Franken
Garten-Tipps

Unkraut umweltfreundlich vernichten: Wir zeigen Ihnen wie Sie Löwenzahn, Giersch & Co. ökologisch entfernen

Wer einen Garten sein Eigen nennt, kennt den lästigen Kampf mit dem Unkraut: Ständig ist man am Jäten, und doch sprießt das Unkraut prächtig. Statt jedoch direkt zu chemischen und womöglich umweltschädlichen Unkrautvernichtern zu greifen, sollten Sie einen Blick auf sanftere Methoden werfen. Wir verraten Ihnen tolle Tipps, wie Sie Ihren Garten mithilfe von einfachsten Mitteln wieder unkrautfrei bekommen.
 
Unkraut vernichten geht auch mit einfachen und umweltschonenden Mitteln - wir verraten Ihnen, wie Kochwasser, Brennnesseln und Asche hierbei helfen. Foto: photoAC/pixabay.com.
Unkraut vernichten geht auch mit einfachen und umweltschonenden Mitteln - wir verraten Ihnen, wie beispielsweise Kochwasser, Brennnesseln und Asche hierbei helfen. Foto: photoAC/pixabay.com.

Wer sich über lange Zeit an seinem Garten erfreuen will, hat regelmäßig mit Unkraut zu kämpfen. Um zu verhindern, dass der Rasen sowie gepflasterte und asphaltierte Flächen komplett überwuchert werden, führt kein Weg an der Unkraut-Bekämpfung vorbei. Häufig werden dafür chemische Unkrautvernichter eingesetzt, die oft schädlich für die Umwelt sind und auf deren Verwendung deshalb verzichtet werden sollte. 

Wir verraten Ihnen drei praktische Hausmittel zur effektiven Entfernung von Unkraut, sowie vier mechanische Alternativen, durch die Sie Ihren Garten ebenfalls im Handumdrehen unkrautfrei bekommen

So vernichten Sie Unkraut umweltfreundlich

Chemische Unkrautvernichter müssen nicht sein: Wir geben Ihnen tolle Tipps, wie Sie dem unerwünschten Unkraut mit Hausmitteln und mit simplen mechanischen Mitteln zu Leibe rücken. So bekommen Sie Ihren Rasen ohne die Umwelt zu schädigen frei von Unkraut.

Die besten Hausmittel zum Entfernen von Unkraut

Wer keine Lust hat, ständig mühsam das Unkraut aus dem Rasen und aus den Ritzen auf gepflasterten Flächen zu ziehen, der sollte sich diese drei natürlichen Tipps ansehen, mit denen Ihr Garten bald schon wieder unkrautfrei ist. 

#1 Ungesalzenes Kochwasser von Kartoffeln und Co.

Ein hilfreicher Tipp, um Unkraut auf umweltschonende Art und Weise zu vernichten, ist das Gießen mit Kochwasser von der Zubereitung von Kartoffeln. Das Gartenforum Plantopedia.de weist darauf hin,  dass das Kochwasser von Nudeln und Reis ebenso wirksam ist. Sie sollten auf jeden Fall beachten, dass das Wasser kein Salz enthält. Für die Wirksamkeit des Kochwassers bei der Unkraut-Vernichtung ist die enthaltene Stärke verantwortlich. 

Und so gehen Sie vor: Gießen Sie das heiße Kochwasser direkt nach dem Kochen über die zu vernichtenden Pflanzen. Es wird vermutet, dass schon das heiße Wasser an sich eine negative Wirkung auf das Unkraut hat. Effektiv zeigt sich aber in erster Linie die im Wasser enthaltene Stärke, die die Poren der Pflanzen, die sogenannten Stomata, verstopft und die Pflanzen somit absterben. Besonders empfehlenswert ist die Kochwasser-Methode auf Pflastersteinen und in Fugen, da so auch sicher keine umgebenden Nutzpflanzen zu Schaden kommen. Tipp: Gibt man Schmierseife in das Wasser, kann das die Wirkung der Stärke verbessern. 

