• Was ist die Treibhausgasminderungsquote?
  • Für welche Fahrzeuge ist der Handel möglich?
  • Wem kann ich meine Treibhausgasminderung anbieten?
  • Worauf muss ich bei der Auswahl des Anbieters achten?
  • Sind meine Einnahmen steuerpflichtig?

Gute Nachrichten für Besitzer*innen von Elektroautos: Seit dem 1. Januar können E-Fahrer*innen mit ihrem Fahrzeug Geld verdienen. Der Deal: Du verkaufst die eingesparten CO2-Emissionen an Kraftstoff produzierende Unternehmen, die es nicht selbst schaffen, die vorgeschriebene Senkung der Emissionen zu erfüllen. Dazu hat die Bundesregierung die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) weiterentwickelt. Diese ist bereits seit 2015 für Kraftstoffproduzenten bindend. Jetzt wurden die Verkehrsteilnehmer*innen einbezogen. Laut Verbraucherzentrale gilt die Regelung auch für elektrische Motorräder und E-Roller mit Zulassung, aber nicht für Hybridfahrzeuge.

E-Autos: Wie kannst du mit der THG-Quote Geld verdienen?

Um die THG-Quote zu nutzen, müssen sich laut Verbraucherzentrale Besitzer*innen eines Elektrofahrzeuges bei ihrem Stromanbieter oder einem speziellen Unternehmen anmelden, das die Anrechnung der THG-Quote abwickelt. Der Kontakt zwischen Kraftstoffproduzenten und Verbraucher*innen ist nicht vorgesehen. Das einzige, was du benötigst, ist ein Nachweis, dass ein E-Fahrzeug auf dich zugelassen ist. Belege für den genutzten Strommix oder die jährlichen Kilometer sind nicht nötig.

Die Anträge werden vom Umweltbundesamt (UBA) geprüft und zertifiziert. Daraufhin verkaufen die Zwischenhändler die gesammelten Zertifikate an die Kraftstoffunternehmen. Die Erlöse werden - in der Regel abzüglich einer Provision - an die Fahrzeugbesitzer*innen ausbezahlt. Für die Berechnung der THG-Quote wird ein Schätzwert herangezogen. Dieser beträgt derzeit 1.943 Kilowattstunden pro Jahr. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass du jährlich rund 350 Euro gutmachen kannst.

Dreh- und Angelpunkt sind die Zwischenhändler. Worauf du bei der Auswahl achten solltest, hat der  ACE (Auto Club Europa) in fünf Tipps zusammengefasst.

Tipp 1: Anbieter in Ruhe auswählen

Der Markt für den Quotenhandel entwickelt sich äußerst dynamisch: Regelmäßig kommen neue Anbieter mit anderen Vergütungsmodellen hinzu – tendenziell mit steigenden Zuschüssen.

Der ACE rät Verbraucher*innen sich Zeit zu nehmen, um den passenden Quotenhändler zu finden. Denn Eile ist nicht geboten: Die Meldung beim Anbieter kann bis Ende des Jahres 2022 erfolgen.

Aus diesem Grund sollten auch Anbieter, die eine deutlich kürzere Frist zur Meldung setzen, kritisch betrachtet werden.

Tipp 2: Allgemeine Geschäftsbedingungen lesen

Da sich die Konditionen beim THG-Quotenhandel von Anbieter zu Anbieter unterscheiden, rät der ACE vor Abschluss eines Vertrages dringend die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu lesen. So kannst du unseriöse Anbieter möglicherweise schon im Vorfeld identifizieren.

Vorsichtig sollten E-Auto-Besitzer*innen zum Beispiel bei besonders langer Vertragsbindung oder bei Festbeträgen sein. Es ist davon auszugehen, dass die Preise am Markt steigen. Bei solchen Angeboten profitieren von dieser Preissteigerung dann allein die Quotenhändler*innen.

Positiv zu betrachten sind Angebote, die eine Mindestauszahlung garantieren und einen zusätzlichen Gewinn anbieten. Händler*innen, die die Höhe ihrer Provision transparent machen, sind laut ACE ebenfalls als seriös zu bewerten.

Tipp 3: Nur Halter und Halterinnen profitieren

Die THG-Quote kann nur einmal pro Jahr geltend gemacht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fahrzeug gekauft, geleast oder finanziert wurde. Entscheidend ist, wer als Halter*in im Fahrzeugschein eingetragen ist. Nur diese Person erhält die Pauschale.

Achtung bei Gebrauchtwagen: Hat der oder die Vorbesitzer*in den Quotenschein bereits verkauft, kann dieser nicht noch einmal gehandelt werden. Im Zweifelsfall geben die AGBs darüber Auskunft, zu welchem Zeitpunkt ein Halterwechsel dem Anbieter mitgeteilt werden muss.

Wenn du dienstlich ein E-Auto fährst, kannst du ebenfalls vom THG-Quotenhandel profitieren - vorausgesetzt der oder die Firmenwagenbesitzer*in steht im Fahrzeugschein.

Tipp 4: Steuerfreibeträge beachten

Prämien aus dem THG-Quotenhandel sind nach derzeitigem Rechtstand gemäß Paragraf 22 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes bis zu einer Freigrenze von 256 Euro steuerfrei.

Wird dieser Betrag überschritten, unterliegt die Prämie der Steuerpflicht. Der ACE empfiehlt, sich rund um alle steuerlichen Fragen Rat von Expert*innen zu holen, beispielsweise von einer Steuerberatungskanzlei.

Was sich steuerlich in diesem Jahr ändert, erfährst du hier.

Tipp 5: Passende Konditionen finden

Die Ausschüttung unterscheidet sich laut ACE je nach Anbieter in Art und Höhe deutlich. Aktuell liegt der Bonus zwischen 250 und 400 Euro. Daher empfiehlt der ACE, sich vorher mit den Angeboten vertraut zu machen, um entsprechend den individuellen Anforderungen die besten Konditionen zu finden.

Unter den Anbietern sind auch einige Energiedienstleister, die den THG-Handel beispielsweise nur für ihre eigenen Stromkunden übernehmen. Auch die Form der Auszahlung unterscheidet sich: Einige Anbieter zahlen gar keinen Geldbetrag aus, sondern schütten die Prämie in Form von kostenlosem Ökostrom an die Kund*innen aus.

Je nach Region und Fahrzeug kann das einem Gegenwert von deutlich mehr als 300 Euro entsprechen. Manche pflanzen einen Baum oder spenden die erzielten Erlöse an eine gemeinnützige Organisation. Andere Quotenhändler wiederum bieten einen zusätzlichen Bonus an, wenn Freunde geworben werden, eine Wallbox vom selben Anbieter erworben wird oder sich für eine längere Vertragslaufzeit entschieden wird.

Worauf du achten solltest, wenn du den Stromanbieter wechseln willst und wie du sparen kannst, erfährst du hier.