Anti-Corona-Folie made in Franken: Die Firma "jura-plast" aus Reichenschwand (Landkreis Nürnberger Land) hat eine Folie entwickelt, die Coronaviren laut eigener Aussage in wenigen Augenblicken beseitigt. Der große Vorteil: Sie lässt sich so gut wie überall anbringen - und eine immer wiederkehrende Desinfektion ist nicht notwendig. "Wir arbeiten in unsere Folie einen Wirkstoff ein, der Viren extrem schnell abtötet", sagt der Geschäftsführer der Firma, Jürgen Müller, im Gespräch mit infranken.de.

Der Wirkstoff stamme von einem Start-up dreier Kliniker, die ihn in langjähriger Forschung entwickelt haben. Durch die Zusammenarbeit der beiden Firmen seien komplett neue Möglichkeiten entstanden: "Die Folien sind nicht einfach nur beschichtet, sondern der Wirkstoff gehört dazu." Dadurch ergäben sich unzählige Einsatzmöglichkeiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 

Anti-Corona-Folien im Alltag einsetzbar

Als Beispiel führt Müller an: "Tische in Restaurants müssen aktuell ständig desinfiziert werden. Und selbst dann kann sofort wieder ein Virus draufkommen. Unsere Folie ist durch den Wirkstoff selbst-desinfizierend." Es reiche demnach, den Tisch einfach kurz mit Wasser abzuwischen. Weitere Einsatzgebiete könne sich der "jura-plast"-Geschäftsführer bei Türgriffen, Lichtschaltern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Treppengeländern vorstellen. Die Folie sei eine "Unterstützung im Hygienekonzept, damit wir schnell den Weg zurück in den Normalzustand finden können". 

Damit möglichst viele Menschen von dieser Funktion profitieren können, arbeiten Müller und sein Team aktuell daran, praktische und kostengünstige Vertriebswege zu finden. Am besten solle die Folie bereits nächste Woche online für die Öffentlichkeit erhältlich sein. "Besonders wichtig war uns bei der Entwicklung, dass die Folie erschwinglich bleibt." Rund zehn Euro werde der Quadratmeter Folie für den Endverbraucher kosten. Müller hofft daher, dass möglichst viele Unternehmen und Privatpersonen die neue Folie nutzen werden. 

Bei den Folien handle es sich um klassische Kunststoff-Folien aus Polyethylen, der mit dem speziellen Wirkstoff zusammengesetzt sei. Dies soll garantieren, dass das Produkt lang nutzbar ist. Aktuelle Tests hätten ergeben, dass die Folie garantiert 30 Tage funktionsfähig ist. Zudem sollen in "zehn Minuten mehr als 90 Prozent aufgebrachter SARS- CoV-2-Viren und mehr als 95 Prozent multiresistenter Krankenhauskeime unschädlich gemacht" werden, heißt es in der Produktbeschreibung.

Derzeit seien schon weitere Test am Laufen, die auf 60 Tage Haltbarkeit ausgelegt sind, erklärt der Geschäftsführer. Zusätzlich werde die Folie aktuell vom IBFE-Institut für Biotechnische Forschung und Entwicklung getestet. "Das Institut ist auf den Umgang mit dem Sars2-Virus spezialisiert. Aber die Folie könnte auch gegen viele weitere Krankenhauskeime helfen", hofft Müller. 

Langjährige Erfahrung machte Entwicklung erst möglich

Auch das Thema Nachhaltigkeit hatten die Entwickler von "jura-plast" im Kopf: Die Folien seien ohne Probleme recyclingfähig und könnten jederzeit über den normalen Plastikmüll entsorgt werden. Dabei haben die Mitarbeiter der Firma auf ihr langjähriges Knowhow zurückgegriffen. "Seit über zehn Jahren beschäftigen wir uns mit Schutz- und Klebefolien." Nur durch diese Erfahrung sei es möglich gewesen, den einzigartigen Wirkstoff in die Folie einzuarbeiten und ein praktisches Produkt anzubieten.

Die große Hoffnung des Geschäftsführers: "Mit der Folie möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass wir schnell wieder zurück in die Normalität finden. Dass es endlich wieder schöner wird."

Außergewöhnliche Erfindung in Zeiten von Corona: Anstatt auf der faulen Haut zu liegen und zu Trübsal zu blasen, haben zwei fränkische Whisky-Brenner aus der Corona-Not eine Virus-Tugend gemacht. Mit ihrem antiviralen Genuss-Hygienespray wollen Max und Reinhard Engel aus Nürnberg eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Desinfektionsmitteln bieten.