"Dann bin ich weg": Neu-Bundestrainer Klopp gleich mit Warnung

2 Min

Wunschkandidat Jürgen Klopp wird neuer Fußball-Bundestrainer. Ein Weltmeister ist auch mit an Bord. Bei seiner Vorstellung zog Klopp aber erst einmal eine klare Grenze.

Jetzt ist es fix. Der Deutsche Fußball-Bund geht den Neuaufbau der Nationalmannschaft nach dem nächsten WM-Flop an - und zwar mit Jürgen Klopp. Der 59-Jährige war von Anfang an der Wunschkandidat für die Nachfolge des bei der WM in Mittel- und Nordamerika gescheiterten Julian Nagelsmann. "Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich", sagte Klopp bei seiner Vorstellung in Frankfurt.

Doch er hatte auch gleich bei seiner ersten Pressekonferenz eine Warnung an die Medien mit im Gepäck. "Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg", sagte Klopp bei seiner Vorstellung als Coach der deutschen Nationalmannschaft in Frankfurt am Main. "Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, dann bin ich weg." Der 59-Jährige ergänzte, dass ein einzelner nicht reiche. Das müssten natürlich schon mehrere Kritiker sein. Mit der Verkündung der Klopp-Personalie gab der DFB auch noch bekannt, dass Per Mertesacker ab Januar 2027 die Position des DFB-Geschäftsführers übernehmen wird.

"Kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes"

Nach intensiven Verhandlungen in den vergangenen drei Wochen hat der DFB mit der Klopp-Verpflichtung sein Ziel erreicht. Der 59-Jährige soll mindestens bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft 2030 Bundestrainer sein. Klopp soll bei seiner Rückkehr ins Traineramt den viermaligen Weltmeister und dreimaligen Europameister Deutschland wieder auf Erfolgskurs bringen. Erster Liefertermin ist die EM in zwei Jahren.

"Die Nationalmannschaft kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes. Genau das macht diese Aufgabe für mich so besonders. Ich bin dankbar für alles, was ich in den letzten eineinhalb Jahren bei Red Bull erleben und lernen durfte, und für die Offenheit, die diese Einigung erst möglich gemacht hat", sagte Klopp in einer DFB-Mitteilung, die mit seiner Präsentation veröffentlicht wurde. Klopp musste für sein Engagegment als Bundestrainer aus seiner Position als Global Head of Football beim Red-Bull-Konzern herausgelöst werden.

"Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Da waren wir uns im Verband einig, dass wir diese Lösung verfolgen müssen", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Die Verpflichtung Klopps sei eine "komplexe Thematik" gewesen. 

Diese drei Assistenten werden Klopp als Co-Trainer zuarbeiten

Die ersten Länderspiele stehen für Klopp in zwei Monaten an. Ende September startet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Männer mit vier Partien gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland in die nächste Auflage der Nations League. Seine langjährigen Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sowie sein Dortmunder Ex-Spieler Sven Bender werden ihm als Co-Trainer zuarbeiten.

"Jetzt freue ich mich auf diese besondere Aufgabe im deutschen Fußball, die wir gemeinsam mit Demut und Geduld angehen werden: eine Mannschaft zu entwickeln, die füreinander kämpft, die Freude am Fußball hat und hinter der sich die Menschen in unserem Land mit voller Überzeugung versammeln können", sagte Klopp.

Das erste ganz große Ziel für Klopp ist die Europameisterschaft 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Dafür muss sich das DFB-Team aber noch qualifizieren. Die EM-Qualifikation findet im kommenden Jahr statt.

Klopp: "Ich bin mehr als aufgetankt, ich bin bereit"

Klopp war von der DFB-Führung nach dem Nagelsmann-Aus umgehend als Bundestrainer zur Wunschlösung erklärt worden. Andere Optionen wurden nicht geprüft. Ein Hindernis war anfangs Klopps Anstellung bei Red Bull. Auch hier konnte die DFB-Spitze bei einem Treffen mit Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff in München jedoch eine Lösung finden. Neuendorf bedankte sich ausdrücklich bei Red Bull für die Freigabe Klopps und bestätigte eine Zahlung von einer Million Euro an die Stiftung des Getränkeunternehmens. Zudem wird es in Leipzig drei Länderspiele bis 2030 geben.

Der Job des Nationaltrainers ist neu für Klopp. Aber der gebürtige Stuttgarter war über viele Jahre einer der besten Vereinstrainer in Europa. Seine größten Triumphe feierte er bislang mit Borussia Dortmund (Deutscher Meister 2011 und 2012, DFB-Pokalsieger 2012) und mit dem FC Liverpool, mit dem er neben Meistertitel (2020) und Pokalsieg (2022) auch die Champions League (2019) gewann.

Nach neun Jahren in der Premier-League-Mühle ging Klopp die Energie aus, wie er bei seinem Abschied vom FC Liverpool erklärte. Das Energie-Thema hatte er aber gleich bei der Bekundung seines Interesses am DFB-Job abgeräumt. "Ich bin mehr als aufgetankt, ich bin bereit", sagte Klopp. Jetzt kann er loslegen.

Vorschaubild: © Jennifer Brückner/dpa