Nürnberg
Ausstellung

"Weiß nie, wie es nächstes Mal sein wird": Künstlerinnen zeigen Menstruations-Ausstellung in Nürnberg

Die weibliche Menstruation ist noch immer ein großes Tabu-Thema. Zum internationalen Menstruationstag eröffnete in Nürnberg nun eine Ausstellung zu dem Thema - mit starker Message.
 
Die Künstlerinnen vor der Roten Galerie. Von rechts nach links: Olga Komarova, Polina Pravdikova, Elizaveta Shlosberg und Lisa Milyukova Foto: Michael Ziegler
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  • Ausstellung mit Thema "Menstruation" startet in Nürnberg
  • Am 28. Mai ist internationaler Tag der Menstruation
  • Ausstellung in der "Roten Galerie" soll über Tabu-Thema aufklären

Am 28. Mai ist der internationale Menstruationstag. Noch immer ist die Menstruation in der Gesellschaft ein Tabu-Thema. Obwohl die Hälfte der Bevölkerung davon "betroffen" ist, wird die Menstruation öffentlich kaum behandelt. Fünf Künstlerinnen aus Nürnberg sprechen das Thema in einer Ausstellung jetzt offen an. 

Ausstellung über Menstruation in Nürnberg: "Unangenehmes Thema"

Pünktlich zum internationalen Menstruationstag am 28. 05.2021 begann die Ausstellung. Bis zum 27. Juni kann man in der Roten Galerie in Nürnberg die Werke der fünf Künstlerinnen des Artischocken-Kollektivs bestaunen. "Wir sind super happy mit der Ausstellung", berichtet Michael Ziegler, Vorsitzender der Karl-Bröger-Gesellschaft, inFranken.de. Jede Künstlerin präsentiert das Thema Menstruation in ihrem eigenen Stil.

Polina Pravdikova, Illustratorin und Designer in aus Nürnberg, stellt filigrane Textilobjekte dar. Unter dem Motto "fragile" soll damit die eigene Zerbrechlichkeit und Sensibilität während der Zeit der monatlichen Blutungen zum Ausdruck gebracht werden. 

Die zweite Künstlerin, Elisaweta Sliwinska, ist seit circa zehn Jahren im Fachbereich Design beschäftigt. "Menstruation ist immer noch ein in der Gesellschaft unangenehmes Thema. Es führt dazu, dass sogar viele Frauen immer noch nicht wissen, was tatsächlich mit dem Körper passiert. Scham und Tabus sind fest damit verbunden". Ihre Illustrationen sollen Fragen aufwerfen: "Was fühle ich, wenn ich an Menstruation denke? Ist es mir unangenehm darüber zu sprechen? Warum eigentlich?“

Schmerzen der Menstruation: Viele Dinge bleiben hinter den Kulissen

Elizaveta Shlosberg hat Design an der Technischen Hochschule Nürnberg mit Schwerpunkten Grafikdesign, Fotografie und Film studiert. Sie arbeitet als Designerin und leitet ehrenamtlich das Theaterstudio ArtiLife des ArtiSchocken-Kollektivs. Mit ihrer Video-Performance will sie darauf aufmerksam machen, wie Euphemismen die Menstruation im Alltag tabuisieren. "Wikipedia sagt: Euphemismus: Substantiv, maskulin [der] beschönigende, verhüllende, mildernde Umschreibung für ein anstößiges oder unangenehmes Wort. Ca. 5000 Euphemismen gibt es für das Wort Menstruation bzw. Periode alleine in zehn Sprachen." 

Die Künstlerin Lisa Milyukova schloß ihr Studium an der HfM Nürnberg in den Fächern Musikpädagogik/Klavier und Master Konzertpianistin ab. Ihr Lied hebt die schmerzhafte Seite der Menstruation hervor: „Jeden Monat habe ich starke Periodenschmerzen und gehe an solchen Tagen ohne die Schmerztabletten nicht aus dem Haus. Ab und an sind diese Schmerzen so stark, dass ich zum Arzt muss, um mich von der Arbeit befreien zu lassen, obwohl ich gesund bin", kommentiert sie ihre Arbeit.

"Ich weiß nie, wie es nächstes Mal sein wird: Manchmal hilft Rotwein, manchmal Ibuprofen, manchmal muss ich ins Krankenhaus. In dem Lied, was ich singe, geht es eigentlich gar nicht um mein Unterleibsleid, sondern um viele weitere Dinge, die aus bekannten Gründen meistens hinter den Kulissen bleiben.” Olga Komarova hat Design an der Technischen Hochschule Nürnberg mit Schwerpunkten Foto und Film studiert. Ihre Fotografien sind Teil ihrer eigenen Selbsttherapie: "Ich habe jahrelang meine Menstruation als eine Art körperlichen Fehler wahrgenommen, bis mir vor 2 Jahre eine Freundin eine Menstruationstasse geschenkt hat. Das hat meine Wahrnehmung der Menstruation und mich selbst als Frau stark verändert."

Ausstellung über Menstruation in Nürnberg: Öffnungszeiten und mehr 

Die Ausstellung kann bis zum 27. Juni zwischen 18 und 20 Uhr kostenlos in der Roten Galerie in Nürnberg besucht werden. Am letzten Ausstellungstag werde es dann eine Abschlussfeier geben. "Wir hoffen, dass bis dahin einige weitere Lockerungen eingetreten sind und wir feiern können", so Michael Ziegler. Und er kündigt noch ein weiteres Highlight an: "Lisa Milyukova wird dann bei dieser Veranstaltung auch live singen."

Aktuell ist eine Terminvereinbarung gemäß den aktuellen Hygieneverordnungen noch zwingend nötig. Wer die Galerie besuchen möchte, kann eine E-Mail mit Datum und der gewünschten Uhrzeit an info@artischocken-nuernberg.de schreiben. 

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