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Wirtschaft

Nürnberger Friseur in der Corona-Krise: „Regeln und Ausgangssperren trafen uns hart“

Seit über einem Monat schon stehen Wirtschaft und öffentliches Leben in Deutschland still. Auch das Friseurhandwerk traf die Corona-Pandemie mit voller Wucht. Viele Friseure müssen um ihre Existenz bangen. Wie schlimm ist die Situation für sie? Ein Nürnberger Friseur gibt einen Einblick.
 
Foto: Da Salva Facebook (Friseur Nico)
Friseure während der Corona-Krise: "Die Regeln und Ausgangssperren trafen uns hart", sagt Erkan Kaya vom Nürnberger Friseursalon "Da Salva". Foto: Da Salva Facebook (Friseur Nico)

Während viele Läden in Deutschland seit dem 27. April wieder öffnen dürfen, müssen sich Friseure noch ein wenig gedulden. Für sie geht es erst am 4. Mai wieder los. Endlich. Denn viel länger hätten es viele Friseursalons nicht mehr ausgehalten, glaubt auch der Leiter des Nürnberger Friseursalons „Da Salva“, Erkan Kaya.

„Die Regeln und Ausgangssperren trafen uns hart - nicht nur den Salon, auch die Mitarbeiter. Und mental war es eine schwere Zeit“, erklärt Kaya in einem Gespräch mit inFranken.de. Man habe sich dank 7000 Euro Soforthilfe und Kurzarbeiterhilfe über Wasser halten können. Viel länger wäre es aber wohl nicht gutgegangen, mutmaßt er. 

Friseur in Nürnberg: Gutschein-Aktionen statt Haare schneiden

Zudem boten Salvatore Bellopede, Inhaber des Geschäfts, und sein Team Gutscheine an, um mittelfristig Geld in die Kasse zu bekommen, das aufgrund der Corona-Krise ausblieb. „Wir haben uns ein paar Gedanken gemacht, was wir denn Gutes tun können in dieser momentanen Lage“, erklärt Bellopede auf Instagram.

Mithilfe einer Gutschein-Aktion wolle man nicht nur dem Salon helfen, sondern gleichzeitig Spenden für Unicef sammeln. Pro verkauftem Gutschein würden zehn Prozent an Unicef gehen. „Die Welt haben wir nicht verkauft“, erklärt Kaya, „Aber es waren immerhin elf bis zwölf Gutscheine. Und wir sind für jeden verkauften Gutschein sehr, sehr dankbar. Genauso auch für die Hilfen vom Staat.“

Friseure und Corona: Wie geht es weiter? 

Nach sechs Wochen Corona-Schließung dürfen auch Friseurbetriebe am 4. Mai also wieder aufmachen. Für viele Friseure eine große Erleichterung. Doch die Wiedereröffnungen bringen auch viele neue Regeln mit sich – auch bei Da Salva. Getränke und Zeitschriften könne man dann nicht mehr anbieten, auch Begleitungen seien künftig Tabu.

Außerdem gehören ab sofort auch Mund- und Nasenschutz sowie Händedesinfizieren zum Friseurbesuch. „Wir haben für unsere Kunden Desinfektionsmittel und Schutzmasken bereitgestellt. Die können sie hier kaufen, falls sie keine eigenen dabeihaben“, so Kaya. Schutzmasken mit dem eigenen Logo seien bereits auf dem Weg.  Zudem werde in Zukunft in zwei Teams gearbeitet, um größere Ansammlungen zu vermeiden. Ein Team bestehe aus etwa vier Friseuren. Vier bis fünf Kunden könne man dann gleichzeitig bedienen. 

In der Nürnberger Innenstadt stellte die Polizei vor Kurzem fest, dass ein Friseur sein Geschäft trotz des aktuell geltenden Verbots geöffnet hatte. Auf den Inhaber kommt nun Ärger zu - und nicht nur auf ihn.