• Senior*innen im Straßenverkehr und ihre Bedürfnisse an Autos
  • Die besten Autos für Senioren - laut ADAC
  • Tipps beim Autokauf

Ältere Menschen haben generell andere Bedürfnisse als jüngere, welche dann auch Einfluss auf die Wahl eines Autos im Altern nehmen. Doch worauf legen ältere Menschen bei der Auswahl ihres Autos besonders wert und welche Autos sind die besten Autos für Senioren*innen? Das hat der ADAC getestet.

Fahren im Alter: Senioren im Straßenverkehr und ihre Bedürfnisse

Nicht nur ein hoher Einstieg bei einem Auto scheint ein Kriterium von Rentnern und Rentnerinnen zu sein, auch eine aufrechtere Sitzposition wird häufig gewünscht. Mit dem Alter kommen nicht nur die ersten grauen Haare, auch ein körperlicher Abbau begleitet das Älterwerden in den meisten Fällen. Die Sinne lassen nach, was deutliche Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit mit sich bringen kann. Ältere Fahrer*innen gefährden sich im schlimmsten Fall nicht nur selbst, weshalb verpflichtende Fahrtauglichkeitstests häufig in der Diskussion sind. Eine freiwillige Überprüfung der eigenen gesundheitlichen Situation ist daher sinnvoll. Oft verläuft die Verschlechterung schleichend und wird nur am Rande wahrgenommen oder verdrängt. Krankheiten, die Einnahme von Medikamenten und sich verschlechternde Sinneswahrnehmungen beeinträchtigen das Fahren eines Fahrzeugs erheblich. Die DEKRA bietet deshalb einen sogenannten "Mobilitäts-Check" an, in welchem die Selbstüberprüfungspflicht aktiv und objektiv unterstützt wird.

Auch wenn die Gruppe der Rentner*innen häufig in die Kritik gerät, besonders viele Unfälle zu verursachen, so war jedoch im Jahr 2020 laut dem Statistischen Bundesamt die Gruppe ab 65 Jahren mit 17,5 Prozent eher der geringere Teil der Unfallverursacher. Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das es Rentnern verbietet, mit einem Kraftfahrzeug im öffentlichen Verkehr teilzunehmen. Weiterhin existieren keine Vorschriften, die Senioren dazu verpflichten, ihren Führerschein ab einem gewissen Alter abzugeben.

Falls man sich doch dazu entscheidet, den Führerschein abzugeben, so kann man dies bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde machen und eine Verzichtserklärung unterschreiben. Einige Städte oder Gemeinden bieten im Gegenzug dafür ein kostenloses Jahresticket für die öffentlichen Verkehrsmittel an, damit die Rentnern*innen auch weiterhin mobil bleiben können.

ADAC-Test: Die besten Autos für Senioren

Der ADAC hat mehrere Autos aus Sicht von Senioren*innen ausgewertet und eine Übersicht zusammengestellt, welche aktuell erhältlichen Neuwagen sich besonders gut an die Bedürfnisse älterer Autofahrer*innen anpassen und von diesen bevorzugt gekauft werden.

Doch worauf legen Senioren und Seniorinnen beim Autokauf überhaupt wert? Grundlegende Auswahlkriterien sind laut ADAC zum einen eine maximale Länge des Wagens von 4,50 Metern und eine Höhe von 1,50 Metern. Die Sitzhöhe sollte mindestens 47 Zentimeter betragen, die Ladekantenhöhe soll eine Höhe von maximal 77 Zentimetern besitzen. Die Anzahl der Sitzplätze sollte von vier bis fünf reichen. Die Bedienfreundlichkeit war ein weiteres und immer bedeutender werdendes Kriterium, daneben wurde noch die Möglichkeit einer Rundumsicht beurteilt. Weiter sollte die eigene Sicherheit immer im Auge behalten und die persönlichen Fähigkeiten nicht überschätzt werden.

