Die 29 Jahre alte Erzieherin soll in einer Kindertagesstätte in der Nähe von Würzburg Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren genötigt haben, zu essen, bis sie brechen, und das Erbrochene selbst aufzuwischen. Ein Kind erlitt laut Polizei einen Bluterguss am Kopf, nachdem die Erzieherin es so am Arm aus einem hohen Bett gerissen haben soll, dass es stürzte. Außerdem wird der Betreuerin vorgeworfen, wiederholt Kinder in ein dunkles Zimmer gesperrt zu haben. Die Erzieherin hat sich der Polizei zufolge zu den Vorwürfen zunächst nicht geäußert.
Den Hinweis auf eventuelles Fehlverhalten bekamen die Behörden nach eigenen Angaben durch Eltern per E-Mail. Die Vorwürfe wurden laut Polizei durch die Zeugenaussage einer Kollegin erhärtet. Die 36 Jahre alte Kollegin gelte derzeit ebenfalls als Beschuldigte. Es werde geprüft, ob sie sich durch Unterlassen strafbar gemacht habe.
Ursprungsmeldung vom 15.04.2023: Gewalt in Greußenheimer Kindergarten?
Die Vorwürfe gegen eine Erzieherin eines Kindergartens in Greußenheim (Landkreis Würzburg) klingen schauerlich. Gegen sie als Hauptbeschuldigte ermittelt die Polizei derzeit wegen Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken gegenüber inFranken.de.
Gegen eine zweite Erzieherin liefen Ermittlungen wegen Unterlassung. Sie habe vor zwei Wochen ausgesagt - ein wichtiger Schritt für die Polizei.
"Die ersten Vorwürfe wurden bestätigt"
Seit Ende 2022 habe die Polizei Kenntnis über die mutmaßlichen Taten der Erzieherin. Zum einen gehe es um Körperverletzung: In der Krippe gebe es Gitter-Stockbettchen. Im oberen habe ein Kind gelegen, das die Erzieherin "nach der Schilderung am Arm gefasst und herausgezogen habe". Daraufhin sei es von "einer größeren Fallhöhe" auf den Boden aufgeschlagen. Zum Vorwurf der Nötigung sei geschildert worden, "dass die Erzieherin die Kinder so lange gefüttert habe, bis sie erbrochen hätten. Sie mussten es dann wohl auch selbst wegwischen", so die Polizei weiter.
"Der Vorwurf der Freiheitsberaubung wurde so geschildert, dass Kinder, die störten, in einen dunklen Raum gebracht wurden." Die Tür sei nicht verschlossen, aber zugemacht worden. Immer, wenn die Kinder versucht hätten, die Tür wieder aufzumachen, soll die Erzieherin diese wieder zugezogen haben, so die Schilderungen. Im Dezember 2022 seien die beiden Frauen von ihren Tätigkeiten im Kindergarten freigestellt worden. Anders als die nebenbeschuldigte Gruppenleiterin wolle die Haupttatverdächtigte sich nicht zu den Anschuldigungen äußern.
Laut Polizei habe der Kindergarten die Eltern im Dezember informiert, im Januar habe ein weiterer Infoabend im Beisein der Polizei stattgefunden. Die Polizeiinspektion Würzburg-Land habe Gespräche - unter anderem zu Prävention - angeboten.
Ermittlungen gegen Erzieherinnen laufen weiter - das sind die nächsten Schritte
"Aus den Gesprächen resultierten auch Zeugenvernehmungen, aber erst mit der Beschuldigtenvernehmung hat sich ein schlüssiges Bild ergeben. Die ersten Vorwürfe wurden dadurch bestätigt", fügt der Polizeisprecher hinzu.
Jetzt seien die Vernehmungen der Beschuldigten abgeschlossen. Die Ermittler versuchten, die angesprochenen Punkte "weiter zu überprüfen". Eventuell würden weitere Zeugen befragt. "
Wenn die Ermittlungen so weit abgeschlossen sind, wird es an die Staatsanwaltschaft übergeben, die dann prüft, wie das Verfahren weiterlaufen wird - ob es beispielsweise einen Strafbefehl oder eine öffentliche Verhandlung gibt", erfährt inFranken.de über den Fall der Gewalt am Greußenheimer Kindergarten zum Schluss.
(Vorschaubild: Christopher Schulz)