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Gebrauchtes Wohnmobil oder Camper kaufen: Das musst du beachten

Ein neues Wohnmobil oder einen Camper zu kaufen, kann schnell sehr kostspielig werden. Mit einigen Tipps kann auch ein gebrauchter Wagen dein perfekter Camping-Begleiter werden.
Um etwas Geld zu sparen, bietet sich ein gebrauchter Wohnwagen an.
Um etwas Geld zu sparen, bietet sich ein gebrauchter Wohnwagen an. Foto: CC0 / Pixabay / Simon
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  • Wohnmobil-Kauf: Erste Tipps
  • Wichtig beim Kauf: Darauf solltest du achten
  • Unterhalt und Versicherung
  • Fazit

Sehnst du dich für deine nächste Reise nach besonders viel Freiheit, Natur und Abenteuer, kann ein Camping-Urlaub die richtige Wahl für dich sein. Um die Fahrt besonders kostengünstig zu gestalten, bietet sich ein gebrauchter Camper oder ein gebrauchtes Wohnmobil ein; einige Dinge solltest du vor dem Kauf jedoch unbedingt beachten.

Camping boomt: Erste Tipps für den Kauf eines gebrauchten Wohnwagens

Camping boomt: Laut Statista nannten 56,4 Prozent der im Jahr 2021 befragten Deutschen Camping als bevorzugte Urlaubsform. Das Institut für Demoskopie Allensbach zeigt auf, dass zwischen 2016 und 2022 ist der Anteil der Personen, die häufig oder ab und zu campen gehen, um 2,7 % gestiegen ist. Die hohe Nachfrage sorgt dafür, dass es mittlerweile laut PiN Camp, einer Website des ADAC, rund 3.000 Campingplätze allein in Deutschland gibt. Vor Beginn deiner Camping-Reise brauchst du aber den richtigen Wagen.

Wichtig zu bedenken ist, dass der Wertverlust von Wohnwagen oder Wohnmobilen deutlich geringer ist als jener von PKWs. Folglich musst du bei jüngeren, gebrauchten Wagen noch mit einem ordentlichen Preis rechnen. Die riesige Auswahl an verschiedenen Modellen macht es notwendig, dass du vorher einige Fragen für dich beantwortest: Mit wie vielen Personen bist du unterwegs, brauchst du viel Platz oder nicht, planst du eher kurze oder längere Reisen, wo möchtest du das Wohnmobil unterstellen, wie hoch ist dein Budget und welche Ausstattung und Zuladung ist dir wichtig? Bist du dir bei einigen dieser Fragen nicht sicher, könntest du auch erst einmal einen Wohnwagen mieten. So kannst du bequem austesten, ob der Wagen, den du dir ausgesucht hast, tatsächlich zu dir passt.

Der ADAC hat eine Checkliste für den Wohnmobil-Kauf zusammengestellt, an welcher du dich gut orientieren kannst. So gehst du sicher, dass du nichts vergisst. Du kannst dir die Liste entweder direkt am Smartphone ausfüllen oder sie ausdrucken und zum Händler mitnehmen.

Diese Aspekte solltest du beim Kauf beachten

Ein Aspekt, auf den du unbedingt achten solltest, sind Feuchtigkeitsschäden. Diese können gravierende Folgen wie eine Schimmelbildung oder faulendes Holz mit sich ziehen. Absichern kannst du dich, indem du nachfragst, ob die Feuchtigkeit regelmäßig geprüft wurde. Alternativ kannst du auch eine Dichtigkeitsprüfung machen lassen, bevor du den Wagen kaufst. Dass kein Feuchtigkeitsschaden vorliegt, solltest du dir unbedingt schriftlich im Kaufvertrag zusichern lassen. Neben der Absicherung, dass kein Feuchtigkeitsschaden vorliegt, solltest du auch nachfragen, wie hoch die maximale Zuladung des Wohnmobils ist. Bist du mit einem überladenen Wohnmobil unterwegs, kann dich dies sowohl im In- als auch im Ausland ein Bußgeld kosten.

