Müll-Flut in Nürnberg - Stadt-Personal im Dauereinsatz: Wenn die ersten Frühlingstage kommen und das Wochenende naht, haben Nürnbergs Plätze und Grünanlagen Hochkonjunktur. Jeder möchte raus an die frische Luft und die Sonne genießen. Volle Parks bedeuten für den Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) aber auch übervolle Papierkörbe. Am vergangenen Wochenende (20. bis 21. Februar 2021) sammelten die Mitarbeiter von Sör und Noris-Arbeit allein in der Altstadt und rund um den Hauptbahnhof rund eine Tonne Verpackungsmüll ein.

Bürgermeister und erster Sör-Werkleiter Christian Vogel äußert sich wie folgt zur Müllproblematik: "'Vom Eise befreit sind Strom und Bäche', so beginnt Goethes Osterspaziergang. Bei den Nürnberger Straßenreinigern müsste es wohl eher heißen: 'Von Müll befreit werden Park und Plätze.' Noch vor wenigen Jahren haben unsere Gärtnerinnen und Gärtner ab Ende Februar damit begonnen, Pflegearbeiten in den Parks durchzuführen. Daran ist momentan nicht zu denken, weil alles verfügbare Personal im Dauereinsatz gegen die Müll-Flut ist." Trotzdem sei es kaum möglich, diese zu bewältigen. Bei Sör-Servicetelefon gingen derzeit viele Beschwerden über die Situation ein, heißt es weiter.

Nürnberg: Bürgermeister mit eindringlichem Appell

"Ich kann verstehen, dass die Sehnsucht nach frischer Luft, Sonne und Wärme nach einem langen Corona-Winter groß ist. Wir alle wünschen uns ein Stückchen Normalität in dieser anstrengenden Krisenzeit", zeigt Vogel sich verständnisvoll. "Durch die Corona-Einschränkungen fällt mancher Kurzurlaub und Ausflug aus. Dadurch erhöht sich auch der Druck auf unsere Grünanlagen. Umso wichtiger ist es aber, dass wir pfleglich mit den vielen schönen und attraktiven Orten in unserer Stadt umgehen. Wie der Name schon sagt, ist der öffentliche Raum für alle Menschen da. Das ist ein sehr wertvolles Gut. Gehen wir sorgsam damit um", lautet Vogels eindringlicher Appell. "Es ist in unser aller Interesse."

Dazu komme, dass angesichts der Witterung auch eine große Versuchung bestehe, im Freien zu grillen. Grundsätzlich darf jedoch nicht in den Grünanlagen, sondern nur auf den sieben offiziell ausgewiesenen Grillplätzen gegrillt werden. Allerdings ist zurzeit auch dort das Grillen aufgrund der nach wie vor geltenden 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) verboten. Schilder an den offiziellen Grillplätzen weisen auf die Sperrung der Plätze hin.

Vogel appelliert: "Gerade das Grillen lädt zum geselligen Beisammensein ein. Momentan ist es jedoch das Gebot der Stunde, Kontakte zu reduzieren und Abstände einzuhalten. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger eindrücklich, sich zum Wohle der gesamten Stadtgesellschaft auch weiterhin an diese Regeln zu halten.“

Zu Hause auf Mülltrennung achten

Zu Hause sollte man indes auf Mülltrennung achten. Papier, Karton und Taschentücher kann man einfach in die Papiertonne werfen - oder etwa nicht? Viele Produkte aus Papier wandern ins Altpapier, obwohl sie dort gar nicht hingehören. inFranken.de klärt über beliebte Recycling-Fehler auf.