Eines der beliebtesten Autos bei Senioren ist das kleinste Auto der Q-Serie von Audi. Der Audi Q2 überzeugte die Tester*innen aufgrund seiner guten Verarbeitung, angenehmen Platzverhältnissen in der ersten Reihe und der Rückbank, wo beispielsweise bis zu drei Enkelkinder Platz haben. Der Einstieg ist angenehm, die großen Türöffnungen bieten einen bequemen Ein- und Ausstieg. Auch der Kofferraum besitzt eine große Öffnung und der Stauraum ist ausreichend. Der modernisierte Innenraum besitzt ein aufgeräumtes Cockpit mit einer ansprechenden Bedienung der Grundfunktionen. Dazu kommt eine ausgewogene Federung und insgesamt ein hohes Sicherheitsniveau. Nachteilig fanden die Tester den hohen Anschaffungspreis (Das Basic Modell startet bei einer Summe von 26.700 €) und laute Abrollgeräusche.

Audi, VW, Seat - auch diese Modelle befürworten Senioren

Es folgt der Audi Q3, der im Vergleich zum Q2 größer und komfortabler ausgestattet ist. Ein weiteres beliebtes Auto bei Rentner*innen ist ein Kompakt-Van, der BMW 2er Active Tourer. Dieser bietet mehr Platz im Innenraum durch eine andere Motoraufteilung in Kombination mit kompakten Außenmaßen. Die Platzverhältnisse sind angenehm fur vier Erwachsene samt Gepäck. Eine längs verschiebbare Ruckbank mit einstellbarer Lehnenneigung, einem ausreichenden Stauplatz im Kofferraum und ein bequemer Ein- und Ausstieg bieten auch Senioren*innen den benötigten Komfort. Das adaptive Fahrwerk bietet eine komfortable Federung, die sich durch bequeme Sitze auch für längere Fahrten eignet. Durch die einfache Bedienung ist der Fronttriebler auch für ältere Menschen geeignet. Ein Nachteil ist auch hier der hohe Anschaffungspreis (ab 35.100 €) und eine begrenzte Rundumsicht.

Neben Audi und BMW stellt ein weiterer Hersteller beliebte Automodelle her, welche auch ältere Menschen bevorzugen. Der Citroën C5 Aircross, ist ein gemütlicher Kompakt-SUV, der eher durch Bequemlichkeit als durch Bedienungsfreundlichkeit punktet. Die variable Rückbank bietet ausreichend Platz, die Sitze sind überdurchschnittlich weit geschnitten und bequem. Das Fahrwerk bietet einen angenehmen Federungskomfort. Das digitale Kombiinstrument wirkt verspielt und unübersichtlich. Die Ladekante ist im Vergleich zu anderen getesteten Autos recht hoch und die Ladungsmöglichkeiten begrenzt.

Ein weiterer SUV, den Senioren und Seniorinnen bevorzugen, ist der VW T-Cross. Auf der Basis eines VW-Polos punktet der praktische Volkswagen. Die erhöhte Sitzposition, das gute Platzangebot, sowie die zahlreichen Assistenzsysteme mitsamt einer guten Lenkung erfreuen sich bei älteren Semestern hoher Beliebtheit. Die Inneneinrichtung ist sparsam gehalten und Extras sind gegen einen hohen Aufpreis möglich. Der VW T-Cross befindet sich auf Platz 13 der am häufigsten angemeldeten Automarken 2021 in Deutschland. 

Weitere attraktive Modelle für Seniorinnen und Senioren

Ein Auto, welches gerne von älteren Menschen gefahren wird, ist der Seat Arona. Auch aufgrund eines relativ günstigen Anschaffungspreises (ab 19.290 €), sowie geringer monatlicher Kosten, wird dieser Kleinwagen häufig verkauft. Die Verarbeitung ist gut, die einfache Lenkung präzise, die Sicherheitsausstattung gut und das Platzangebot mehr als ausreichend. Durch die einfache Bedienung kommen auch Rentnern*innen mit den elektrischen Eigenheiten zurecht. Das Fahrwerk ist ebenso angemessen, wie die Leistung des Benziners. Leider fällt das Urteil der ADAC Experten in Bezug auf den ADAC Ausweichtest ungenügend aus, da das ESP ein ausbrechendes Heck zu spät einfängt. Eine nur mäßige Geräuschdämmung zählt weiter zu den negativen Eigenschaften des Seat Aronas.

