Pünktlich zur Faschingszeit gibt es im Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg eine Sonderausstellung zum Thema: "Rhöner Masken - wild, verwegen und wunderschön".

Vor zwei Jahren gelang es dem Landkreis Rhön-Grabfeld mit Unterstützung des Bezirks und Nichtstaatlicher Museen eine private Maskensammlung aufzukaufen. Viele wertvolle und seltene Einzelstücke umfasst diese Sammlung, erklärte Dr. Astrid Hedrich-Scherf von der Kulturagentur. Aus der 29 Masken umfassenden Sammlung werden im Bruder-Franz-Haus gut die Hälfe ausgestellt, manche Masken werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Seltene Masken zu bewundern


Eine Seltenheit sei das "Schlappmaul", es ist die einzige Rhöner Maske mit beweglichem Unterkiefer. Die in der Ausstellung gezeigte Maske stammt aus der ersten Hälfe des 20.
Jahrhunderts, vermutlich aus der Zeit um 1930 und wurde von Edwin Eyring in Weisbach gefertigt. Wertvoll und selten sei auch die Maske des Hanswurst, die aus der Zeit um die Jahrhundertwende stammt.

Noch seltener seien allerdings die Masken des Mose und Aaron. Die im Bruder-Franz-Haus gezeigte Aaron-Maske stamme aus der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts. Wie Dr. Hedrich-Scherf erklärte, werde vermutet, dass diese Masken auf das Theaterstück "Der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten" zurückgehen. Judenfeindlich seien die Masken sicher nicht, das sei schon an der Schönheit der Figuren zu sehen.

Die größte Sammlung Rhöner Masken in Deutschland

Die aufgekaufte Privatsammlung, die einem Sammler in der hessischen Rhön gehörte, erweitere den Masken-Bestand des Landkreises. Es seien nun über 50 Masken. "Damit haben wir die größte Sammlung Rhöner Masken in Deutschland", so Dr. Hedrich-Scherf. Zu den seltenen Exponaten zählen auch Frauenmasken. Dieser Maskentypus sei in Oberelsbach entstanden, die ausgestellte Masken stammen aus der Zeit um 1910 bis 1913.
Eine interessante Männermaske, aus der Zeit um 1870 bis 1880, kommt aus dem Raum Bischofsheim, vermutlich aus dem Umkreis der Holzschnitzschule.

Auffallend sei die schmale Ausgestaltung der Maske, was aber typisch für die Erste Hälfe des 19. Jahrhunderts sei. Erst später wurden die Masken dann breiter.Ein ganz alter Maskentyp, vermutlich entstanden im Biedermaier, gehört ebenfalls zur Ausstellung. Es handelt sich um eine typische Bartmaske aus Oberelsbach, mit großzügig geschwungenem Zwirbelbart, wir sie von den Stroh- und Spannmännern getragen wird.

Einen anderen Typus Maske tragen die blaue Jöüden aus Weisbach. Die Bärte sind kürzer und gebogen, die Lippenformen sind schmal. Die gezeigten Masken stammen aus der Zeit um 1900 bis 1910. Zu sehen ist aber auch eine Maske aus 1920 und aus der Zeit zwischen 1960 und 1970.

Verwendung von Stroh typisch für die Masken

Ergänzt wird die Ausstellung durch den "Wille Jöüd" aus Wargoldshausen mit dem handgeflochtenen Strohhut. Überhaupt sei die Verwendung von Stroh ganz typisch für die Rhöner Maskerade, erklärte Dr. Hedrich-Scherf. "Die Menschen habe das genommen, was sie zur Verfügung hatten. Buchs, Stroh, Flachs, Leinen, ihre blaue Arbeitskleidung und Trachten. Sie waren recht erfinderisch wenn es darum ging sich zu verkleiden und unkenntlich zu machen." So haben die Strohmänner die blaue Arbeitskleidung mit Stroh dick ausgepolstert.

Trachten seien auch schon mal verkehrt herum angezogen worden oder wurden anders miteinander kombiniert. Der Hanswurst trat im Schlafanzug auf, womöglich auch noch verkehrt herum getragen.

Maria Lichtmess, der 2. Februar war der Startschuss für das Treiben der Masken. Lichtmess galt in der katholischen Kirche früher als Ende der Weihnachtszeit, die Krippe stand solange in der Kirche und den Häusern, und solange das Christkind im Kripple lag, hatten die Masken im Schrank oder der Truhe zu bleiben.

Maskenfastnacht am 16. Februar

Ergänzt wir die Ausstellung im Bruder-Franz-Haus durch Masken aus der Werkstatt von Robert Holzheimer (Schmalwasser), Edgar Vorndran (Leutershausen) und Ansgar Büttner (Wargolshausen). Die Organisation der Ausstellung übernahm gemeinsam mit Dr. Astrid Hedrich-Scherf Svea Horn vom Team des Bruder-Franz-Haus. Bis zum Faschingsdienstag ist die Ausstellung im Bruder-Franz-Haus zu sehen, täglich von 10 bis 16 Uhr.
Wer die Masken in Aktion sehen möchte, der ist am 16. Februar zur 2. Rhöner Maskenfastnacht nach Oberelsbach eingeladen. Das Konzept wurde in diesem Jahr verändert, es wird eine Bühne geben, so dass alle Besucher die Möglichkeit haben, die Masken zu sehen. Außerdem ist eine Ausstellung in der Elstalhalle vorgesehen und Verköstigung.