• Neue Corona-Regeln in Nürnberg in Kraft (bis 20. Dezember)
  • Grund: Stadt überschreitet 7-Tage-Inzidenzwert von 300 
  • Ausgangsbeschränkungen für Bürger: Wohnung darf nur bei "triftigem Grund" verlassen werden
  • Oberbürgermeister Marcus König: "Bitte bleiben Sie, wo immer möglich, zu Hause"
  • Maskenpflicht und Alkoholkonsumverbot an öffentlichen Plätzen verschärft
  • Klassen in weiterführenden Schulen werden geteilt (Wechsel Präsenz-/Distanzunterricht)
  • Heimbesuche nur noch mit FFP2-Maske und Corona-Test gestattet
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Update vom 1. Dezember 2020: Diese Corona-Maßnahmen gelten ab 1. Dezember in Nürnberg

Nachdem Nürnberg den 7-Tage-Inzidenzwert von 300 überschritten hat, sind nach der neuen 9. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung weitere Maßnahmen nötig, um das Corona-Infektionsgeschehen einzudämmen. Die Stadt Nürnberg hat deshalb am Dienstag (1. Dezember 2020) verschärfte Regeln verkündet. Die weiterführenden Corona-Maßnahmen gelten ab sofort. Ziel ist es der Stadt zufolge, die persönlichen Kontakte in der Vorweihnachtszeit noch einmal stärker zu reduzieren, um die Covid-19-Werte in Nürnberg wieder signifikant zu senken.

Aktuelle Informationen zur Entwicklung des Coronavirus in Nürnberg erfahren Sie in unserem Newsticker.

Die Infektionszahlen in der Stadt bewegen sich seit geraumer Zeit auf äußerst hohem Niveau. Laut Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, gebe es aktuell bis zu 350 neue Infektionen pro Tag. Das derzeitige Infektionsgeschehen sei damit dreimal so hoch wie in der erster Corona-Welle im Frühjahr. Die Plateaubildung verharre auf hohem Niveau. "Daraus müssen wir schlussfolgern, dass wir über dem Wert von 300 bleiben, wenn wir keine Instrumente ergreifen."

"Alles in allem muss man sagen: Wir sind sehr weit entfernt von unserem angepeilten Inzidenzwert von 50", so Walthelm. "Wir haben in Nürnberg nach wie vor ein diffuses Infektionsgeschehen." Die Infektionen seien hierbei großenteils nicht auf einzelne Einrichtungen zurückzuführen.

"Deshalb müssen wir heute Maßnahmen verkünden, die für viele - das ist mir klar - sehr schwerwiegend sind", sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) gleich zu Beginn der kurzfristig einberufenen virtuellen Pressekonferenz. "Die Allgemeinverfügung gilt seit heute Nacht und geht bis 20. Dezember." Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

Ausgangsbeschränkungen ab sofort erlassen

"Wir werden ab sofort eine Ausgangsbeschränkung für Nürnberg erlassen", kündigt OB König an. Das Verlassen der Wohnung ist demnach nur noch bei triftigen Gründen erlaubt. "Bitte bleiben Sie, wo immer möglich, zu Hause. Besuchen Sie keine Veranstaltungen und Versammlungen", so König.

Triftige Gründe sind laut der Stadt Nürnberg insbesondere:

  • die Ausübung beruflicher Tätigkeiten
  • die Inanspruchnahme medizinischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen
  • der Besuch bei Angehörigen therapeutischer Berufe sowie das Aufsuchen von beratenden Diensten und Kriseninterventionsdiensten
  • das Einkaufen, einschließlich des Bedarfs für Weihnachten, sowie die Inanspruchnahme der nach der 9. BayIfSMV erlaubten Dienstleistungen
  • der Besuch eines anderen Hausstands unter Beachtung der Beschränkungen des § 3 Abs. 1 der 9. BayIfSMV
  • die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen, oder die Erledigung von Besorgungen für diese
  • die Begleitung Sterbender und von Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen sowie die Teilnahme an Beerdigungen, die Teilnahme an Gottesdiensten und Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften
  • Sport und Bewegung an der frischen Luft, allerdings ausschließlich alleine, mit einer weiteren nicht im selben Hausstand lebenden Person oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands und ohne jede sonstige Gruppenbildung
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren
  • Ämtergänge
  • Schulwege

Maskenpflicht und Alkoholkonsumverbot

An den zentralen Begegnungsflächen gilt in Nürnberg weiterhin die Maskenpflicht. Der Alkoholverkauf und -konsum an öffentlichen Plätzen ist nach wie vor unterbunden. "Offene alkoholische Getränke zur Mitnahme werden zudem ganztägig untersagt", betont König. 

