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Spritpreise so hoch wie nie: So viel verdient der Staat

Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland zeigen ihre Auswirkungen auch bei uns: Der Spritpreis hat derzeit ein Rekordhoch erreicht. Teilweise kostet sogar der Diesel weit über 2 Euro. Und die hohen Preise stagnieren seit einigen Wochen. Aber wie viel von dem Geld bekommt eigentlich der Staat?
Diesel- und Benzin-Preise so hoch wie nie: Wer verdient am meisten mit teurem Sprit?
Der aktuelle Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland treiben die Spritpreise in ungekannte Höhen. Aber wie viel von dem Geld kassiert eigentlich der Staat? Foto: Daniel Karmann/dpa/dpa-tmn
  • Spritpreise aktuell auf höchstem Stand seit Jahren - Tendenz steigend
  • Höhe des Spritpreises ist von mehreren Faktoren abhängig
  • Der Staat bekommt am meisten Geld: Steuern machen den größten Anteil aus
  • CO2-Steuer kam 2021 hinzu

Immer wieder gibt es Debatten über die Höhe des Spritpreises. Derzeit knacken die Preise für Diesel und Benzin beinahe täglich neue Rekord-Werte - und die hohen Werte stagnieren. Grund dafür ist der aktuelle Ukraine- Krieg und die Sanktionen gegen Russland. Wie teuer ein Liter Kraftstoff zu einem Zeitpunkt ist, hängt aber immer von mehreren Faktoren ab. Den größten Anteil des Preises machen dabei die Steuern aus. Hier erfährst du, wie sich der Preis für Benzin und Diesel zusammensetzt. 

Steuern haben den größten Anteil - daraus setzt sich der Benzinpreis zusammen

"Besonders relevant für die europäische Benzinpreisentwicklung ist das Geschehen auf dem Spotmarkt von Rotterdam, wo sich der Ölpreis herauskristallisiert", schreibt bussgeldrechner.org. Die Höhe des Spritpreises wird massiv von dem internationalen Rohstoffhandel beeinflusst. Etwa 42 Prozent des Spritpreises gehen auf den "Einkaufspreis" zurück. Dieser ist unter anderem abhängig von der aktuellen politischen Lage, der Konjunktur, Jahreszeit und der Nachfrage. Wie der ADAC erklärt, ist auch der Dollarkurs mitzubedenken, weil Öl weltweit beinahe nur mit Dollar gehandelt wird. Daraus folgt: "Steigt also der Dollarkurs im Verhältnis zum Euro, steigen oft auch die Preise an der Zapfsäule", wie der ADAC schreibt. 

Den größten Anteil am Spritpreis machen Steuern aus: Die sogenannte Energiesteuer (früher bekannt als Mineralölsteuer) macht jeweils gut 46 Prozent pro Liter Kraftstoff aus. Je nach Kraftstoffart ist der Betrag daher unterschiedlich hoch. "Bei Benzin beispielsweise liegt der Energiesteuersatz bei 65,45 Cent je Liter", schreibt der ADAC. Bei einem Liter Diesel liegt der Wert hingegen bei 47,07 Cent.

Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die auf den Warenpreis und die Energiesteuer erhoben wird. Am 1. Januar 2021 trat hierzulande außerdem die CO2-Steuer in Kraft, die für einen Anstieg des Benzin- und des Dieselpreises sorgt. Ein Liter "Super E10" kostete dann im Mittel 7,7 Cent mehr, bei einem Liter "Diesel" sind es durchschnittlich zusätzliche 7,6 Cent. Im Jahr 2022 wurde die Steuer nochmals erhöht: Statt 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid sind jetzt 30 Euro fällig. Das wirkt sich auch auf Kraftstoffpreise aus. 

Günstig Tanken: Zu diesem Tageszeitpunkt ist Sprit am günstigsten

Darüber hinaus gibt es noch den Deckungsbeitrag: "Er enthält Kosten für Transport, Lagerhaltung, Verwaltung, Vertrieb und Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule sowie die CO2-Abgabe und den Gewinn der Mineralöl­konzerne", wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) schreibt. Nicht zu vergessen ist der Wettbewerb zwischen den einzelnen Tankstellenbetreibern, der ebenfalls einen Einfluss auf den Spritpreis hat. Da Autofahrer naturgemäß versuchen, bei der günstigsten Zapfsäule zu tanken, wird der Spritpreis auch dadurch bewegt. 

Wer möglichst günstig tanken möchte, sollte dies im Zeitraum zwischen 18 Uhr und 19 Uhr, sowie zwischen 20 Uhr und 22 Uhr versuchen. Eine Untersuchung im Mai 2021 an den gut 14.000 Tankstellen in Deutschland ergab, dass zu diesen Zeitpunkten die Spritpreise regelmäßig am niedrigsten sind. Laut ADAC lassen sich allein durch den richtigen Zeitpunkt des Tankens "bis zu sieben Cent je Liter sparen".

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