Das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat hat die Auswertung „Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2022“ veröffentlicht. Wie die Stadt Nürnberg erklärt, biete die jährlich erscheinende Online-Broschüre einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Daten und Indikatoren zum Wirtschaftsstandort und informiere darüber, wie sich Nürnberg entwickelt und im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte positioniert.

Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas: "Auch wenn sich Corona weiterhin auswirkt, vor allem im Dienstleistungssektor, ist der Wirtschaftsstandort Nürnberg wieder deutlich auf Erfolgskurs. Die Beschäftigtenzahlen steigen, die Arbeitslosenzahlen sinken und der Bestand an offenen Stellen liegt inzwischen sogar über dem Vorkrisenniveau. Dies ist auch ein Zeichen für die hohe Resilienz unseres Standorts. Allerdings bleiben die Herausforderungen groß: Transformation der Automobilindustrie, Probleme bei den Lieferketten, die Chip-Krise und steigende Energiepreise. Auch der Krieg in der Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft."

Nach kurzzeitigem, coronabedingten Absinken der Beschäftigtenzahlen fand laut Auswertung im Jahr 2021 wieder eine deutliche Gegenbewegung statt. Mit 312.129 Beschäftigten (Stand: Juni 2021) gingen nahezu wieder so viele Menschen im Stadtgebiet Nürnberg einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach wie vor der Corona-Krise. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs Nürnbergs Wirtschaft demnachum 3035 Beschäftigte.

Im Dezember 2019, also kurz vor der Pandemie, lag die Arbeitslosenquote bei 4,9 Prozent – der niedrigste Wert seit 28 Jahren. Im Jahr 2020 stieg die Quote an. Inzwischen sei die Zahl nahezu auf das Vorkrisenniveau gesunken. Im Dezember 2021 waren demzufolge 15.991 Menschen in Nürnberg arbeitslos gemeldet, das entspreche einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 14,4 Prozent zum Vorjahr. Im bundesweiten Vergleich der großen Städte mit mehr als 350.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nehme Nürnberg eine "hervorragende Position" ein und habe nach München und Stuttgart die drittniedrigste Arbeitslosenquote.

Ende 2021 waren der Arbeitsagentur für das Stadtgebiet Nürnberg 6.914 zu besetzende sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote gemeldet, heißt es. Das seien 42,2 Prozent mehr offene Stellen, als auf dem Höhepunkt der Krise im Jahr 2020, und 5,6 Prozent mehr als zum Vorkrisenjahr 2019.

In Nürnberg werde ein überproportional hohes Bruttoinlandsprodukt (BIP) erzeugt. Obwohl Nürnberg nach Bevölkerungsgröße die 14.-größte Stadt Deutschlands ist, liege es mit einem BIP von 32,3 Milliarden Euro an 9. Stelle der 20 größten deutschen Städte. Größenbereinigt in der Pro- Kopf-Betrachtung erreiche Nürnberg mit einer erwirtschafteten Leistung von über 62.000 Euro je Einwohnerin und Einwohner Rang 7 der 20 größten deutschen Städte.

Das verarbeitende Gewerbe sei für Nürnberg von hoher Bedeutung. 14,5 Prozent aller Nürnberger Beschäftigten seien in Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes tätig. Im Vergleich der 20 größten deutschen Städte liege Nürnberg dabei über dem Durchschnitt und gehöre zum oberen Drittel.

Nürnbergs Anteil an Beschäftigten in wissensintensiven Industriebranchen an den Gesamtbeschäftigten im verarbeitenden Gewerbe liege deutlich über dem Durchschnitt. Im Stadtgebiet arbeiteten über 69 Prozent der Beschäftigten des verarbeitenden Sektors in wissensintensiven Branchen. In den anderen großen deutschen Städten betrage dieser Anteil durchschnittlich 61 Prozent, in Deutschland rund 45 Prozent.

10,5 Prozent aller Nürnberger Beschäftigten seien in den zukunftsweisenden Branchen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (IKT) tätig. Nürnberg teile sich im Vergleich der großen deutschen Städte zusammen mit München und Bonn damit einen der Spitzenplätze.

Die Broschüre „Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2022“ mit weiteren Informationen und grafisch aufbereiteten Daten gibt es zum Download unter https://www.nuernberg.de/internet/wirtschaft/positionsbestimmung.html.