• Arbeit am Hologramm: Das Lehrkrankenhaus in Cambridge
  • Ablauf der Ausbildung
  • Vorteil der neuen Technik
  • Ausblick

In Deutschland gibt es rund 536.940 Ärzt*innen. Damit die gesundheitliche Versorgung für alle Bürger*innen gewährleistet werden kann, bedarf es jedoch auch Nachwuchs. Für Medizin-Studierende gibt es nun eine neue Ausbildungs-Methode, die es ihnen ermöglichen soll, mehr Erfahrung zu sammeln.

Arbeit am Hologramm: Ausbildung im Addenbrooke's Krankenhaus

Gute Ärzt*innen bedürfen eines umfangreichen Fachwissens; doch ebenso wichtig ist die Erfahrung. Diese muss nicht zwangsläufig an Testobjekten gesammelt werden, wie das Addenbrooke's-Krankenhaus in Cambridge es exemplarisch vormacht. Hier wird eine neue Technik eingesetzt: die Arbeit am Hologramm. Dies bedeutet, dass Studierende nicht an Testobjekten oder -personen lernen, sondern an Hologrammen, die in der Simulation eine Krankheit erleiden. Weltweit ist dieses Krankenhaus das erste, welches die Hologramm-Technik zur Ausbildung von Ärzt*innen nutzt.

Aufgabe der britischen Studierenden ist es, in der Simulation die Patient*innen zu untersuchen. Die ersten Hologramm-Patient*innen sind an Asthma, Anaphylaxie, einer Lungenembolie oder -entzündung erkrankt. Anschließend gilt es, sie zu behandeln. Der Vorteil: Die Student*innen können an ihnen üben, ohne, dass ein lebendiger Mensch zu Schaden kommt und erste wichtige Erfahrungen sammeln.

Der nächste Schritt soll in Richtung der Kardiologie und Neurologie gehen: Student*innen des Lehrkrankenhauses soll es demnächst möglich sein, an Hologrammen zu üben, die Herz-Kreislauf- und Nervenkrankheiten haben.

Das Trainingssystem und seine Vorteile

Beim Arbeiten müssen die Studierenden ein Mixed-Reality-Headset tragen. Dieses ermöglicht es ihnen, sowohl das Hologramm, also ihre*n Patient*in, zu sehen, als auch ihre Mitstudent*innen im Raum. Das verwendete Trainingssystem wird auch HoloScenarios genannt.

Laut der Entwickler*innen soll die Ausbildung der Studierenden durch diese Technik einerseits flexibler gelingen, andererseits aber zugleich kostengünstiger. Seit Jahrzehnten werden Simulationen bei er Ausbildung von Ärzt*innen eingesetzt. Bisher gibt es dafür spezielle Simulationslabore oder Schauspieler*innen werden eingesetzt, um den Studierenden die nötige Erfahrung zu gewährleisten; der Aufwand sowie die Kosten einer Wartung dieser Labore sind hierbei meist höher als bei dem neuen Trainingssystem.

Das Lehrkrankenhaus nutzt eine neue Technik, die zukünftig in weiteren Krankenhäusern umgesetzt werden könnte. Mixed-Reality wird zunehmend als eine sinnvolle Methode angesehen, sodass immer mehr Lehrkrankenhäuser bei der Ausbildung ihrer Ärzt*innen darauf ausweichen könnten. Wie genau sich die Technik verbreiten wird, ist derzeit nicht vorauszusehen.

Fazit

Eine neue Technik könnte für viele Lehrkrankenhäuser eine neuer und innovativer Ansatz sein, um den Schüler*innen mehr Praxiserfahrung zu bieten. Einen Vorteil stellen dabei die nach Angaben der Entwickler*innen niedrigeren Kosten der Ausbildung dar. Inwieweit die Technik sich in den nächsten Jahren verbreiten wird, dem ist mit Spannung entgegenzublicken.