Die Maskenpflicht besteht in der Zeit von 6 bis 22 Uhr. Das Alkoholverbot gilt ganztägig. „Wichtig ist, dass die strengen Maßnahmen auch eingehalten werden. Es wird hierzu umfassende Kontrollen in den nächsten Wochen geben, gerade auch an Silvester“, betont der Oberbürgermeister. Die Beschilderung der Zonen wird zeitnah angepasst.

Zentrale Begegnungsflächen sind in Nürnberg:

  • die gesamte Fläche, die von Bahnhofsplatz (inklusive Königstorpassage, der unterirdischen Wegfläche im ersten Untergeschoss des Bahnhofsplatzes) über Königstormauer und Lorenzer Straße bis Hauptmarkt und Rathausplatz sowie Sebalder Platz, Kaiserstraße, Josephsplatz, Jakobsplatz, Ludwigstraße und der Frauentormauer begrenzt wird
  • Bereich Beim Tiergärtnertor, Bergstraße, Albrecht-Dürer-Straße, Füll, Ludwigstor, Bereich Am Plärrer, Gostenhofer Hauptstraße bis Kreuzung Elsnerstraße, Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs, Bereich Aufseßplatz bis Kopernikusplatz inklusive des von Aufseßplatz, Breitscheidstraße, Pillenreutherstraße und Wölckernstraße begrenzten Bereichs, Nelson-Mandela-Platz

Schulen und Kitas

Ab der 5. Jahrgangsstufe werden ab Montag (7. Dezember 2020) in allen Schularten die Klassen geteilt, um Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten. "Ausgenommen von der Klassenteilung sind Förderschulen, Grundschulen sowie die Abschlussklassen aller weiterführenden Schulen", teilt Cornelia Trinkel, Referentin für Schule und Sport, mit. Ihr zufolge werden am Freitag zudem entsprechende Masken an die Schulen ausgeliefert. 

Die Gruppen werden im Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht beziehungsweise Hybridunterricht unterrichtet. Zudem ist der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Schülerinnen und Schülern im Unterricht einzuhalten. An den beruflichen Schulen wurden bereits detaillierte Konzepte, die einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht beinhalten, ausgearbeitet. Hort, Mittagsbetreuung beziehungsweise Angebote des offenen und gebundenen Ganztags können nur an Tagen wahrgenommen werden, an denen die Schülerin oder der Schüler den Unterricht besucht.

"Der Schwimm- und Sportunterricht kann leider nicht mehr stattfinden", sagt Oberbürgermeister König.

Kitas bleiben der Stadt Nürnberg zufolge geöffnet.

Bolz- und Spielplätze 

Bolz- und Spielplätze bleiben weiterhin offen. Dort gelten weiterhin die bisherigen Corona-Regeln. Auch Skateranlagen und ähnliche Freizeiteinrichtungen dürfen laut Stadt nur im Rahmen der für Sportanlagen geltenden Regelungen (§ 10 der 9. BayIfSMV) genutzt werden.

Senioren- und Pflegeheime

Besuche in Senioren- und Pflegeheimen sind gestattet, sofern die Besucher einen aktuellen negativen Test vorlegen können - laut dem Oberbürgermeister "am besten nicht älter als 40 Stunden". Die Tests sollen in Zukunft auch in den Einrichtungen vor Ort durchführbar sein. Heimbesuche sind zudem nur mit FFP2-Masken möglich.

Die Mitarbeiter der entsprechenden Einrichtungen sind dazu verpflichtet, einmal pro Kalenderwoche einen Point-of-care (PoC)-Antigen-Test („Corona-Schnelltest“) an sich durchführen zu lassen. Die Einrichtungsleitung ist laut Stadt verpflichtet, die Durchführung der Tests zu organisieren und zu kontrollieren.