Ein weiteres Auto in der Kategorie "Seniorenfahrzeuge" hat ebenfalls eine mäßige Geräuschdämmung, dafür aber eine erhöhte Sicherheitsleistung durch eine kräftige Bremsanlage. Der Peugeot 3008 eignet sich gut für Senioren. Durch eine hohe Sitzposition ist ein angenehmer Ein- und Ausstieg problemlos möglich, die soliden Fahreigenschaften passen zu den Sitzen mit mittlerem Komfort. Das Kofferraumvolumen von 410 Litern bietet bei einer großen Laderaumöffnung genug Platz, das Raumangebot im Inneren nimmt jedoch von vorne nach hinten hin ab, auf der Rücksitzbank ist die Kopffreiheit beschränkter. Das relativ kleine Lenkrad ist gewöhnungsbedürftig, ermöglicht jedoch eine bessere Rundumsicht.

Eines der beliebtesten SUV Europas ist dagegen der Nissan Qashqai, ab 27.090 € erhältlich. Die serienmäßige Ausstattung mit LED-Scheinwerfern mit Kurvenlicht, ein ausgewogenes und sicheres Fahrwerk und ein guter Seitenhalt in den Sitzen, sorgen für eine gewisse Sicherheit. Der Nissan bietet ausreichend Platz für vier Erwachsene und Gepäck. Vor allem Senioren*innen bevorzugen den praktischen Ein- und Ausstieg. Das Raumangebot insgesamt ist in Ordnung. Die einfache Bedienung gleicht den hohen Geräuschpegel und die relativ schwachen Bremsen aus. Eines der seniorenfreundlichsten Autos, aber auch in der Anschaffung mit am teuersten, ist der kleinste der Mercedes SUV-Reihe, der Mercedes GLA. Der kompakte und sportliche Wagen bietet angenehmen Komfort und ein hohes Maß an Sicherheit. Die Bedienfreundlichkeit ist mittelmäßig, dafür gibt es eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, sichere Fahreigenschaften, einen guten Fahrkomfort, sowie gute Abgaswerte. Der Anschaffungspreis liegt deutlich über dem Durchschnitt, mit über 40.000 Euro ist der Mercedes sicher kein Schnäppchen.

Tipps beim Autokauf

Auch im Alter hat man bei Käufen die Qual der Wahl. Doch neben persönlichen und optischen Vorlieben sollten einige Tipps im Hinblick auf einen Autokauf speziell für ältere Menschen beachtet werden. Neben den gewohnten Vorzügen wie ein höherer Einstieg und einem übersichtlichen Blickfeld, sollten spezielle Aspekte wie Parksensoren, Rückfahrkameras oder Blind-Spot-Detektoren* für einen besseren Blick, berücksichtigt werden.

Kindersitze für die Enkelkinder sollten auch zu befestigen sein, ein Kinderwagen verstaubar. Die Bedienelemente sollten in geringem Radius gut erreichbar sein, die Gurte griffgünstig. Ein gekühltes Handschuhfach ist für einen eventuellen Medikamententransport nicht verkehrt. Eine einfache Handhabung der Smartphone-Anbindung und des Infotainment-Systems sollten, wenn möglich, das Angebot ergänzen. Ob man im Alter noch auf ein Automatikmodell umsteigen möchte, ist meist eine persönliche Entscheidung - bequemer ist ein Automatikfahrzeug mit Sicherheit. Eine Probefahrt ist obligatorisch und sollte mit entsprechend ausreichend Zeit eingeplant werden. Sicher fahren und Geld sparen? Das geht mit sogenannten Telematik-Tarifen bei Auto-Versicherungen.

Auch wenn sich die Fahrtüchtigkeit nicht am Automodell orientiert und sich nicht generell am Alter messen lässt, sondern individuell zu betrachten ist und die persönlichen Fähigkeiten des Verkehrsteilnehmers*nehmerin stets im Fokus stehen sollten, so ist immer auf Warnsignale zu achten und körperliche Schwächen ernst zu nehmen.

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