Obwohl Kater Fellini gerade einmal drei Jahre alt ist, droht ihm der Tod. Der Grund: Fellini ist von Geburt an gelähmt. Trotzdem war die Behinderung für sein Frauchen und die zuständige Tierärztin nie ein Problem - bis jetzt. Denn Fellini soll nun eingeschläfert werden. Und das, obwohl sich seine Besitzerin mit Händen und Füßen dagegen wehrt.

Ein Gutachten des Veterinäramts Nürnberg habe ergeben, dass Fellinis Zustand kein artgerechtes Leben zulasse und den Kater in seiner Lebensqualität behindere. Fellinis Frauchen Christiane Köhler versucht seitdem alles, um ihr geliebtes Haustier doch noch zu retten.

Update vom 02.09.2020: Gelähmter Kater - Gutachten sollen Fellinis Einschläferung verhindern 

Zwei Gutachten von Fachtierärzten aus Nürnberg und eines von einem Katzenexperten aus München sollen nun die Rettung Fellinis garantieren. Das hat der Besitzerin Christiane Köhler allerdings einiges abverlangt: „Ganz grob hochgerechnet sind wir über 1000 Kilometer gefahren“, sagt eine Freundin, die Köhler zu den Arztbesuchen begleitete.

Sie berichtet außerdem, dass die Katzenbesitzerin noch immer große Sorge um ihren Kater hat: „Dieses ganze Drumherum zehrt an den Nerven“. Insgesamt haben die Gutachten bereits jetzt 567,57 Euro gekostet, die Anwaltskosten stehen noch aus. 

Bis zum 10. September hatte Köhler Zeit, ein orthopädisches und ein neurologisches Gutachten über Fellini erstellen zu lassen. Das Ergebnis: „In allen Gutachten wurde bestätigt, dass es keinen Grund gibt, diesen lebensfrohen Kater zu töten“, schreiben die Frauen auf Fellinis Facebook-Seite.  

Im Moment steht nur Christiane Köhlers Anwalt in Kontakt mit dem Veterinäramt, um die Besitzerin selbst zu entlasten. Einen endgültigen Termin für eine finale Entscheidung gibt es indes noch nicht. Auch das sei wiederum nervenzehrend, erklärt die Freundin Köhlers, die namentlich nicht genannt werden will.

Erstmeldung vom 11.08.2020: "Fellini will leben": Gelähmter Kater soll eingeschläfert werden - Tierschützer starten Petition

Muss Kater Fellini sterben, nur weil er nicht perfekt ist? Der dreijährige Kater Fellini ist von Geburt an gelähmt und trägt daher eine Windel. Dieser Umstand war für sein Frauchen und die zuständige Tierärztin nie ein Problem - bis jetzt. Denn Fellini soll nun eingeschläfert werden. Und das gegen den Willen seiner Besitzerin Christiane Köhler. 

Dabei fing die Geschichte harmlos an: "Fellini musste wegen einer eher unspektakulären Augenentzündung zum Hautarzt", berichtet eine Freundin der Besitzerin, die Vorsitzende eines Tierschutzvereins ist und zudem die Facebook-Seite von Fellini verwaltet, gegenüber inFranken.de. Da Fellinis Tierärztin so kurzfristig keinen Termin mehr freigehabt habe, ging Köhler zu einer anderen Ärztin. Am Tag nach der Behandlung dann der Schock: "Die Tierärztin rief bei Christiane Köhler an und sagte ihr, dass Fellini eingeschläfert werden müsse." Sein Zustand sei nicht artgerecht und behindere seine Lebensqualität. Köhler widersprach geschockt - worauf die Tierärztin sie laut Köhlers Freundin beim Veterinäramt Nürnberg anzeigte. 

Tierschützerin: Fellinis Schicksal ist kein Einzelfall

Bestürzt wendet sich Köhler an ihre Haustierärztin, die Fellini seit seiner Geburt betreut. Sie stellt ein Attest für den Kater aus, das seine einwandfreie Gesundheit feststellt. "Das Verhalten ist aufmerksam, der Pflegezustand sehr gut und der Ernährungszustand gut." heißt es in dem Gutachten. "(...) Fellini verhält sich hier total artgerecht, läuft munter durchs Behandlungszimmer und erkundet alles. Die Windel scheint ihn keineswegs einzuschränken. (...) Für eine Euthanasie besteht meiner Meinung nach keinerlei Rechtfertigung. Im Gegenteil, ich würde mich selbst bei Besitzerwunsch weigern, diese durchzuführen."

Trotzdem kam das Veterinäramt, um Fellini zu begutachten. Auch hier war die Freundin Köhlers, die namentlich nicht genannt werden will, dabei. "Am Anfang waren sie von Fellini begeistert und haben gesehen, wie aufgeweckt und lebensfroh er ist. Auch seinen perfekten Pflegezustand haben sie gelobt." Am Ende der Untersuchung dann die Ernüchterung: Fellini könne weder springen noch flüchten, das sei nicht artgerecht. "Ich habe dann angemerkt, dass er als Hauskatze nicht flüchten müsse. Selbst wenn, könnte er sich unter dem Schrank verstecken", berichtet die Tierfreundin inFranken.de. Und obwohl er nicht springen könne, sei Fellini sehr kräftig. "Er zieht sich einfach überall hoch. Er hat keine Probleme, sich in der Wohnung zu bewegen." 

Man wolle sich jetzt einsetzen - nicht nur für Fellini. "Es betrifft alle behinderten Tiere in Deutschland", so die Tierschutzaktivistin. Fellini sei kein Einzelfall. "Tierärzte sind in Deutschland verpflichtet, Tiere von ihrem Leid zu befreien", berichtet sie weiter. Allerdings werde im Gesetz nicht genau festgelegt, wie das Leid genau auszusehen hat. "Somit wird das Leid subjektiv vom Tierarzt bestimmt." Die Ärztin, die Fellinis Einschläferung gefordert hatte, habe sich nicht mehr bei Köhler gemeldet. Auch sonst sei nie wieder eine Auskunft ihrerseits gekommen. "Wir kämpfen weiter für Fellini", berichtet die Freundin der Besitzerin. "Wir haben ein zweites Gutachten angefordert." Außerdem haben sich die Katzenfans rechtlichen Beistand geholt und eine Petition gestartet.

Gibt es noch Hoffnung für Fellini?

Das finale Urteil des Veterinäramts steht noch aus. Auf Nachfrage von inFranken.de teilte das Amt lediglich mit: "Zu laufenden Fällen äußern wir uns grundsätzlich nicht."

Ursprünglich gaben die Ärzte Fellini maximal ein Jahr zu leben. "Er war der kleinste und schwächste seiner Geschwister", berichtet die Familienfreundin. Heute seien die Ärzte perplex, wie gut der Kater sich entwickelt habe. Bei seiner Besitzerin lebt er mit zwei anderen Katzen zusammen, eine davon ist seine Mutter. Er sei ein glücklicher, aufgeweckter Kater. "Fellini will leben."

Alle Informationen zu Fellinis Petition finden Sie auf der entsprechenden Webseite der Plattform Change.org.

Der Katzenfutter-Vorrat im Tierheim Hersbruck ist fast alle. Die Tierschützer haben deshalb einen Spendenaufruf gestartet. Sie bitten um Nassfutter, um vor allem den kranken Babykatzen zu helfen.