Das israelische Nachrichtenportal "ynet" veröffentlichte ein Video, das einen israelischen Passagier mit blutüberströmtem Gesicht zeigt, der direkt nach dem Vorfall an Bord spricht. "Wir haben die Terroristen überwältigt", sagte er. Die Landung stehe unmittelbar bevor. "Wir brauchen Hilfe."
"Schreie und Panik": Israelin beschreibt mutmaßlichen Anschlag
"ynet" berichtete, der tatverdächtige Co-Pilot stamme aus dem Oman. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Zunächst hieß es, der Pilot sei russischer und der Co-Pilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte mit, Berichte über einen russischen Piloten seien falsch. Die Airline habe bestätigt, dass kein russischer Staatsbürger an Bord war.
Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, dass unter den Passagieren große Angst herrschte und es "Schreie und Panik" gab. "Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie. Den Passagieren gehe es inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", fügte sie hinzu.
Eine weitere Israelin berichtete, sie habe Schreie gehört und viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht überleben würden."
In nur einer Minute: Flieger stürzt 4000 Meter ab
Ein Video zeigt die bangen Momente an Bord, als die Maschine in einen Sturzflug geriet. In dem in sozialen Medien geposteten Video sind verängstigte Passagiere und dramatische Szenen zu sehen. Laut Berichten stürzte der Flieger in etwa einer Minute rund 4000 Meter ab. "Was ist passiert?", fragt eine Frau im Video immer wieder auf Hebräisch und schluchzt verzweifelt. Über Lautsprecher wurden die Passagiere aufgefordert, sitzen zu bleiben.
Die israelischen Passagiere warteten Berichten zufolge am Nachmittag auf ihre Heimreise. Das Büro Netanjahus teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere zu gewährleisten.
Flydubai erklärte, zwei Maschinen seien nach Tabuk geschickt worden, um Passagiere und Crew auszufliegen. Ein weiteres Flugzeug landete planmäßig in Tel Aviv.
Israels Beziehungen zu den Golfstaaten
Die Emirate erkannten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens an und haben seitdem die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist bei Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Netanjahu war erst kürzlich auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sajid in die Emirate gereist.
Israel und Saudi-Arabien haben bisher keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch in einigen Bereichen zusammen. Eine Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren ein diplomatisches Ziel, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als unwahrscheinlich.
Das letzte Passagierflugzeug auf dem Weg nach Israel wurde 1972 entführt: Die Maschine der belgischen Sabena wurde von palästinensischen Terroristen gekapert. Nach der Landung stürmten israelische Spezialkräfte das Flugzeug und überwältigten die Entführer.
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