür geben.

Lebensgewohnheiten als Ursache von kalten Händen

Nicht nur ein unzureichender Kälteschutz und Feuchtigkeit beeinflussen die Temperatur der Finger, auch Lebensgewohnheiten haben unter anderem einen großen Einfluss auf den Blutfluss, die Beschaffenheit der Gefäße, die Herz- und Kreislauftätigkeit und die Hormon- und Nervenfunktion. Folgende Angewohnheiten können an kalten Händen Schuld sein:

  • Rauchen
  • Diäten
  • zu wenig Flüssigkeit
  • Bewegungsmangel
  • einseitige Ernährung 
  • Alkohol
  • Schlafmangel
  • Stress und seelische Belastung

Ein einfacher Blick auf die eigenen Gewohnheiten und eine Umstellung des Lebensstils kann also dabei helfen, die Ursache von ständig kalten Händen herauszufinden und gegebenenfalls auch etwas daran zu ändern.

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Kalte Hände: Blutdruck, Gefäße und Durchblutung checken

Ein niedriger Blutdruck verringert die Durchblutung in den Arterien und kann so zu kalten und blassen Händen führen. Auch durch spezielle Medikamente, wie beispielsweise Betablocker, ziehen sich die Arterien zusammen und der Blutdruck kann zu stark absinken. Diuretika und Antidepressiva können ebenfalls der Grund für Eisfinger sein.

Ist der Herzmuskel geschwächt kann nicht genügend Blut in den Körperkreislauf gepumpt werden, was auch die Hände betreffen kann. Auch eine generelle Blutarmut - eventuell ausgelöst durch einen Eisenmangel - kann für kalte Finger sorgen. Außerdem sind verengte Gefäße für Durchblutungsstörungen verantwortlich. Diese treten besonders häufig bei Rauchern auf. Aber auch Druckschäden an Blutgefäßen und Nerven im oberen Brustkorb sowie Tumore und Lymphknotenvergrößerungen können den Blutfluss behindern und zu blassen und kalten Händen führen.

Hormon- und Stoffwechselstörungen sollten auch nicht außer Acht gelassen werden. Wer eine Schilddrüsenunterfunktion hat, friert leichter und auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können die Gefäßregulation durch eine schlechte Blutzuckereinstellung aus dem Takt bringen.

Psychosomatische und psychische Erkrankungen

Ebenso wie körperliche Erkrankungen können auch psychische Erkrankungen für Eisfinger verantwortlich sein. Diese sollten deshalb keinesfalls vernachlässigt und genauso ernst genommen werden.

Stress, Angststörungen und Depressionen beeinflussen das körperliche Wohlbefinden stark. Unter Stresseinfluss und seelischer Belastung reagiert der Körper gezielt, indem er bestimmte Funktionen ankurbelt und andere herunterfährt. Die Muskeln spannen sich an, das Herz schlägt schneller und Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet. Wenn man dauerhaft innerlich angespannt ist, kann das zu verengten Gefäßen in den Extremitäten und dadurch zu kalten Händen führen.

Ein weiterer Auslöser kann eine Essstörung sein. Durch diese fehlt die wärmende Energieverbrennung, wodurch unter anderem der Mineralstoffhaushalt verändert werden kann. Folglich werden der Stoffwechsel, die Blutzusammensetzung und die Temperaturregulierung beeinflusst.

Das Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom - auch Leichenfinger oder Weißfingerkrankheit genannt - ist eine Durchblutungsstörung, die Eisfinger verursacht, indem sich die Gefäße zusammenziehen, sodass weniger Blut in die Finger fließen kann. Sie ähnelt einem Krampf, weshalb man auch von einem Gefäßkrampf spricht. Die Finger oder Zehen verfärben sich dann plötzlich weiß, sind kalt und schmerzen oder sind taub. Neben Kälte können auch Stress und hormonelle Veränderungen Auslöser sein. Folgende Symptome können dabei auftreten:

