Richter Dieter Weidlich verhängte am Landgericht Nürnberg-Fürth gegen einen Schulbusfahrer sechs Jahre und elf Monate Haft wegen Kindesmissbrauchs. Die Opfer des Angeklagten waren zum Zeitpunkt der Taten zwölf beziehungsweise 13 Jahre alt.

Elf Seiten umfasst die Anklageschrift, die Staatsanwalt Matthias Engelhardt zu Beginn der Verhandlung am Landgericht Nürnberg-Fürth verlas.


Nacktfotos in der Wohnung

Darin wurde Stephan R. unter anderem vorgeworfen in seiner Wohnung eines der Opfer zwischen Dezember 2011 und November 2012 sieben Mal missbraucht oder Nacktaufnahmen gemacht zu haben. Hierbei handelte es sich um die Tochter eines Bekannten. Daneben soll Stephan R. eine hörbehinderte Schülerin, die er täglich im Bus zur Schule brachte, ebenfalls mehrfach missbraucht haben.
Zudem habe er unter dem Pseudonym "Pädobär" dem zweiten Mädchen eindeutige Nachrichten über das Internet gesendet.

Nach einer Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft wurde dem Angeklagten am ersten Verhandlungstag eine Strafe zwischen sechs Jahren und neun Monaten oder sieben Jahre und drei Monate in Aussicht gestellt, wenn er die Taten gesteht und so den Opfern eine Aussage erspart. Vor Richter Dieter Weidlich räumt der 50-Jährige schließlich die Vorwürfe ein.

Die Ermittler waren dem Angeklagten zum Jahresende 2015 auf die Schliche gekommen, als der Vater eines Mädchens eindeutige Nachrichten von Stephan R. auf dem Handy seiner Tochter fand und das Gerät schließlich zur Kripo Schwabach brachte. Auf Handys, Tablets, einem Computer und Festplatten des Angeklagten sicherten die Beamten insgesamt 824 kinderpornographische Bilder und acht Videos.

Es war nicht das erste Mal, dass der Busfahrer ins Visier der Polizei geriet. Schon 2014 gab es Hinweise darauf, dass er Kindern pornographische Fotos gezeigt haben soll. Doch damals wurden die Ermittlungen der Kripo Ansbach aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Richter Weidlich erklärte während des Prozesses in Richtung des angeklagten Busfahrers: "Ich kann ihnen nur raten, bald möglichst eine Therapie zu beginnen."