"Enormes Verlustrisiko": Betrugswelle bei Deutschlandtickets - WVV stellt Lastschriftverfahren ein

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Würzburg: Betrugswelle bei Deutschlandtickets - WVV stellt Lastschriftverfahren ein
Aufgrund einer Betrugsmasche bei Bezahlung des Deutschlandtickets bietet die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) aktuell kein SEPA-Lastschriftverfahren an.
Würzburg: Betrugswelle bei Deutschlandtickets - WVV stellt Lastschriftverfahren ein
Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) stellt vorübergehend das Lastschriftverfahren beim Deutschlandticket ein. Eine Betrugswelle bei den Fahrgeldeinnahmen veranlasse die WVV zu diesem Schritt.

Deutschlandweit kommt es aktuell zu einer Betrugswelle bei den Fahrgeldeinnahmen aus dem Deutschlandticket. Das berichtet die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV). Die Kriminellen nutzen hierbei gestohlene SEPA-Daten, heißt es.

Die WVV hat sich deshalb entschieden, für die Bezahlung von Deutschlandtickets vorübergehend keine neuen SEPA-Lastschriftverfahren anzubieten, um das Risiko, Opfer von Betrugsversuchen zu werden, zu minimieren. Zudem warnte die WVV vor einem "Stadtwerke-Trick" durch unseriöse Firmen.

Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH bietet kein Lastschriftverfahren mehr an - bei Deutschlandticket-Bezahlung 

Wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mitteilt, ist das aktuell häufigste Betrugsszenario im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket der Lastschriftbetrug beziehungsweise Dreiecksbetrug, heißt es in der Mitteilung. Hierbei erstellen Betrüger mit falschen oder gestohlenen Kontodaten ein Kundenkonto und erwerben für die eigenen Kunden das Deutschlandticket als Handyticket, so die WVV. Das werde dann entweder an die Kunden weitergeleitet oder diese holen sich das Ticket durch eine Abholfunktion selbst im Vertriebssystem ab.

Die Lastschrift platze beim Versuch, das Geld einzunehmen oder wird im Nachhinein zurückgezogen, wenn den echten Kontobesitzern die Abbuchung auffällt. "Für die Verkehrsbetriebe stellt dies ein enormes Verlustrisiko dar", erklärt die WVV. Auch wenn die Kundendaten, die in der WVVmobil-App gespeichert sind, nicht gefährdet sind, rät die WVV dennoch, bei unerklärlichen Abbuchungen für ein Deutschlandticket in jedem Fall die Polizei über einen eventuellen Betrugsversuch zu informieren und das Lastschriftverfahren zurückzunehmen.

Angebote im Internet, bei denen das Deutschlandticket zu "Schnäppchenpreisen" angeboten wird, seien dringend zu hinterfragen. Auch hier könne es sich um eine Betrugsmasche handeln. Aus Sicherheitsgründen bietet die WVV bei der Bezahlung des Deutschlandtickets vorübergehend keine neuen SEPA-Lastschriften an. Bereits abgeschlossene Lastschriftverfahren sowie die Bezahlung mit Kreditkarte und Paypal seien nicht betroffen. "Sobald die Sicherheit für neue SEPA-Lastschriften wieder gewährleistet ist, wird die WVV diesen Komfort für ihre Kundinnen und Kunden wieder anbieten", heißt es. Weitere Nachrichten aus Würzburg kannst du in unserem Lokalressort lesen.