Ein gebrauchtes Wohnmobil kannst du sowohl bei einem Händler, als auch privat kaufen. Entscheidest du dich für einen Kauf bei einem Händler, hast du den Vorteil, dass dieser ein Jahr für Sachmängel haften muss, sofern diese bereits bei der Übergabe vorlagen und du nicht informiert wurdest. Kaufst du ein neuwertiges Wohnmobil, sind die Preise in der Regel immer noch vergleichbar mit denen eines Neuwagens. Anders sieht es bei Fahrzeugen aus der Vermietung aus: Diese kannst du häufig sehr preisgünstig erwerben. Wichtig ist, dass du auf Schäden achtest und dir die Feuchtigkeitsprüfung sowie eventuell gewünschte weitere Aspekte wie eine Sonderausstattung oder eine Unfallfreiheit im Kaufvertrag verbindlich unterschreiben lässt. Versichere dich zudem, dass die letzte Hauptuntersuchung des Mietfahrzeuges pflichtgemäß innerhalb der letzten 12 Monate stattgefunden hat.

Kaufst du einen Wohnwagen von einer Privatperson, haftet diese*r in der Regel nicht für Sachmängel. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du dir auch hier alle Aspekte, wie eine Unfallfreiheit, keine Feuchtigkeitsschäden oder die Sonderausstattung, schriftlich bestätigen lässt. Gab es bereits Reparaturen, solltest du dich auch über diese informieren lassen. Prüfe zudem, wann die letzte Gasprüfung gemacht wurde. Sowohl beim Kauf von privat als auch beim Händler solltest du auf folgende Dinge beim Wagen achten:

  • Die Bremsen sollten sicher sein und die Reifen nicht älter als 6 Jahre.
  • Feuchtigkeits- und Hagelschaden sollten nicht bestehen.
  • Achte auf die Anhänge- und Stützlast sowie das Zug-Gesamtgewicht.
  • Schaue genau, ob Beschädigungen oder Abnutzungen vorliegen.
  • Frage vorher, ob der Wagen vorher bereits gefahren wurde und wofür er genutzt wurde.
  • Lüftungsöffnungen sollten beim Stauraum, den Staufächern und eventuellen Kleiderschränken vorhanden sein.
  • Lasse dir zusichern, dass die Gasanlage in einem sicheren Zustand ist.

Bist du dir unsicher bei der Entscheidung für ein Wohnmobil, kannst du beispielsweise auch einen Camper Check beim ADAC machen lassen. Der Wagen wird gründlich überprüft, sodass du anhand eines Prüfungsberichts alle wichtigen Details erfährst und entscheiden kannst, ob der Wagen der richtige für dich ist.

Unterhalt und Versicherung

Die Gesamtkosten bestehen nicht nur aus dem Kauf des Wagens selbst: es kommen die Versicherung, eine eventuelle Stellplatzmiete sowie Steuern hinzu. Wie für das Auto musst du auch für einen Wohnwagen Steuer und Haftpflichtpolice zahlen. Pro Jahr musst du hier mit Kosten von rund 100 Euro rechnen.

Alle zwei Jahre muss dein Wohnwagen zum TÜV; die jährlichen Wartungskosten solltest du also ebenfalls bedenken. Die Kosten hierfür belaufen sich laut dem ADAC auf etwa 120 bis 160 Euro. Je nachdem, ob du Platz im Garten hast oder nicht, musst du dich zusätzlich um einen Stellplatz kümmern, für den du fortlaufend zahlen musst.

Für die Versicherung musst du entscheiden, ob du eine Teil- oder eine Vollkasko sowie eine Campingversicherung abschließen möchtest. Einbruch, Feuer und Hagelschäden werden von der Teilkasko abgedeckt, während eine Vollkasko auch bei Unfallschäden, bei denen du der*die Verursacher*in warst, einspringt. Eine Campingversicherung empfiehlt sich vor allem dann, wenn du wertvolle Gegenstände im Wohnwagen hast. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Fernseher oder ähnliches handeln. Die Campingpolice versichert, im Gegensatz zu der Voll- oder Teilkasko, nicht nur Schäden an den fest eingebauten Bestandteilen, sondern auch solche am beweglichen Inventar oder dem Vorzelt.

Fazit

Es empfiehlt sich, vor dem Unterschreiben des Kaufvertrags eine Probefahrt zu machen. Kaufst du einen jüngeren, gebrauchten Wagen, wirst du aufgrund der Wertstabilität der Fahrzeuge nicht viel sparen können; doch es kann es sich lohnen, das Angebot zu prüfen und auch etwas älteren Fahrzeugen eine Chance zu geben. Vor dem finalen Kauf solltest du das Objekt gründlich abgecheckt haben. Ein Vergleich mehrerer Wohnwagen oder Camper kann dir helfen, den richtigen Wagen für deine Camping-Reise zu finden.