In Nürnberg gebe es aktuell fünf Pflegeeinrichtung mit jeweils zwischen 10 und 55 Corona-Fällen, teilt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, mit.

Versammlungen

"Uns ist das Demonstrationsrecht wichtig. Selbstverständlich darf demonstriert werden", betont König. Versammlungen dürften jedoch ausschließlich an einem festen Ort stattfinden und maximal 60 Minuten andauern. 

Alle anwesenden Personen (zum Beispiel Veranstalter, Leiter, Teilnehmer, Ordner) haben während der Versammlung durchgehend eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Ausgenommen sind die Versammlungsleitung und Redner während Durchsagen und Redebeiträgen. Die in § 2 Nr. 2 9. BayIfSMV geregelten Ausnahmen (Befreiung von der Maskenpflicht aus medizinischen Gründen) gelten entsprechend.

Alle Tätigkeiten, für die ein Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich ist oder bei denen der korrekte Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung beeinträchtigt ist (wie Essen, Trinken, Rauchen, Benutzung von Blasinstrumenten oder Trillerpfeifen), sind der Stadt Nürnberg zufolge untersagt.

Kontaktbeschränkungen

Nach den Vorgaben der 9. BayIfSMV sind private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten auf den eigenen Hausstand und einen weiteren Hausstand, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken. Dazugehörende Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.

"Zur Eindämmung der Pandemie sind wir alle aufgefordert, Begegnungen deutlich unter das maximal erlaubte Maß zu reduzieren. Zugleich ist es wichtig, dass gerade Alleinstehende nicht ohne menschliche Nähe und Unterstützung bleiben. Alle, die Alltagsunterstützung benötigen, zum Beispiel zur Erledigung ihrer Einkäufe, können sich an die Hotline für ehrenamtliche Hilfsangebote, Ältere und Hilfesuchende unter (09 11) 2 3123 44 wenden", betont Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales. "Ebenso willkommen sind Anrufe von Freiwilligen, die Hilfe anbieten können.“  Weitere Informationen gibt es auf der entsprechenden Webseite der Stadt Nürnberg

Hochschulen und Universitäten

Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich auf digitale Lehre umstellen - mit Ausnahme insbesondere von Labortätigkeiten, Praktika, praktischen und künstlerischen Ausbildungsabschnitten und Prüfungen.

Gastronomie

Die Gastronomie bleibt geschlossen. Erlaubt sind der Stadt Nürnberg zufolge die Abgabe und Lieferung von Speisen und Getränken zum Mitnehmen. Betriebskantinen können auch weiterhin öffnen.

Veranstaltungen

Veranstaltungen aller Art sind untersagt. Ausnahmen bilden Gottesdienste und Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz.

Geschlossen

Seit 2. November befinden sich bereits nahezu alle städtischen Kultureinrichtungen im Lockdown. Hierzu gehören Staatsoper und Staatstheater, Museen, Meistersingerhalle, Planetarium, die Einrichtungen im KunstKulturQuartier mit Tafelhalle, Filmhaus, Kunsthaus, Kunsthalle, Kunstvilla, Offene Werkstätten Künstlerhaus und Artothek sowie die städtischen Kulturläden.

Mit dem 1. Dezember betrifft die Schließung auch weitere Kulturdienststellen der Stadt: Den Bildungscampus mit Bildungszentrum (Volkshochschule) und Stadtbibliothek mit allen Einrichtungen sowie das Stadtarchiv und die Musikschule an allen Standorten.

Ausgenommen hiervon sind die digitalen Angebote der Dienststellen, etwa die Onleihe der Stadtbibliothek und viele digitale Angebote des Bildungszentrums. BZ-Kurse, die der beruflichen Fortbildung dienen, sowie die dazugehörigen Prüfungen dürfen weiterhin in Präsenz stattfinden.

Die ausgeliehenen Medien der Stadtbibliothek werden automatisch verlängert. Bei Bedarf können Medien in der Stadtbibliothek Zentrum an der 24-Stunden-Rückgabe abgegeben werden. Bibliotheksausweise können digital auf der Webseite der Stadtbibliothek beantragt werden.

Ausgenommen sind auch die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung mit zugehörigen Prüfungen sowie Erste-Hilfe-Kurse und die Ausbildung von ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks.

