Rundfunkbeitrag vergessen? Neuer Online-Check zeigt offene Forderungen

Beim Rundfunkbeitrag den Überblick verloren? Verbraucher können ab sofort im Internet nachsehen, ob ihr Beitragskonto ausgeglichen ist oder noch Geld fehlt. Dafür hat der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio einen neuen Online-Service eingerichtet. Die Funktion dürfte für viele interessant sein: Ende 2025 befanden sich rund 3,65 Millionen Beitragskonten im Zahlungsverzug.

Wann wurde zuletzt bezahlt? Ist noch eine Forderung offen? Oder wurde möglicherweise sogar zu viel überwiesen? Antworten auf solche Fragen können Beitragszahler jetzt selbst im Internet abrufen.

Der Beitragsservice hat Ende September eine neue Online-Kontostandsabfrage freigeschaltet. Sie zeigt an, ob das Beitragskonto ausgeglichen ist, ein Zahlungsrückstand besteht oder eine Überzahlung vorliegt. Außerdem werden die nächsten anstehenden Zahlungstermine angezeigt.

Rundfunkbeitrag prüfen: Zwei Angaben reichen aus

Ein zusätzliches Benutzerkonto muss dafür nicht eingerichtet werden. Auch eine vorherige Registrierung ist nicht notwendig.

Für die Abfrage werden lediglich die neunstellige Beitragsnummer sowie das Geburtsdatum der Person benötigt, auf deren Namen das Beitragskonto läuft. Anschließend kann der aktuelle Stand direkt online eingesehen werden.

Die Nutzung ist kostenlos und rund um die Uhr möglich. Gedacht ist die Funktion für Privatpersonen, die den Rundfunkbeitrag für eine Wohnung bezahlen. Für Unternehmen steht weiterhin ein eigener Servicebereich zur Verfügung.

Millionen Beitragskonten sind im Zahlungsverzug

Dass es beim Rundfunkbeitrag durchaus häufig zu offenen Forderungen kommt, zeigen die Zahlen des Beitragsservice. Ende 2025 waren zwar rund 92 Prozent der knapp 47 Millionen Beitragskonten ausgeglichen. Etwa acht Prozent befanden sich jedoch im Zahlungsverzug.

Das entspricht rund 3,65 Millionen Beitragskonten. Im Jahr zuvor waren es mit rund 3,73 Millionen noch etwas mehr.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu beachten: Aus der Zahl lässt sich nicht ableiten, dass 3,65 Millionen einzelne Menschen ihre Beiträge nicht bezahlt haben. Die Statistik des Beitragsservice erfasst Beitragskonten. Übrigens: Nicht jeder muss Rundfunkbeitrag zahlen - es sind auch Befreiungen möglich. Andererseits ist etwa derUmzug in ein Pflegeheim allein noch kein Grund für eine Befreiung.

Rundfunkbeitrag nicht bezahlt: 1,39 Millionen Vollstreckungsersuchen

Offene Rundfunkbeiträge können Folgen haben. Im Jahr 2025 verzeichnete der Beitragsservice insgesamt 18,31 Millionen Mahnmaßnahmen. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 22,73 Millionen.

In 1,39 Millionen Fällen wurden 2025 Vollstreckungsersuchen ausgebracht. Auch hier ging die Zahl zurück: Ein Jahr zuvor waren es 1,59 Millionen gewesen.

Wer den Rundfunkbeitrag nicht fristgerecht bezahlt, kann zunächst eine Zahlungserinnerung erhalten. Bleibt der Betrag weiterhin offen, kann ein Festsetzungsbescheid folgen. Dabei fällt grundsätzlich auch ein Säumniszuschlag an. Ein solcher Bescheid stellt einen vollstreckbaren Titel dar. Nach weiteren Schritten kann schließlich ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet werden.

Neuer Online-Service zeigt auch kommende Zahlungstermine

Die neue Abfrage soll es Beitragszahlern erleichtern, solche Rückstände zu vermeiden. Neben dem aktuellen Kontostand können sie dort sehen, wann die nächsten Beiträge fällig werden. Besteht bereits ein Rückstand, erhalten Nutzer zudem Informationen darüber, wie sie ihr Konto wieder ausgleichen können.

Das ist vor allem für Beitragszahler interessant, die ihre Beiträge selbst überweisen. Wer ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt hat, muss die einzelnen Überweisungstermine dagegen nicht selbst im Blick behalten.

Hinzu kommt eine Änderung bei den Zahlungsaufforderungen. Der Beitragsservice stellt die bisherigen regelmäßigen Schreiben zunehmend auf eine sogenannte Einmalzahlungsaufforderung um. Dabei werden die künftigen Zahlungstermine einmalig mitgeteilt. Erst wenn sich beispielsweise die Höhe des Rundfunkbeitrags ändert, soll wieder eine neue Mitteilung folgen.

Die Zahlungstermine können außerdem als Kalendereinträge auf Smartphone oder Computer gespeichert werden.

Beitragsservice verwaltet knapp 47 Millionen Konten

Hinter dem neuen Angebot steht der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio mit Sitz in Köln. Dabei handelt es sich um eine nicht rechtsfähige Verwaltungsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören der Einzug des Rundfunkbeitrags sowie die Verwaltung der Beitragskonten. Hervorgegangen ist der Beitragsservice 2013 aus der früheren Gebühreneinzugszentrale (GEZ).

Ende 2025 verwaltete die Einrichtung insgesamt 46.922.005 private und nicht private Beitragskonten. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 8,72 Milliarden Euro. Davon gingen rund 8,56 Milliarden Euro an ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie 164,5

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