Jährlich wächst der Anteil an Brillenträgern in Deutschland, knapp 41 Millionen Erwachsene sind es momentan. Davon tragen rund 23 Millionen ihre Brille ständig und weitere 17 Millionen gelegentlich,  so die Zahlen einer Studie des Zentralverbands der Augenoptiker.

Durch die Maskenpflicht, die inzwischen seit fast einem Jahr in Bayern gilt, führte die Brille durch ihr ständiges Anlaufen bei vielen eher zu Ärger, als das sie als nützliches Hilfsmittel angesehen wurde. Neun geniale Tipps, wie Ihre Brille nicht mehr beschlägt, finden Sie hier. Das Ergebnis einer indischen Studie kann nun den Ärger über angelaufene Brillen schmälern. Demnach seien Brillen nämlich nicht nur gut, um die Sehschwäche auszugleichen, sondern auch hervorragend, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen.

Was wurde in der Studie erforscht?

Forscher untersuchten in ihrer Studie im vergangenen Sommer zwei Wochen lang insgesamt 304 Menschen in einem Krankenhaus in Nordindien. Beteiligt waren 223 Männer und 81 Frauen, die milde Covid-19-Symptome aufwiesen. Personen mit mittelschweren bis schweren Erkrankungen, Kinder unter zehn Jahren und Patienten, die keine Einwilligung gaben, wurden von der Studie ausgeschlossen. Bei den Probanden wurde das Trageverhalten ihrer Brille anhand eines Fragebogens bewertet. 58 Teilnehmer gaben an, den ganzen Tag (mehr als 8 Stunden täglich) über eine Brille oder Sonnenbrille zu tragen.

Die Forscher schlussfolgern in ihrer Studie, dass das Risiko für eine Covid-19-Infektion in der brillentragenden Bevölkerung um die Hälfte bis ein Drittel geringer sei, als bei Personen, die keine Brille tragen.

Demnach sei das Verhältnis zwischen dem Anteil von Personen, die in der Studiengruppe Brille tragen (19%) und dem Anteil von Brillenträgern in der Gesamtbevölkerung (40%), fast dreimal so klein, wie das Verhältnis zwischen dem Anteil von Personen, die in der Studie keine Brille tragen (81%) und dem Anteil von den Nicht-Brillenträgern in der Gesamtbevölkerung (60%).

Wie kann eine Brille vor einer Corona-Infektion schützen?

Der Studie zur Folge würden sich Menschen durchschnittlich 23 Mal pro Stunde in ihr Gesicht fassen und dreimal in das Auge. Laut dem Studienleiter Amit Kumar Saxena würde die Übertragung einer Corona-Infektion durch die Berührung von Gesicht, Nase, Mund und Augen erfolgen. Durch das richtige Tragen einer Schutzmaske könne die Berührung von Nase und Mund signifikant reduziert werden. Jedoch schützt sie die Augen nicht.

Somit könnte das Berühren und Reiben der Augen mit kontaminierten Händen ein bedeutender Infektionsweg für das Virus sein. Der Bevölkerungsteil mit Brille hat ein geringeres Infektionsrisiko, da er weniger das Auge berührt und reibt.

Zwar würden laut dem Forscher Alltagsbrillen die Augen nicht so gut schützen wie spezielle Schutzbrillen, dennoch könnten aber auch sie einen gewissen Schutz bieten. Außerdem zeigt die Studie, dass, zumindest in Indien, arme und ungebildete Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit an dem Virus erkranken, eben auch weil sie weniger Brillen tragen. Inwieweit diese Erkenntnis auch für die deutsche Bevölkerung übertragbar ist bleibt fraglich.

Studienergebnis bloßer Zufall?

Insgesamt ist die Stichprobe der Studie sehr klein und der Zeitraum der Studie war sehr kurz. Des Weiteren konnte das Brillentrageverhalten der Gesamtbevölkerung von Indien nicht während des Höhepunktes der Pandemie gemessen werden. Diese Tatsachen könnten dazu geführt haben, dass es sich beim Studienergebnis um einen Zufall handelt. Außerdem könnten auch andere nicht berücksichtige Faktoren einen starken Einfluss auf den Zusammenhang haben.

Anti-Beschlagspray gegen beschlagene Brillen

Frühere Studien kommen dennoch zu einem ähnlichen Ergebnis. Eine Studie von chinesischen Ärzten mit 276 Teilnehmern stellte fest, dass sich nur erstaunlich wenig Brillenträger unter den Corona-Erkrankten befanden.

Fazit: Auch wenn ein paar wenige Faktoren gegen die Repräsentativität der Studie sprechen, zeigen die Ergebnisse, dass die Annahme "Brillenträger sind besser vor einer Corona-Infektion geschützt" begründet belegt werden kann. Auch wenn die Brille in Kombination mit einer Schutzmaske immer wieder durch ihr Anlaufen bei den Menschen für Ärger sorgt, scheint sie dennoch ein effektives Mittel zum Schutz vor einer Corona-Infektion zu sein.

 

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