Deutschland
Bierpreis-Erhöhung

Der Bier-Preis steigt: Etliche Bier-Sorten kosten bald deutlich mehr - so viel mehr

Zahlreiche Biersorten sollen ab Frühsommer 2022 deutlich teurer werden: Was das für die Preisentwicklung des Bieres in Deutschland bedeutet.
Bier-Preis steigt - so viel teurer wird es künftig
Bier soll teurer werden - vor allem etliche Sorten der Radeberger-Gruppe. Symbolbild. Foto: Christoph Soeder, dpa
  • Bier-Preise sollen steigen
  • 39 Sorten der Radeberger-Gruppe betroffen
  • Ziehen weitere Brauereien nach? 

Bier gehört zu den beliebtesten Getränken in ganz Deutschland. Besonders trifft das auf Bayern zu. Einer Erhebung aus dem Jahr 2019 zufolge trinkt ein in Bayern ansässiger Konsumierender pro Jahr etwa 25 Liter mehr Bier als der durchschnittliche Deutsche. In Zahlen bedeutet das: Während ein durchschnittlicher Deutscher 2019 etwa 99,7 Liter Bier pro Jahr trank, waren es bei einem Bier-Konsumierenden aus Bayern 125 Liter. Manch einer trinkt sogar jeden Tag ein Bier. Ob das vielleicht sogar gesund ist, haben wir bereits an anderer Stelle beantwortet.

Radeberger erhöht die Bier-Preise: Ziehen andere Brauereien nach?

Entsprechend verhalten war deshalb auch die Reaktion auf die neuesten Pläne des größten deutschen Brauerei-Unternehmens. Denn die Radeberger-Gruppe plant, den Preis für ihr Bier ab März 2022 deutlich anzuziehen. In Zukunft sollen pro Hektoliter sechs Euro mehr bezahlt werden. Aktuell liegt der Netto-Rampenpreis pro Flaschenbier, abhängig von der Konzernmarke, bei etwa 110 Euro pro Hektoliter. Dadurch könnte die Preiserhöhung den Preis für einen Kasten Bier um rund einen Euro steigen lassen. Aktionspreise für Premium-Bier würden dadurch sogar deutlich über die 10-Euro-Marke steigen.

Die große Frage ist nun: Werden die anderen Konzerne ebenfalls ihre Preise erhöhen und damit nachziehen? Wirtschaftlich gesehen wäre der gewählte Zeitpunkt für eine Preiserhöhung im Frühsommer 2022 günstig gewählt. Im April könnten Getränkefachgroßhandelsbetriebe Ware zu alten Konditionen verkaufen, ehe der Reinverkauf und das Bier-intensive Frühsommergeschäft starten. Denn: Das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Bier ist nicht immer aussagekräftig. Wenn allerdings keine andere Brauerei folgen sollte, dann besteht für das Tochterunternehmen der Dr. Oetker-Gruppe das Risiko auf viel Bier sitzen zu bleiben. Denn: In diesem Szenario könnten Bier-Fans einfach zu einer günstigeren Alternative greifen. Fakt ist: Für Menschen, die sich gerne das ein oder andere Bier gönnen möchten hängt in den nächsten Wochen viel von Krombacher ab. Inhaber Bernhard Schadeberg wird entscheiden, ob sich das Unternehmen dem Oetker-Vorstoß anschließen wird, oder ob er auf den Status quo setzt.

Damit steht also noch nicht fest, ob der Brauwirtschaft eine branchenweite Preiserhöhung ins Haus steht. Üblicherweise erhöhen die regionalen Brauer erst die Preise, wenn auch Premium-Pils-Marken eine Erhöhung anstreben. 
Dass die Preise, zumindest bei Radeberger, erhöht werden, ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen nicht verwunderlich. Politisch wurden unlängst erhöhte Emissionsabgaben ins Gespräch gebracht. 

Bier-Preis steigt: Brauereien leiden finanziell unter den Pandemie-Auswirkungen 

Schon seit Pandemiebeginn leiden die Brauereien unter steigenden Einkaufskosten, wie erhöhten Preisen für Rohstoffe oder Verpackungsmaterial. Vor allem Energiekosten machen den Brauereien laut eigenen Angaben zu schaffen. Der Braubetrieb gilt seit jeher als extrem Energie-intensiv und damit kostspielig. Zudem ist Zusehens auch der Absatz von Bier in Deutschland eingebrochen. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden rund 60,5 Millionen Hektoliter Bier im Zeitraum zwischen Januar und August 2021 verkauft. Ein Minus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage im Inland ging indes sogar um 5,5 Prozent zurück. In den EU-Ländern sank der Bedarf an Bier um 4,4 Prozent. Der Export in Drittländer dagegen steigt stetig. 

Zuletzt ist der Preis pro Flasche Bier vor rund drei Jahren angestiegen. Schon damals wurden innerhalb weniger Wochen die Preise von fast allen Biermarken erhöht. Diese Bier-Marken gehören zum Radeberger-Konzern:

  • Allgäuer Brauhaus
  • Altenmünster
  • Berliner Kindl und Berliner Kindl Weisse
  • Berliner Pilsner
  • Binding
  • BraufactuM
  • Brinkhoff's No. 1
  • Clausthaler
  • DAB
  • Dortmunder Kronen
  • Dom Kölsch
  • Freiberger
  • Gilden Kölsch
  • Guinness
  • Grüner Bier
  • Hasen
  • Henninger
  • Hop House 13
  • Hövels
  • Jever und Jever Fun
  • Kilkenny
  • Kloster Scheyern Biere
  • Krusovice
  • Mahn & Ohlerich
  • Oberdorfer Helles
  • Radeberger Pilsner
  • Rostocker
  • Schlösser Alt
  • Schöfferhofer und Schöfferhofer Weizen-Mix
  • Schultheiss
  • Sion Kölsch
  • Sternburg
  • Stuttgarter Hofbräu
  • Tucher
  • Ur-Krostitzer
  • Wicküler

Wo in Bamberg und Umgebung in diesem Jahr Bockbier-Anstiche stattfinden, haben wir an anderer Stelle erörtert.