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Neue Prämie für E-Autos: Das steckt hinter der THG-Quote - so bekommst du sie

Seit Januar 2022 gibt es die Treibhausminderungsquote (THG). Doch erst langsam wird die Prämie für das E-Auto-Fahren bekannt. Dabei lohnt es sich, auch finanziell, genau hinzuschauen.
Seit diesem Jahr gibt es für E-Autos und Motorräder die Treibhausminderungsquote (TGH).
Seit diesem Jahr gibt es für E-Autos und Motorräder die Treibhausminderungsquote (TGH). Foto: CC0 / Pixabay / andreas160578
  • Das ist der Hintergrund der Treibhausgasminderungsqoute (THG)
  • Voraussetzung: Eine zertifizierte THG-Quote
  • Wer sind die THG-Quoten-Vermarkter?
  • Teil 1: Die FAQs zur THG
  • Teil 2: Die FAQs zur THG

E-Autofahrer sind ausgesprochen treu: einmal Elektro, immer Elektro. Auf den Verbrennungsmotor umsteigen will kaum noch jemand. Und jetzt gibt es ein weiteres Argument für die Treue: die Treibhausgasminderungsqoute (THG).

Das ist der Hintergrund der Treibhausgasminderungsqoute (THG)

Anstatt PKWs mit Verbrennungsmotoren sollen E-Autos und Motorrädern auf den Straßen unterwegs sein. Deshalb hat die Bundesregierung zur Stärkung der klimaschonenderen Antriebsarten die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) eingeführt. Konkret geht es dabei um eine Geldprämie.

Die THG-Quote gibt an, um wie viel Prozent Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Deutschland verkaufen (Mineralölkonzerne), ihre Emissionen im Jahr senken müssen. Die Mineralölkonzerne sind verpflichtet, bis 2030 bis zu 25 Prozent ihrer verursachten Treibhausgasemissionen einzusparen. Wenn sie dieses Ziel durch Beimischung von Bio-Kraftstoffen (Biodiesel oder Bioethanol) nicht erreichen, können sie sich am Zertifikate-Handel bedienen.

Und genau an diesem Punkt kommst du als Halter eines E-Pkw, E-Bus, E-LKW, E-Transporter, E-Motorrad oder E-Leichtfahrzeug ins Spiel. Du als Halter bist du emissionsfrei oder -arm unterwegs. Du kannst dafür ein Zertifikat erhalten und dies an die in 'Not' geratenen Mineralölkonzerne verkaufen. Dadurch wirst du Teilnehmer am THG-Quotenhandel. Und das nicht einmalig, sondern jedes Jahr wieder.

Voraussetzung: Eine zertifizierte THG-Quote

Und so sieht das konkret aus: Ab 2022 kannst du als Halter eines rein batteriebetriebenen E-Autos dein THG-Zertifikat verkaufen (welche das sind, zeigt der Link zur Liste der Pkws, die eine THG-Prämie erhalten). 

Dies gilt sowohl für Privatautos, Firmenautos und Elektroflotten, als auch für E-Transporter (z.B. N1), Elektrobusse (z.B. M3) und E-LKWs.

Voraussetzung für den Verkauf ist eine Zertifizierung deiner THG-Quote. Maßgeblich dafür ist der Wert "Elektro" im Feld P.3 deines Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Außerdem musst du selbst als Halter im Fahrzeugschein eingetragen sein.

Wer sind die THG-Quoten-Vermarkter?

Du als E-Mobilist muss nicht viel mehr tun, als dich bei einem der THG-Quoten-Vermarkter deiner Wahl zu registrieren, deinen Fahrzeugschein hochladen und deine Bankdaten angeben. Den Rest nimmt dein THG-Quoten-Vermarkter dir ab. Den Gegenwert, den du für das E-Auto-Zertifikat erhältst, ist unterschiedlich: Die Stadtwerke Bamberg zahlen beispielsweise 250 Euro. Bei den Stadtwerken München sind es sogar 320 Euro und bei den Stadtwerken Lemgo bis zu 600 Euro. Eine Liste von mehr als 30 THG-Quoten-Vermarktern findest du u.a. bei ecomento.de. Die Durchschnittswerte bei:

  • E-PKWs liegt bei mind. 350 Euro (übliches Elektroauto)
  • E-Zweirad liegt bei mind. 350 Euro (nur mit Fahrzeugschein)
  • E-NFZ liegt bei mind. 525 Euro (E-Nutzfahrzeug Klasse N1)
  • E-Bus liegt bei mind. 13.000 Euro (Omnibus Klasse M3)

Nach Recherchen von ecomento schwanken die Preise für ein Zertifikat zwischen 250 Euro bis 425 Euro. EFAHRER.com hat sogar 30 bekannte THG-Anbieter unter die Lupe genommen und die Top-10 verglichen. Die Spitzen-Plätze belegen Anbieter wie Elektrovorteil oder Juicify. Es lohnt sich also für dich, den passenden THG-Vermarkter zu suchen.

Die FAQs zur THG

Und hier noch einige wissenswerte FAQs zur THG-Quote:

  • Muss ich nachweisen, wie viele Kilometer ich mit meinem Elektroauto gefahren bin? Nein. Die THG-Quote ist unabhängig von der Kilometer-Leistung, sie wird pauschal berechnet.
  • Was ist mit Plug-in Hybrid-Fahrzeugen? Plug-in Hybrid-Fahrzeuge können nicht teilnehmen. Der Gesetzgeber hat nur rein elektrische Fahrzeuge, Battery Electric Vehicle (BEV), zugelassen.
  • Was ist mit Leasing-Fahrzeugen? Nur wenn du im Kfz-Schein als Halter*in eingetragen bist, kannst du dich beim TGH-Vermarkter registrieren.
  • Was ist mit Firmenwagen? Hier gilt das gleiche wie bei privaten KFZ, wenn das Fahrzeug nicht von der Firma direkt bei einer TGH-Vermarkter registriert worden ist. 
  • Die Steuerfalle beachten: Die THG-Prämie macht dein E-Auto finanziell noch attraktiver, denn man kassiert bis zu 425 Euro Maximalprämie. Aber davon sind nur 255 Euro steuerfrei. Den Rest kannst du spenden oder er zählt als Einkommen bei deiner Steuerklärung. 
  • Können auch mehrere Fahrzeuge pro Halter*in angemeldet sein? Ja, das ist möglich.
  • Und, wenn ich mein Fahrzeug verkaufe? Dann musst du den Verkauf deinem TGH-Vermarkter mitteilen. Die Registrierung endet zum Ende des jeweiligen Jahres. Die Prämie muss nicht zurückgezahlt werden, da sie jährlich an den ersten Antragsteller*in je Fahrzeug vergeben wird. Der Käufer*in kann sich dann für die THG-Prämie ab dem nächsten Kalenderjahr anmelden.
  • Was ist, wenn ich ein gebrauchtes E-Fahrzeug kaufe? Du brauchst vom Verkäufer eine schriftliche Bestätigung, dass für das Fahrzeug in dem Jahr noch keine THG-Abtretung erfolgt ist. Dies gilt auch für Fahrzeuge, die für sechs Monate auf den Händler zugelassen sind.

Fazit

Die THG-Prämie ist eine gute Sache, um die Mehrkosten, die immer noch durch E-Fahrzeuge entstehen, abzuschwächen. Tipp: Wenn du E-Fahrer*in bist, solltest du sie nutzen.