Ein Einsatz der Polizei in Unterfranken hat für Diskussion im Nachgang gesorgt: Am Sonntagnachmittag wurden vier Streifenwagen inklusive Hundeführer und Hund nach Höchberg im Landkreis Würzburg entsandt. Dies berichtete die Polizei auch im Rahmen zahlreicher Einsätze, die sich um das Thema "Verstoß gegen Corona-Einschränkungen" drehten. Insgesamt waren am Sonntag 26 Einsätze wegen Verstößen notwendig, so der Bericht der Polizei. 

Der Grund für den Einsatz am Sonntag waren keine demonstrierenden Corona-Leugner, sondern 20 Kinder, die sich auf einem Kunstrasenplatz zum Fußballspielen getroffen hatten. Als die Polizei sich näherte, flohen einige Jugendliche in einen nahen Wald. Am Ende konnte die Polizei 14 Kinder und Jugendliche dingfest machen. Gegen acht Jugendliche und Erwachsene wurden Verfahren eröffnet. 

Einsatz der Polizei im Landkreis Würzburg soll nachbereitet werden

Im Nachhinein wurde über den Einsatz kontrovers diskutiert. Der Vater eines der Jugendlichen machte seinem Unverständnis auf Facebook Luft - sein 15-jähriger Sohn war unter den Zuschauern des spontanen und illegalen Fußballspiels. Der Mann stellte klar, dass er kein Kritiker der aktuellen Maßnahmen sei, aber den Einsatz für unverhältnismäßig hält. So gefährde die Polizei das Vertrauen der Menschen und gerade der Jugendlichen in diese Institution. Der Einsatz sei zwar im Prinzip in Ordnung gewesen, es hätten aber auch ein oder zwei Beamte gereicht, damit die Jugendlichen "die Hosen voll gehabt hätten". 

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte Michael Zimmer, Sprecher der Polizei Unterfranken, dass der Einsatz nun intern nachbereitet werde. Der Polizei sei ein Fußballspiel mit 14 Teilnehmenden und mit Zuschauern gemeldet worden - so sei die hohe Zahl der eingesetzten Beamten zu erklären. Bei der Nachbereitung werde sicherlich das Thema Augenmaß zur Sprache kommen, so Zimmer.

Auch auf Nachfrage von inFranken.de erklärte die Polizei, dass es allein aus der Meldung, die in der Einsatzzentrale einging, nicht ersichtlich war, wie viele Menschen und "welche Klientel" vor Ort waren. Bei jedem Einsatz müssen die Beamten individuell entscheiden, wie viele Leute losgeschickt werden. Geht zum Beispiel die Meldung über eine aggressive, bewaffnete Person ein, werden mehr Streifen alarmiert, als bei einem unbewaffneten Ladendieb.

Stellt sich vor Ort heraus, dass weniger Polizisten ausreichen, werden auch teils wieder Streifen abgezogen. Ob das beim Einsatz am Sonntag der Fall war, ist allerdings unklar. Der Hundeführer war jedoch nur "zufällig in der Nähe" gewesen, dadurch entstanden auch Berichte über Mannschaftswagen vor Ort - denn Hundeführer sind in der Regel mit einem VW-Bus unterwegs. Vonseiten der Polizei wurden allerdings nur vier reguläre Streifenwagen entsandt. 

Das Bußgeld, das droht, variiert stark: Die Höhe liegt zwischen 150 und 25.000 Euro und wird im Einzelfall von den betroffenen Landratsämtern geprüft und festgelegt.