Nürnbergs Oberbürgermeister appelliert: "Bleiben Sie zu Hause"

"Ich weiß, das sind schwere Entscheidungen, die wir treffen mussten", sagt Oberbürgermeister Marcus König und vereist auf die kritische Situation in den Kliniken. "Unsere Krankenhäuser, auch hier in Nürnberg, füllen sich stetig. Die Bettenkapazitäten werden knapper", hält König fest.

"Wir wollen hier in Nürnberg Menschenleben retten. Ich bitte Sie, wo immer es geht: Bleiben Sie zu Hause. Halten Sie sich an die Regeln." Der Staat könne nicht alles regeln, so dass auch die Bürger gefragt seien. "Reizen Sie nicht alles aus, was im Regelbereich erlaubt ist. Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand."

Rückblick auf 29. Oktober: Corona-Ampel steht auf Dunkelrot - diese Regeln gelten ab sofort

Aktuelle Regeln für Nürnberg: Auf der Corona-Ampel ist die Stadt Nürnberg aktuell  im dunkelroten Bereich. Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt akutell bei 118,45 und damit weit über dem kritischen Wert von 100. 

Damit gelten laut dem Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege neue Regelungen in der Stadt. Die bestehenden Maßnahmen werden am Donnerstag (29. Oktober 2020) noch einmal verschärft. Die Stufe dunkelrot ist die höchste Warnstufe der Corona-Ampel. Immer mehr Regionen in Bayern stehen auf dieser Stufe. Kein Regierungsbezirk liegt unter einem Inzidenzwert von 50, drei Bezirke liegen insgesamt im dunkelroten Bereich (Stand: 28. Oktober 2020).

Stufe Dunkelrot: Diese Beschränkungen gelten in Nürnberg

Oberbürgermeister Marcus König kommentiert die Maßnahmen in Nürnberg: "Die Stadtverwaltung ist trotzdem weiterhin für Bürgerinnen und Bürger da".  Auch Horten und Kitas bleiben mit Regelbetrieb geöffnet. In Schulen herrscht weiterhin Präsenzunterricht. Folgende Maßnahmen gelten ab Donnerstag: 

  • Maskenpflicht: Es besteht auf den von der Stadt Nürnberg festgelegten, stark frequentierten öffentlichen Plätzen (siehe Karte unten), auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie in Freizeiteinrichtungen (zum Beispiel Freizeitparks, (Indoor-) und Bowling-Bahnen etc.), Kulturstätten (wie Ausstellungen, Museen, Tiergarten etc.) und sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die keine besonderen Regelungen vorgesehen sind.
  • Schulen und Horte: Es besteht in Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht am Platz in allen Jahrgangsstufen - also in Grundschulen und in weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe fünf. Auch für Hortkinder gilt eine Maskenpflicht, aber nicht in den Betreuungsräumlichkeiten sowie in den Außenarealen. 
  • Hochschulen, Tagungen und Kongresse: Auch in diesen Einrichtungen muss am Platz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, ebenso wie in Theatern, Konzerthäusern, sonstigen Bühnen und Kinos sowie bei sportlichen Veranstaltungen.
  • Teilnehmerzahl im öffentlichen Raum und bei privaten Feiern: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum und der Teilnehmerkreis von Zusammenkünften in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist auf die Angehörigen von zwei Hausständen oder auf höchstens fünf Personen beschränkt; dies gilt auch insbesondere für die Gastronomie. Bei privaten Feiern ist unabhängig vom Ort der Veranstaltung der Teilnehmerkreis auf zwei Hausstände oder auf höchstens fünf Personen beschränkt.
  • Sperrstunde: Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle ist in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr untersagt. Auch die Abgabe von alkoholischen Getränken an Tankstellen und durch sonstige Verkaufsstellen und Lieferdienste ist in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr untersagt.
  • Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen: Der Konsum von Alkohol ist auf den von der Stadt Nürnberg festgelegten stark frequentierten öffentlichen Plätzen (siehe Karte unten) in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr untersagt,
  • Versammlungen: Bei Veranstaltungen aller Art (außer besonderen Veranstaltungen wie zum Beispiel Versammlungen, Demonstrationen oder Gottesdiensten) sind maximal 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beziehungsweise Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen, zum Beispiel bei Sportveranstaltungen, Messen, Tagungen, in Kinos, Theatern, Opernhäusern.

