Für alle leidgeplagten Vorweihnachtsmuffel hat "Flyeralarm" in diesen Tagen geschenketechnisch natürlich auch etwas im Portfolio. Unter anderem kann man bei dem Würzburger Unternehmen Weihnachtskugeln, Getränkedosen und sogar einen Schlitten bestellen. Alle Produkte mit individuellem Motiv, versteht sich. Denn "Flyeralarm" bedruckt so ziemlich alles, was der Kunde wünscht.

Seit 2002 mischt die Firma die Druck-Szene auf. Mittlerweile zählt sie zu den führenden Online-Druckereien Europas und ist eines der größten deutschen E-Commerce-Unternehmen. Die Zahlen: Täglich werden aus drei Millionen Produkten durchschnittlich 15 000 Aufträge bearbeitet und über 20 000 Päckchen verschickt. Eine fränkische Erfolgsgeschichte. "Die Nachfrage war von Anfang an sehr groß. Deshalb sind wir auch so rasant gewachsen", sagt Dominik Schön, der als Mitglied der Geschäftsführung die komplette IT administriert.


Am Anfang war ein Magazin

Schön war praktisch von Anfang an dabei. Damals, als es "Flyeralarm"-Gründer Thorsten Fischer nicht mehr reichte, ein Würzburger Stadtmagazin zu leiten. Weil die Anzeigenkunden verstärkt auch nach Handzetteln und Flyern fragten, dachte sich Fischer irgendwann: Warum die Druckfläche nicht effizienter nutzen? Der Sammeldruck - platzsparende Anordnung möglichst vieler Druckaufträge - wurde immer weiter perfektioniert und auch heute noch weiterentwickelt. "Nach diesem Prinzip arbeiten wir immer noch", sagt Schön. Heißt: Aufträge werden wie Puzzleteile nebeneinander gelegt. "Übrig bleibt so wenig Freifläche wie möglich."

Circa 2000 Mitarbeiter erwirtschaften pro Jahr einen Umsatz von knapp 330 Millionen Euro. Tendenz steigend. Und das in einer Branche, von der man sagt, dass sie in der Krise steckt. Wie ist das möglich? Auch Schön hat vernommen, dass die Druckbranche in bestimmten Segmenten schrumpft. "Aber die Aufträge haben sich eben verschoben." Besonders im Werbebereich seien Printprodukte weiter gefragt. "Kunden wollten etwas in der Hand halten." Auch im Büchermarkt habe sich gezeigt, dass das e-Book das Papier nicht so einfach ersetzen wird.


Effizienter und mehr Produkte

In den nächsten Jahren will "Flyeralarm" deshalb weiter Druck machen. "Unseren Vorsprung wollen wir nicht nur halten, sondern weiter ausbauen. Es gibt noch viele Bereiche, in denen Wachstum möglich ist", sagt Dominik Schön. Unter anderem sollen weitere europäische Länder hinzu kommen und auch nach 14 Jahren könne man immer noch an der Stellschraube Effizienz drehen. Und natürlich an der Produktpalette: Aus drei Millionen Produkten können Kunden aktuell wählen. Mit dabei sind Klassiker wie Banner und Fahnen, aber auch Stifte, Süßigkeiten und Taschen.


Den fränkischen Wurzeln treu

Auch heute sind es immer noch hauptsächlich Geschäftskunden, die bei "Flyeralarm" bestellen. Gerade einmal acht Prozent wird von Privatpersonen geordert. Doch gerade die Möglichkeit, ein Produkt individuell zu gestalten, kommt bei den Kunden gut an. Auch hier ist der Wachstum messbar.

Egal, wie groß der Wachstum noch sein wird: "Flyeralarm" bleibt seinen fränkischen Wurzeln treu. Vier von sechs Produktionsorte findet man rund um Würzburg. Und das soll auch so bleiben. "Wir sind hier groß geworden. Eine Produktion im Ausland ist beispielsweise nicht geplant", sagt Schön.