  • Blässe an Fingern oder Zehen
  • Bläuliche Verfärbungen sowie Schmerzen
  • Taubheitsgefühle; Missempfindungen
  • Kalte Gliedmaßen
  • Danach: Hautrötungen
  • Schäden am Gewebe und an Gefäßen
  • Schwellungen der Haut

Beim Raynaud-Syndrom muss man unterscheiden zwischen dem primären und dem sekundären Syndrom. Das Primäre tritt häufig bei jungen Frauen mit niedrigem Blutdruck auf und die Ursache ist ungeklärt. Es hinterlässt meist keine Schäden, und die Symptome gehen mit zunehmendem Alter zurück. Dem Sekundären hingegen liegt eine ernste Erkrankung zugrunde. Diese können unter anderem entzündliches Rheuma oder Bindegewebserkrankungen wie Sklerodermie, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Nervenentzündungen oder Nervenschäden im Bereich der Hand sein. Durch wiederkehrende Durchblutungsstörungen kann es zu irreparablen Gefäßerkrankungen kommen. Folglich können Zellen absterben, und auch Hautschäden wie Risse an den Fingern sind möglich.

Wann sollte ich zum Arzt?

Einen Arzt sollte man aufsuchen, wen man häufig an den Händen friert und dabei auch weitere Beschwerden, wie Hautveränderungen, Verfärbungen, Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwellungen auftreten. Wer zudem eine chronische Erkrankung wie Diabetes, Rheuma oder eine Hormonstörung hat, sollte einen Arztbesuch ernst nehmen.

Dort gibt ein Faustschlusstest einen Hinweis auf den Blutstrom oder es wird ein Kälteprovokationstest durchgeführt. Dabei kann man mithilfe von Lichtimpulsen die Durchblutungsstörung erkennen. Eine andere Möglichkeit ist die Kapillarmikroskopie, bei welcher ein spezielles Kaltlicht die Haut durchdringt und kleinste Veränderungen der Gefäße sichtbar macht. Wenn das sekundäre Syndrom vermutet wird, sind die Untersuchungen umfangreicher. Durch Blutuntersuchungen kann die Grunderkrankung gefunden werden.

Das primäre Syndrom ist nicht gefährlich und schränkt die Lebensqualität meist nicht erheblich ein. Es gibt trotzdem einige Tipps, die man umsetzen kann, um die Durchblutung in den Händen zu fördern.

Durchblutung fördern

Um die Durchblutung in den Händen zu fördern (PDF), hilft es, den Kreislauf anzuregen. Massagen oder Wechselduschen/Armbäder sind dafür eine gute Möglichkeit. Beim Massieren kann man auch ätherische Öle verwenden, die zusätzlich die Hautdurchblutung fördern. Auch ein gesunder Lebensstil kann einen positiven Effekt haben. Dazu gehört, auf das Rauchen zu verzichten, körperlich aktiv zu sein, Stress abzubauen, sich ausgewogen zu ernähren und genug zu trinken. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga helfen bei dauerhafter innerer Anspannung.

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Durch Wärme wird die Durchblutung ebenfalls angeregt. Dabei kann man auf Handwärmer, Wärmflaschen oder Tee zurückgreifen. Außerdem  kann es hilfreich sein, bei der Hausarbeit Handschuhe zu tragen, um zu verhindern, dass verdunstetes Wasser auf der Hautoberfläche den Fingern Wärme entzieht. Aber auch die Füße benötigen Wärme. Dicke Sohlen im Winter verhindern, dass Wärme über die Fußsohlen verloren geht, genauso wie wasserdichte oder gut imprägnierte Schuhe. 

Weiterhin verbessert muskelkräftigendes Fingertraining mit Griptrainern die Durchblutung in der Fingermuskulatur. 

Mit Medikamenten wird erst dann behandelt, wenn die allgemeinen Maßnahmen nicht die erwünschte Wirkung haben. Beim sekundären Raynaud-Syndrom ist die Therapie von der Grunderkrankung abhängig und fällt komplizierter aus. Aber auch dann können die oben beschriebenen Tipps für bessere Durchblutung helfen, die Symptome zu lindern.

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