Diese verschärften Regeln gelten so lange, bis der Inzidenzwert wieder unter 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Wie die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Mittwoch (28. Oktober 2020) verkündeten, herrschen ab Montag (2. November 2020) in der gesamten Bundesrepublik verschärfte Maßnahmen, der sogenannte Lockdown light. Zusätzlich werden also weitere Maßnahmen beschlossen, die ab Montag für vier Wochen lang für alle Bürger gelten. Alle Maßnahmen im Überblick finden Sie hier.

Wie viele Menschen halten sich in Nürnberg an die neue Maskenpflicht? inFranken.de hat die Ordnungshüter begleitet.

Rückblick auf 23. Oktober 2020: Corona-Warnstufe auf rot

Die Stadt Nürnberg ist auf der Corona-Ampel immer noch im roten Bereich. Die Stadt passt deshalb die Maßnahmen an und erweitert die Karte mit den Orten, an denen eine ganztägige Maskenpflicht gilt und zeitweise kein Alkohol (22 Uhr bis 6 Uhr) getrunken werden darf. Die Allgemeinverfügung gilt ab sofort.

Folgende Orte wurden aufgenommen: 

  • Gostenhofer Hauptstraße
  • Plärrer
  • Tiergärtnertorplatz und die wesentlichen Zugangswege dorthin

Der Umgriff im Innenstadtbereich ändert sich zudem "unter anderem aus Gründen der Übersichtlichkeit", so die Stadt. Der Bereich der Insel Schütt wird hingegen entnommen. Diese Regelungen seien auch aufgrund der Erfahrungen und Anregungen von Bürgern sowie der Polizei so getroffen worden, erklärt die Stadt. Die Außenflächen von gastronomischen Betrieben auf den jeweiligen Plätzen sind von der Maskenpflicht und dem Alkoholverbot nicht betroffen. 

Stadt Nürnberg will Schulen und Kitas nicht schließen

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) betont: "Wir wollen den Regelbetrieb von Kitas und den Präsenzunterricht in den Schulen weiter aufrechterhalten. Auch die Dienststellen der Stadt stehen für die Bürgerinnen und Bürger weiter zur Verfügung." Cornelia Trinkl, Referentin für Schule und Sport, erklärt: "Wir bewerten die Situationen in den jeweiligen Schulen täglich neu. Im Infektionsfall wird in Absprache mit den Behörden jeweils vor Ort entschieden, welche Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen werden." Zugleich laufen aber auch die Vorbereitungen für den Fall, dass auf Distanzunterricht umgestellt werden muss.

"Auch der derzeitige, so genannte eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas läuft weiter, auch wenn die Corona-Ampel auf rot steht", sagt Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales. Die Kinder werden in festen Gruppen betreut und das Personal muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ein automatischer Zusammenhang mitbestimmten Inzidenzwerten besteht nicht, vielmehr arbeiten die Kitas nach dem Rahmenhygieneplan des Bayerischen Sozialministeriums, der unterschiedliche Stufen vorsieht. Für Nürnberg gilt danach weiterhin die derzeitige Stufe 2, da das Infektionsgeschehen in Kindertageseinrichtungen dies nach Einschätzung der Stadt Nürnberg zulässt.

Rückblick auf 16. Oktober 2020: Nürnberg überschreitet Corona-Warnwert

Nürnberg durchbricht am Freitag (16. Oktober 2020) kritischen Corona-Grenzwert: Oberbürgermeister Marcus König (CSU) hatte es bereits befürchtet, nun ist es traurige Gewissheit. Die Stadt Nürnberg hat am heutigen Freitag den Warnwert von 50 überschritten. Pro 100.000 Einwohner gab es in den letzten sieben Tagen 51,9 Neuinfektionen (7-Tage-Inzidenz), aktuell sind 1.223 Kontaktpersonen in Quarantäne, sechs Covid-19-Patienten liegen auf der Intensivstation.

Ab dem morgigen Samstag (17. Oktober 2020) gelten in Nürnberg verschärfte Corona-Regeln. Das teilt die Stadt auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag (16. Oktober 2020) mit. "Die Lage ist sehr ernst", erklärt Oberbürgermeister König. Das Klinikum habe ihm von einer Verdopplung der Fälle berichtet. Im Nürnberger Land wurde am Freitag ebenfalls ein Warnwert überschritten.