#2 Brennnesseljauche vertreibt nicht nur Blattläuse

Brennnesseljauche ist ein echter Alleskönner: Neben Blattläusen und weiße Fliegen schafft der Sud es sogar, Unkraut zu vernichten. Das benötigen Sie, um selbst Brennnesseljauche herzustellen:

  • circa 1 kg frische Brennnesseln
  • ein großes Gefäß (zum Beispiel ein Eimer)
  • 10 Liter Wasser

Und so geht's: Zerkleinern Sie die frischen Brennnesseln und geben Sie sie in das Gefäß. Anschließend gießen Sie das Wasser darüber, decken den Sud ab und stellen ihn für etwa zwei Wochen an eine  warmen, sonnigen Ort. Jeden Tag sollte der Sud einmal umgerührt werden. Nun gärt die Brennnesseljauche, was einen stinkende, unangenehmen Geruch verursacht. Sind die zwei Wochen Gärungs-Zeit vergangen, ist die Jauche fertig und Sie können Sie einfach über die Unkräuter gießen oder gegebenenfalls sprühen. 

#3 Holzasche hilft gegen Vermoosung

Macht sich Moos auf dem Rasen breit, ist das ein Indiz dafür, dass der Boden verdichtet ist und Staunässe herrscht. Außerdem kann der Rasen auch zu viel Schatten abbekommen oder es herrscht ein Nährstoffmangel. Dadurch wird das Gras geschwächt und es gelingt dem Moos immer mehr, sich über den gesamten Rasen auszubreiten. 

Abhilfe kann Holzasche schaffen, die auf dem Rasen verteilt wird - das sorgt für eine gute Nährstoffversorgung des Grases mit unter anderem Kalium und lässt den Rasen bald schon wieder sprießen. Zu beachten ist, dass lediglich Holzasche diese Nährstoffvorteile mit sich bringt. Sie sollten sich unbedingt sicher sein, dass die Asche aus unbehandeltem Holz stammt, da giftige Stoffe aus zuvor behandeltem Holz nicht in den Boden gelangen sollten. 

Achtung: Vom Einsatz von Essig und Salz ist abzuraten

Einige Hobbygärtner schwören auf die Verwendung von Essig oder Salz, um den Unkräutern beizukommen. Dieser Garten-Tipp ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sich durch die mehrmalige Behandlung der Unkräuter mit Essig- oder Salzlösungen der Boden rund um die Pflanze mit diesen Stoffen anreichert. Infolgedessen kommt es zu einer erhöhten Konzentration im Boden, die sich nur sehr langsam über einen langen Zeitraum abbaut. Der Essig sorgt für eine Übersäuerung des Bodens, das Salz erhöht den Salzgehalt im Boden in einem solchen Maße, das dort lebende Mikroorganismen nicht mehr überleben können - das macht sich zwangsläufig auch bei anderen Pflanzen in unserem Garten bemerkbar.

Doch die Folgen sind noch weitreichender: Das Salz und der Essig gelangen auch in das Grundwasser und können Schwierigkeiten in Kläranlagen oder der Kanalisation verursachen. Es zeigt sich also, dass auf den Einsatz von Essig und Salz bei der Unkraut-Bekämpfung unbedingt verzichtet werden sollte und stattdessen lieber zu anderen, wirklich ökologischen Mitteln gegriffen werden sollte. 

Unkraut mechanisch vernichten

Auch mithilfe diverser Geräte und der eigenen Körperkraft lässt sich Unkraut nachhaltig und sehr umweltverträglich entfernen. Wir stellen Ihnen vier Methoden vor, mit denen Sie Ihren Garten wieder unkrautfrei bekommen. 

Gasbrenner zur Unkraut-Vernichtung finden Sie bei Amazon 

#1 Abflammen vernichtet Unkraut effektiv

Eine sehr effektive und umweltschonende Alternative der Unkrautvernichtung ist das Abflammen mit einem speziellen Gasbrenner. Dabei werden die sichtbaren Pflanzenteile oberhalb der Wurzel verbrannt, was allerdings nicht unbedingt zum Absterben der kompletten Pflanze führt. Oft bleibt die Wurzel noch intakt, weshalb das Unkraut nach einer gewissen Zeit erneut sprießen kann - für einen gewissen Zeitraum haben Sie allerdings Ihre Ruhe vor dem unerwünschten Grün.

Das sollten Sie beachten: Mit dem Gasbrenner* sollten Sie ausschließlich Unkraut vernichten, das sich auf gepflasterten Flächen befindet, beispielsweise auf Terrassen, Einfahrten oder auf Gehwegen. Das Abflammen sollte stets an windstillen Tagen vorgenommen werden, die abzuflammende Fläche sollte außerdem frei von trockenen Gras- oder Laubresten sein, die schnell in Brand geraten können. 

