Deutschland
Preissteigerung

Sommerreifen deutlich teurer: Kann man trotzdem sparen?

Nicht nur Lebensmittel und Sprit werden immer teurer, auch die Preise für Autoreifen sind gestiegen. Pünktlich zur Sommerreifen-Zeit erhöhen Hersteller die Preise deutlich. Aber was steckt dahinter?
Autoreifen werden teurer - Preise steigen
Höhere Nachfrage: 2021 kauften deutsche Fahrzeughalter wieder mehr Reifen als im ersten Jahr der Pandemie. Jetzt - pünktlich zum Frühling - werden Autoreifen deutlich teurer. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Autoreifen werden teurer: Hersteller erhöhen Preise
  • Preise für Sommerreifen deutlich höher als vor einem Jahr
  • Gewinnmarge für Hersteller schrumpft
  • Gibt es eine Möglichkeit trotzdem Geld zu sparen?

Der April steht vor der Tür und die Temperaturen sind deutlich gestiegen. Das bedeutet auch, dass es schon bald an der Zeit ist, von Winter- auf Sommerreifen umzusteigen. Laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk haben die Deutschen 2021 wieder deutlich mehr Reifen gekauft, als im ersten Pandemie-Jahr. 2021 seien 48,4 Millionen Reifen im sogenannten Ersatzgeschäft verkauft worden und damit rund eine Million mehr als 2020, so der Verband. Für alle, die dieses Jahr neue Sommerreifen brauchen, gibt es schlechte Nachrichten: Die Preise steigen zum 1. April deutlich an. 

Sommerreifen teuer wie lange nicht: Grund sind Rohstoff- und Energiepreise

Wie das Vergleichsportal Check24 meldet, sind die Preise für Autoreifen in den letzten zwölf Monaten um rund zehn Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Zwischen März 2020 und März 2021 stiegen die Reifenpreise nur um 0,8 Prozent. Für die Untersuchung wurden die Preise für die 100 beliebtesten Autoreifen verglichen.

Grund für den Preisanstieg: gestiegene Rohstoff- und Transportkosten sowie die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise. Besserung scheint hier erstmal nicht in Sicht zu sein. Neben Sprit und vielen Alltagsprodukten, sind nun also auch die Kosten für Reifen in die Höhe geschnellt. Auch hohe Kosten für Herstellung und Transport sowie Materialengpässe treiben die von den Herstellern aufgerufenen Preise, wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) erklärt. Teilweise seien angesichts des Ukraine-Krieges auch weitere Erhöhungen angekündigt, die "teilweise im zweistelligen Bereich liegen".

Bereits seit Monaten steigen die Reifen-Preise sukzessive

Die Reifenhersteller hätten ihre Preise bereits in den vergangenen Monaten wegen der stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport sukzessive erhöht, sagt der BRV-Geschäftsführer Technik, Michael Schwämmlein. "Durch Versorgungsengpässe bei einigen Rohstoffen, wie Ruß oder synthetische Kautschuke, hat sich die Beschaffungssituation noch verschlechtert." Das werden auch die Kunden zu spüren bekommen: Allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssten auch die Händler ihre Preise anpassen. Eine Auswertung der Plattform Alzura Tyre24 ergab für die Einkaufspreise der Reifenhändler und Kfz-Werkstätten im Schnitt des Februar und März eine Steigerung von gut 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei hatten die Preise schon vergangenes Jahr im Schnitt um rund 6,5 Prozent zugelegt.

Beim größten deutschen Reifenhersteller Continental heißt es, man könne keine pauschalen Aussagen zur Entwicklung von Reifenpreisen treffen. Allerdings könne man sich Veränderungen in den Produktionskosten - zum Beispiel durch steigende Rohmaterialpreise - nicht entziehen. "Je nach regionalen Gegebenheiten entscheiden wir individuell über notwendige Preisanpassungen". Derzeit verschlechtere sich die Versorgungslage für die Reifenproduktion in Europa «angesichts der verhängten Sanktionen und der sich weiter verschärfenden Logistikengpässe», sagte ein Continental-Sprecher. "Deshalb haben wir entsprechende Notfallpläne aktiviert, die Sicherheitsvorräte und alternative Lieferanten umfassen." Aktuell könne in den europäischen Reifenwerken weiter produziert werden.

Die steigenden Preise treffen derzeit allerdings auf eine eher gesunkene Nachfrage. Es sei zwar noch sehr früh in der Reifenwechselsaison, doch erste Zahlen deuteten auf eine gewisse Kaufzurückhaltung hin, sagt Schwämmlein. Das könne sich aber auch noch ändern. Gerade angesichts der jüngsten Schneefälle habe sich vielleicht so mancher Kunden überlegt, erst nach Ostern die Reifen zu wechseln.

Alles wird teurer: Kann man etwas gegen den Preisanstieg tun?

Viele namhafte Reifenhersteller haben günstigere Zweitmarken, die weniger bekannt sind. Diese Reifen erweisen sich in Tests immer häufiger als sehr gute Alternative. Wer also auf einen großen Namen auf seinen Reifen verzichtet, kann so zumindest ein bisschen Geld sparen.

Eine große Auswahl an Autoreifen findest du hier - von teuer bis günstig

Außerdem sollten alle, die den Reifenwechsel in einer Werkstatt vornehmen lassen, zeitig einen Termin vereinbaren. Mit den wärmeren Temperaturen steigt nämlich nicht nur der Andrang beim Händler, sondern auch die Preise. Also gilt: Sobald der Schneefall endlich nachlässt, ab in die Werkstatt.

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