Medikamente, die gegen Bakterien helfen, gibt es schon lange. Gegen Viren dagegen, gibt es bisher keine wirksamen Mittel, die wie Breitband-Antibiotika funktionieren. Einem Forschungsteam ist jetzt aber ein Durchbruch gelungen: Die Forschenden haben einen Therapieansatz entwickelt, der Viren daran hindern soll, in menschliche Zellen einzudringen.

Wenn ein Virus in den menschlichen Körper eindringt, muss er über einen Rezeptor an der Zelle andocken, um sich zu vermehren. Das langkettige Molekül, das die Forschenden um Leiter Rüdiger Groß vom Institut für Molekulare Virologie des Uni-Klinikums Ulm, entwickelt haben, ist ein Polymer, das genau dieses Andocken verhindern soll. Die Studie zu dem Medikament wurde im Magazin Advanced Science veröffentlicht. 

Medikament gegen Viren: Wirkstoff besonders als Nasenspray gut verträglich

"Wir haben ein negativ geladenes Polymer entwickelt, das den Eintritt von Viren in die Zellen verhindern kann. Wir vermuten, dass sich das Polymer um virale Hüllproteine wickelt und durch seine Ladung die Interaktion mit den Rezeptorproteinen der Zelle stört", erklärt Groß. 

Im Labor konnten die Forschenden zeigen, dass das Prinzip gegen eine ganze Reihe von Viren wirksam ist - unter anderem wurde das Polymer an Herpesviren angewendet. Es bestehe laut Forschenden die Hoffnung, dass der Therapieansatz auch beim Coronavirus greifen könnte - auch gegen die Omikron-Variante.

Bei einem Versuch mit Mäusen, stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass vor allem die nasale Anwendung gut vertragen wird - beispielsweise mit einer Art Nasenspray. "Mit unserer Studie konnten wir nachweisen, dass chemisch optimierte Polymere [...] vielversprechende Kandidaten sind für die Entwicklung breit wirksamer antiviraler Eintrittshemmer", heißt es in der Studie. Das Team arbeite nun weiter an der lokalen Anwendung der Medikation. Beteiligt waren an der Studie neben den Universitäten Ulm und Aarhus Forschungseinrichtungen aus Leipzig, sowie aus Brasilien, Schweden und Frankreich.

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