Circus Krone kommt nach Nürnberg: Tierschützer planen Protestaktion zur Premiere

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Auf Tuchfühlung mit einem Löwen: Raubtier-Dompteur Martin Lacey jr. an seinem Arbeitsplatz. Pressefoto: Circus Krone
Auf Tuchfühlung mit einem Löwen: Raubtier-Dompteur Martin Lacey jr. an seinem Arbeitsplatz. Pressefoto: Circus Krone

Nach fünfjähriger Abwesenheit schlägt der Circus Krone seine Zelte wieder in Nürnberg auf. Vom 2. bis 21. Oktober 2019 macht der Zirkus auf seiner Deutschland-Tournee Halt auf dem Nürnberger Volksfestplatz. Kritik gibt es jedoch von Tierschützern.

Circus Krone zu Gast in der Frankenmetropole: Zwischen dem 2. und 21. Oktober 2019 präsentiert der Zirkus sein neues Programm "Mandana " auf dem Nürnberger Volksfestplatz.

100 Jahre Zirkusgeschichte

Mit seinem aktuellen Programm "Mandana - Circuskunst neu geträumt" erzählt das Münchener Familienunternehmen laut Ankündigung "eine märchenhafte Geschichte mit viel Humor", die wichtige Etappen der über 100-jährigen Zirkusgeschichte aufgreift. Im Zentrum des Geschehens steht die Pferdeprinzessin Mandana (gespielt von Krone-Chefin Jana Mandana Lacey-Krone), die sich auf die Suche nach dem Löwenprinzen begibt.

Inszeniert wird die Darbietung vom mehrfach preisgekrönten Regisseur Bence Vági, der mit seiner Choreografie die Historie des Zirkusunternehmens neu zum Leben erwecken will. Durch die Vorstellung führen unter anderem Artisten und Akrobaten, die auf den Zirkusfestivals in Monte Carlo, Budapest und Moskau als Beste ihres Fachs ausgezeichnet wurden.

Kritik von Tierschützern

Die Hauptrolle nehmen aber vor allen Dingen tierische Akteure ein: Neben Pferden stehen insbesondere die Löwen und Tiger von Dompteur Martin Lacey im Blickpunkt. Dies wiederum dürfte verstärkt Tierschützer auf den Plan rufen. In der Vergangenheit wurde dem Zirkus wiederholt eine nicht artgerechte Tierhaltung vorgeworfen.

So unterstellt die weltweit größte Tierrechtsorganisation, PETA, auf ihrer deutschen Webseite dem Circus Krone, seit Jahren immer wieder wichtige Tierschutzbestimmungen zu missachten. Das Münchner Unternehmen stehe an der Spitze einer tierquälerischen Form der Unterhaltung, heißt es weiter.

Protestaktion in Nürnberg geplant

Zum Gastspiel von Circus Krone in Nürnberg hat die "Aktionsgruppe Tierrechte Bayern" für die Premiere am 2. Oktober eine Protestaktion angekündigt. Der Verantwortliche Simon Fischer erklärt, dass sich die Aktionsgruppe entlang der Bayernstraße positionieren wird und mithilfe einer stillen Aktion die Aufmerksamkeit für den Tierschutz auf sich ziehen möchte. Das bedeutet, dass die Tierschützer u.a. keine Megafone benutzen, sondern lediglich Bilder und Sprüche wirken lassen wollen.

Fischer berichtet aus Erfahrung, dass diese Aktionen zu einem Umdenken bei Besuchern führen können. Zudem erklärt er, dass das alleinige Boykottieren dieser Zirkusshows nicht ausreichen würde, um die Tierquälerei zu stoppen. Wer sich also darüber hinaus engagieren will, kann sich den Tierschützern am 2. Oktober anschließen.

Circus Krone reagiert auf derlei Kritik, indem das Unternehmen seit einigen Jahren für mehr Transparenz sorgt und Besuchern einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Durch Broschüren, öffentliche Raubtierproben oder Führungen zu Ställen und Gehegen versuchen die Verantwortlichen ihre Kritiker zu überzeugen, dass ihnen das Wohl ihre Zirkustiere am Herzen liegt.

Fischer bemängelt jedoch, dass es für einen Zirkus überhaupt keine Tiere bräuchte, weil dies schlichtweg nicht mehr zeitgemäß sei. Magier, Artisten und Feuerschlucker würden für mindestens genauso viel Unterhaltung sorgen.

In Dänemark traten unlängst vier Zirkuselefanten ihren wohlverdienten Ruhestand an - Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro.

rw, ans