Verschärfte Maßnahmen für Nürnberg: Ab Samstag gelten folgende Regeln

Um einen weiteren rasanten Anstieg in Nürnberg zu verhindern, treten nun ab Samstag (17. Oktober 2020) neue Corona-Maßnahmen in Nürnberg in Kraft.

  • Maskenpflicht wird ausgeweitet: Sie gilt nun auch auf belebten Plätzen und Straßen (einen Überblick über alle betroffenen Orte gibt am Ende dieser Stadt-Mitteilung)
  • Kontaktbeschränkungen: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum ist im gesamten Stadtgebiet bis höchstens fünf Personen gestattet sowie mit Angehörigen
    des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandten in gerader Linie (etwa Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern), Geschwistern sowie Angehörigen aus höchstens einem weiteren Hausstand.
  • Gastronomie: Sperrstunde um 22 Uhr in der Gastronomie
  • Tankstellen: Kein Alkohol an Tankstellen ab 22 Uhr
  • Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 22 Uhr
  • Private Feiern: Maximal zwei Hausstände oder fünf Personen
  • Geschlossene Gesellschaften (zum Beispiel bei Hochzeiten und Vereinssitzungen): Maximal 25 Teilnehmer erlaubt

Die neuen Regeln sind zunächst auf zwei Wochen beschränkt. Bei einer erneuten Verschärfung der Lage sei aber nachzusteuern, so die Stadt.

Nürnberg will zweiten Lockdown verhindern

Oberbürgermeister König macht allerdings auch deutlich, dass er einen zweiten Lockdown in Nürnberg verhindern möchte. Schulen, Kitas und Behörden sollen vorerst nicht geschlossen werden.

  • Schulen und Kitas: Die Einrichtungen sollen so lange wie möglich geöffnet bleiben. "Präsenz-Unterricht geht vor", erklärt die Stadt. Ein Betretungsverbot soll es nicht wieder geben. Allerdings wird aktuell auch geprüft, ob bei weiterführenden Schulen ein unterschiedlicher Schulbeginn eingeführt wird. Damit soll das Gedränge am Morgen entzerrt werden
  • Behörden: Der OB will eine "leistungsstarke Verwaltung", das heißt die Behörden sollen ebenfalls nicht geschlossen werden. Zusätzlich soll die Gesundheitsbehörde personell verstärkt werden (unter anderem durch 20 Mitglieder der Bundeswehr und Ärzte in Ruhestand)

Ob die Consumenta in Nürnberg ab dem 24. Oktober 2020 stattfinden kann, ist noch unklar. Die Entscheidung darüber soll am Montag (19. Oktober 2020) oder Dienstag (20. Oktober 2020) gefällt werden, erklärt OB König. Am Christkindlesmarkt 2020 hält die Stadt vorerst fest. Allerdings habe man die aktuellen Zahlen jeden Tag im Blick, so der Oberbürgermeister.

Corona-Fälle in Nürnberg: Wer ist infiziert?

Infizierte traten an unterschiedlichen Stellen auf, berichtet die Stadt: an privaten Feiern, in Unternehmen, in Schulen sowie in einzelnen Kitas. Besonders viele Infizierte gibt es immer noch in einem Pflegeheim in Langwasser Süd. Dort wurden bei einer zweiten Reihentestung sieben weitere Bewohner sowie zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.

Insgesamt sind aber vor allem die mittleren Altersklassen betroffen. Die Stadt spricht hierbei von den "mobilen Generationen" zwischen 14 und 59 Jahren. Hier gebe es besonders viele Corona-Infizierte in Nürnberg.

Am Donnerstag hatte es bereits eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gegeben. Die in Berlin beschlossenen Corona-Maßnahmen seien für Bayern "nachgeschärft" worden. Am Freitagnachmittag (16. Oktober 2020) soll nun die Verordnung folgen.