#2 Eine Folie macht dem Unkraut den Garaus

Wer seinen Rasen unkrautfrei haben möchte, benötigt mit dieser Methode zwar etwas Geduld, jedoch wird das Warten mit einem schönen, ebenmäßigen Rasen belohnt! Dafür ist lediglich ein dunkles Unkraut-Vlies nötig, das über den Rasen gelegt wird und dort für zwei bis drei Monate belassen wird.

Durch den Lichtmangel sterben die Pflanzen unter dem Unkraut-Vlies* ab - das Gras zieht sich zwar auch zurück, jedoch wird es im Gegensatz zum Unkraut sehr schnell wieder wachsen und Sie haben wieder einen wunderschönen Rasen in Ihrem Garten. Idealerweise sollten Sie jedoch neuen Rasen säen*, da dies zeitsparender ist und ihr Rasen schneller wieder nachgewachsen ist. Eine Vielzahl an Garten-Tipps erfahren Sie in der kostenfreien infranken.de Garten-App

#3 Unkraut jäten hilft nach wie vor

Die Oldschool-Variante, die aber nach wie vor sehr effektiv und äußerts umweltschonend ist: Unkraut jäten. Hierzu können spezielle Werkzeuge genutzt werden, die die Arbeit in großem Maße erleichtern. Beispielsweise sind das: 

  • Die Gartenkralle*: bei trockenem Boden, am besten bereits vor der Samenbildung.
  • Der Unkrautstecher*: besonders geeignet für Pfahlwurzeln, die sehr tief in die Erde gehen (beispielsweise bei Löwenzahn).
  • Bürsten*: diese bestehen entweder aus Kunststoff, Draht oder Stahl und sollten dem Untergrund angepasst werden.
  • Der Vertikutierer*: zur großflächigen Auflockerung einer Rasenfläche. 

#4 Häufig mähen für einen Unkraut-freien Rasen

Um Unkraut zu vernichten, rät Obi* zu regelmäßigem Mähen der Rasenfläche. Denn so wird das Unkraut gekürzt und es wird verhindert dass sich eine Blüte bildet, wodurch auch die Verteilung der Samen gehemmt wird. Wichtig ist hierbei, dass der Rasen nicht zu stark gekürzt wird: Eine Schnitthöhe von vier Zentimetern sollte nicht unterschritten werden. Die Mindest-Schnitthöhe sollte unbedingt beachtet werden, da viele Unkrautsamen Licht zum Keimen benötigen und im Schatten der Grashalme schlecht anwachsen. 

Eine große Auswahl an Rasenmähern finden Sie bei Amazon 

Gesunde Alternative: Unkraut in den Speiseplan einbauen

Eine weitere tolle Möglichkeit, Ihren Garten vom Unkraut zu befreien, ist es, das Unkraut in den täglichen Speiseplan einzubauen. Zu den essbaren Unkräutern* zählen unter anderem Löwenzahn, Brennnessel, Spitzwegerich, Giersch, Vogelmiere und Sauerampfer. Aus diesen Kräutern kann unter anderem ein leckerer und gesunder Salat hergestellt werden. Die Blüten, zum Beispiel des Löwenzahns, geben eine schöne essbare Dekoration ab.

Der besonders hartnäckige Giersch hat einen dezent scharfen Geschmack und lässt sich gut in Kartoffelgerichten und in Salaten verarbeiten. Der Spitzwegerich hingegen ist besonders für seine heilenden Eigenschaften bei Erkältungen bekannt. Doch er kann auch problemlos direkt aus dem Garten verzehrt werden. Dazu wird er entweder gekocht oder kann frisch direkt zum Salat gegeben  werden. Die Spitzwegerich-Blüten schmecken nussig und können auch wunderbar angeröstet werden, wodurch sie einen Geschmack bekommen, der Pilzen ähnelt. Wie Sie Löwenzahn zubereiten, erfahren Sie in unserem Artikel zu leckeren essbaren Unkräutern. 

Fazit: Unkraut einfach entfernen mit Hausmitteln und mechanischen Hilfsmitteln

Unkraut zu entfernen ist mithilfe einfacher Hausmittel effektiv und umweltschonend. Auch mithilfe mechanischer Geräte haben Sie dem nervigen Gewächs auf Ihrem Rasen und auf gepflasterten Flächen schnell den Garaus gemacht. Die wohl nachhaltigste Alternative: Verwenden Sie gesundes Unkraut wie Giersch, Löwenzahn oder Spitzwegerich in der Küche und sorgen Sie so zusätzlich für Ihre Gesundheit.

 

Verpasse nichts auf der neuen Facebook-Seite „Schon gewusst?“

 

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.

Verwandte Artikel