Müllmänner in Nürnberg wollen ab Donnerstag (1. Oktober 2020) streiken: Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ergebnislos geblieben ist, ruft ver.di zu Warnstreiks in Nürnberg auf. Das berichtet die Gewerkschaft.

"Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten ist bislang nichts zu spüren. Die Arbeitgeberseite hat bislang kein Angebot vorgelegt", erklärt ver.di in einem Statement. Erst am Dienstag hatte es einen großen Streik im ÖPNV gegeben. Dieser sorgte für chaotische Verhältnisse in Franken.

Müllabfuhr-Streik in Nürnberg: Diese Abholungen sind betroffen

An den Tagen des Streiks, Donnerstag (1. Oktober 2020) sowie Freitag (2. Oktober 2020), erfolgt keine Abholung und Leerung der Rest- und Bioabfallbehälter. Die Abfuhr wird dafür in der darauffolgenden Woche nachgeholt.

Auch geplante Sperrmüllabholungen werden neu vereinbart. Sollte mehr Müll anfallen, als in die Tonnen passt, ist es erlaubt, Säcke neben die Behälter zu stellen.

Geschlossen werden die Reststoffdeponie Süd im Marthweg 201 und die Gartenabfallsammelstellen in der Willstätterstraße 85 und der Otto-Kraus-Straße 10. Die Wertstoffhöfe hingegen bleiben normal geöffnet.

Nürnberger Müllmännern fehlt Wertschätzung

Verschärft würde der Konflikt durch die Arbeitgeberseite - weil diese eine "ablehnende Haltung" zeige. Die Antwort kommt jetzt auch von den Beschäftigten: "Noch vor Monaten hat man den Kolleginnen und Kollegen der Abfallwirtschaft Applaus geklatscht, doch davon kann keiner der Beschäftigten seine Miete bezahlen".

Die Müllmänner konnten während der Corona-Krise in Nürnberg nicht von zu Hause aus arbeiten. Damit seien die Arbeitnehmer der Abfallwirtschaft systemrelevant, weil sie  dafür Sorge getragen, dass der überproportional angefallene Hausmüll "ordnungsgemäß und regelmäßig abgeholt wurde", so die Gewerkschaft.

Kritik übt ver.di vor allem an der fehlenden Wertschätzung in Form von angebotslosen Verhandlungen. "Deswegen wird der Abfallwirtschaftsbetrieb Nürnberg am Donnerstag (1. Oktober) sowie am Freitag (2. Oktober) ganztägig bestreikt".    

Das sind die Forderungen 

Ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4, 8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt. 

Auch in Coburg wurde gestreikt: Hier gingen die Busfahrer auf die Straße - fürs Klima solidarisierten sie sich mit Fridays for Future.