Permanente Baustelle: Sanierung des Mainfranken Theaters wird zum Desaster

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Mainfranken Theater wird noch teurer als geplant
Die Bauarbeiten stocken seit Jahren. (Archivbild)
Mainfranken Theater wird noch teurer als geplant
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Renovierung des Mainfranken Theaters in Würzburg übersteigt inzwischen die ursprünglich geplanten Kosten erheblich. Zudem zieht sich das Projekt deutlich länger hin als erwartet – ein Fiasko.

Das Mainfranken Theater in Würzburg, seit Jahren eine permanente Baustelle in der Mainstadt, wird teurer als zuletzt geschätzt. Während 2018 noch 72 Millionen Euro kalkuliert wurden, waren zuletzt 146 Millionen Euro im Gespräch. Mittlerweile rechnet man, vor allem wegen der erwarteten Baupreissteigerungen, mit 242 Millionen Euro, wie der Werkausschuss in seiner Vorlage für den Stadtrat mitteilt.

Der Stadtrat wird sich voraussichtlich am 22. Oktober mit den gestiegenen Ausgaben befassen, wie ein Stadtsprecher erklärte. Seit Jahren gibt es viel Kritik an dem Bauprojekt, insbesondere wegen der lange fehlenden verlässlichen Kostenprognose.

Baupreise steigen kontinuierlich – vielleicht 2030 fertig

"Allein bis zum aktuellen Bezugszeitraum (2. Quartal 2026) beläuft sich die allgemeine Baupreisentwicklung seit der Erstellung der ursprünglichen Kostenberechnung im Juni 2018 auf plus 67 Prozent", heißt es in der Begründung des Werkausschusses. "Ergänzt man diesen Wert um die bis zur Fertigstellung der Baumaßnahme noch zu erwartenden Entwicklungen, so zeigt sich deutlich, dass die entstandenen und noch zu erwartenden Bauverzögerungen mit eine Hauptursache für die eingetretenen Kostenentwicklungen darstellen."

Das Theater, das in ein Staatstheater umgewandelt werden soll, wird seit etwa acht Jahren renoviert. Es wurde 1966 errichtet. Die neue kleine Spielstätte im Neubau mit 330 Sitzplätzen nahm im Dezember 2023 den Spielbetrieb wieder auf. Dagegen bleibt das Große Haus im Stammgebäude aufgrund der Bauarbeiten weiterhin geschlossen. Die Arbeiten wurden jahrelang unterbrochen, unter anderem weil das Planungsbüro gewechselt wurde.

Eigentlich wollte die Stadt als Bauherrin 2022 fertig sein. Nun steht Ende 2030 im Raum, sicher ist das jedoch nicht. Ein Großteil der Kosten wird nach ursprünglicher Planung vom Freistaat getragen. Den Rest übernehmen die Stadt, der Landkreis und der Bezirk sowie Stiftungen und Spender. Wie sich die Kosten mit der neuen Schätzung verteilen werden, bleibt unklar.