Kanzler Merz baut Bundesregierung um: Ein großer Verlierer steht schon fest

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Kanzler Merz verkündet einen Umbau der Bundesregierung- macht aber gleich klar, dass es noch weitere Wechsel geben soll. Der große Verlierer steht offenbar schon fest.

Update vom 24.07.2026: Verkehrsminister Schnieder soll offenbar gehen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Personalveränderungen in seiner Regierung angekündigt. "Es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben", sagte der CDU-Chef bei einem Pressestatement am Freitag (24. Juli 2026) im Garten des Kanzleramts. Darüber werde er zu gegebener Zeit informieren.

Zuvor hatte die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren hochrangigen Quellen der Union erfahren, dass sich Merz von seinem Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) trennen will. Nach dpa-Informationen soll der vorgesehene Nachfolger, der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, aber kurzfristig abgesagt haben.

Wer jetzt für den Posten infrage kommt, ist nicht bekannt.  Über diese Absage hatte zuvor das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Auch hochrangiger Posten im Kanzleramt soll neu besetzt werden

Die Ankündigung des Kanzlers, weitere Personalveränderungen vornehmen zu wollen, könnte sich also auf Schnieder bezogen haben. Dazu gibt es aber vom Kanzler selbst oder aus seinem Umfeld keinen Kommentar. Merz hatte bei der Vorstellung der anderen Personalentscheidungen keine Journalistenfragen zugelassen. Schnieder und Güntzler waren für Stellungnahmen zunächst nicht erreichbar. 

Wann Merz die weiteren Personalentscheidungen verkünden wird, ist noch offen. Nach Informationen der dpa könnte es auch weitere Veränderungen im Kanzleramt geben. Im Gespräch ist, dass die Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein abgelöst werden soll.

Merz sagte zu den von ihm in Aussicht gestellten weiteren Veränderungen, diese brauchten "nicht zuletzt angesichts der Sommerpause noch ein paar Tage und vielleicht auch mehr Zeit". Das entscheide er "ohne Zeitdruck und mit der gebotenen Sorgfalt und den Gesprächen, die dazu notwendig sind".

Mehr Geld gefordert

Schnieder, der Bruder von Ministerpräsident Gordon Schnieder, setzte durchaus Akzente bei der Bahn. Eine Schlüsselrolle bei der Sanierung soll die neue Bahnchefin Evelyn Palla spielen, die im vergangenen Jahr Nachfolgerin von Richard Lutz wurde. Noch immer aber sind viele Züge unpünktlich, bei der Sanierung hoch belasteter Strecken gab es Verzögerungen. 

Bei dem schuldenfinanzierten Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur liegt der Fokus darauf, das Schienennetz und Brücken zu sanieren. Für den Neu- und Ausbau von Autobahnen oder Bahnstrecken aber fehlen in den kommenden Jahren viele Milliarden - denn dafür kommt das Geld aus dem Kern-Bundeshaushalt, dessen Lage aber angespannt ist.

Für Aufsehen sorgten im vergangenen September Berichte aus dem Verkehrsministerium, dass es wegen Milliardenlücken zu Verzögerungen bei Neu- und Ausbauprojekten bei Autobahnen und Bundesstraßen kommen könnte. Für Bundesländer kursierten Listen, für welche Projekte genau keine Baufreigaben erteilt werden könnten - und in welchem Wahlkreis diese liegen. Nicht nur im Finanzministerium kam das nicht gut an. Die Spitzen der Koalition vereinbarten dann aber zusätzliche Gelder. Bundeskanzler Merz sagte: "Alles, was baureif ist, wird gebaut."

Ursprungsartikel vom 23.07.2026: Kanzler Merz schnürt großes Personalpaket

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schnürt nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn ein großes Personalpaket. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Union sollen am Donnerstagabend nach dem bereits verkündeten Wechsel von Kanzleramtschef Thorsten Frei an die Fraktionsspitze vier weitere Personalentscheidungen fallen.

Merz wird sie voraussichtlich am Freitagmorgen (24. Juli 2026) der Öffentlichkeit präsentieren.

Kanzler Merz schnürt großes Personalpaket

  1. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll auf den Posten von Frei im Kanzleramt wechseln.
  2. Für Warken soll CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann Gesundheitsminister werden.
  3. Linnemanns Posten als CDU-Manager soll die bisherige Schatzmeisterin der Partei, Franziska Hoppermann, übernehmen.
  4. Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (CDU), soll den Bund-Länder-Beauftragten Michael Meister im Kanzleramt ablösen.

Eine offizielle Bestätigung dafür gab es am Abend noch nicht. "Der Bundeskanzler wird die Personalentscheidungen bekanntgeben, wenn alle offenen Punkte geklärt sind", hieß es aus dem Umfeld von Merz.

Mit Hoppermann würde die CDU erstmals eine Generalsekretärin bekommen. Als Bundesschatzmeisterin arbeitete die 44-Jährige bislang eher im Hintergrund, war damit aber zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche künftige Pandemien vorzubereiten. 

Schon der Großvater war Bundestagsabgeordneter

"Schon als Kind habe ich meinen Großvater bewundert, der lange Jahre Bundestagsabgeordneter gewesen war", schreibt Hoppermann auf ihrer Internetseite. Politik sei immer ein großer, alltäglicher Bestandteil ihres Familienlebens gewesen. "Mir war früh klar, dass ich mich einbringen, mein Umfeld und das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten will." 

Hoppermann trat 1998 in die Junge Union und ein Jahr später in die CDU ein. Seit 2022 gehörte sie dem Bundesvorstand der CDU an. Als Julia Klöckner nach der Bundestagswahl im Februar 2025 das Amt als Bundesschatzmeisterin der CDU aufgab, weil sie Bundestagspräsidentin wurde, war Hoppermann die Wunschkandidatin von Merz für die Nachfolge. In ihrer Heimatstadt Hamburg ist sie Vorsitzende der Frauen Union. Von 2004 bis zum Einzug in den Bundestag 2021 machte sie Kommunalpolitik in der Bezirksversammlung Wandsbek.

Das Vorschlagsrecht für den Generalsekretärsposten hat in allen Parteien der Parteivorsitzende. Indem seine Wahl auf Hoppermann fiel, stärkt Merz die Frauen in der CDU, die dort sonst unter den Mitgliedern und in den Führungsgremien unterrepräsentiert sind. Hoppermann wird die erste Frau auf diesem Posten in der Geschichte der Partei sein.

Hoppermanns zweite große Leidenschaft nach der Politik ist die klassische Musik, wie sie im Internet schreibt. Schon mit vier Jahren begann die Mutter eines erwachsenen Sohnes demnach Klavier zu spielen, später kam das Cello hinzu. Sie nahm einige Jahre Gesangsunterricht und singt heute als Solistin, in kleineren Vokalensembles und größeren Kammerchören Gottesdienste und Konzerte. Mit der Doppelbelastung als Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretärin dürfte die Zeit dafür knapper werden.

Vorschaubild: © Sebastian Gollnow/dpa