Corona-Hotline in Nürnberg

Bei Fragen können Bürger die Corona-Hotline 09 11 / 2 31-1 06 44 des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg anrufen. Sie ist erreichbar von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16 Uhr und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Rückblick auf 13. Oktober 2020: Nürnberg überschreitet wiederholt Corona-Warnwert von 35

Corona-Wert steigt erneut - Stadt Nürnberg beschließt weitere Maßnahmen zur Eindämmung: In Nürnberg hat sich das Corona-Infektionsgeschehen zuletzt dynamisch entwickelt. Der kritische Inzidenzwert von 35 wurde wiederholt überschritten. So lag der kritische Inzidenzwert am Dienstag (13. Oktober 2020) laut Angaben der Stadt Nürnberg bei 38,4. Darauf hat die Stadtspitze nun reagiert.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden, wurde eine ganze Reihe an entsprechenden Maßnahmen erlassen. Im Einzelnen betreffen die Neuregelungen die Teilnehmerzahlen bei privaten Feiern, den Besuch von Veranstaltungen, die Gastroszene im öffentlichen Raum sowie Schulen und Kitas.

Stadt Nürnberg reagiert auf steigende Corona-Neuinfektionen

Weil die 7-Tage-Inzidenz bei Covid-19-Erkrankungen in Nürnberg den Signalwert von 35 Personen pro 100. 000 Einwohnern überstiegen hat, hat die Stadt Nürnberg am Dienstag (13. Oktober 2020) ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der steigenden Infektionszahlen beschlossen. Vor diesem Hintergrund teilte die Stadt mit, dass die Infektionszahlen permanent beobachtet und täglich neu bewertet würden.

Teilnehmerzahlen bei privaten Feiern

Laut Stadt Nürnberg hat die Erfahrung der vergangenen Wochen gezeigt, dass insbesondere gemeinsamer Alkoholkonsum innerhalb größerer Menschenansammlungen im öffentlichen, aber auch im privaten Raum zu einer verstärkten Missachtung der zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassenen Infektionsschutzregeln und damit zu einem erheblichen Ansteckungsrisiko führen.

Aus diesem Grund hat die Stadt Nürnberg in Bezug auf die Teilnehmerzahl bei privaten Feierlichkeiten (wie zum Beispiel Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburtstage) Regelungen erlassen. Die Teilnehmerzahl wird für Feierlichkeiten in öffentlichen oder gemieteten Räumen auf maximal 50 Personen festgelegt. Die Allgemeinverfügung tritt laut Stadt am Mittwoch, 14. Oktober 2020, in Kraft und gilt bis einschließlich 28. Oktober. In privaten Räumen wird der Bevölkerung dringend empfohlen, keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen, so die Stadt weiter.

Besuch von Veranstaltungen

Beim Besuch städtischer Kultureinrichtungen sowie beim Besuch von Sportveranstaltungen in Hallen und im Max-Morlock-Stadion ist bei Veranstaltungen für deren Dauer bis auf Weiteres eine Maske zu tragen.

Regelungen für die Gastronomie im öffentlichen Raum

Die bewährten Maßnahmen an den beliebten Treffpunkten am Köpfleinsberg (Zugangsregelung und Sicherheitsdienst freitags und samstags von 18 bis 24 Uhr) und am Tiergärtnertorplatz (Verkaufsverbot von To-Go-Getränken von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag in der Zeit von 20 bis 5 Uhr) werden laut Stadt Nürnberg fortgesetzt.

Stufe Gelb für Schulen und Kitas

Schüler an weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 werden zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer während des Unterrichts verpflichtet, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. An den Grundschulen muss in dieser Stufe im Unterricht keine Maske getragen
werden.

Es können weiterhin alle Kinder die Kitas besuchen. Soweit die Einrichtungen offene oder teiloffene Konzepte umsetzten, müssen wieder feste Gruppen gebildet werden, um eine bessere Nachverfolgbarkeit im Falle eines Ausbruchsgeschehens zu erleichtern. Die Beschäftigten müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Der Besuch von Kindern bei nur leichten Krankheitssymptomen bleibt laut Stadt Nürnberg weiterhin möglich.

Oberbürgermeister appelliert an Bürger - Bundeswehr soll helfen

Oberbürgermeister Marcus König appelliert an die Bevölkerung, „im Alltag die wichtigsten Hygieneregeln zu berücksichtigen: Abstand von mindestens 1,5 Metern halten, Hände waschen und desinfizieren, die Nies- und Hustenetikette wahren sowie Mund-Nasen-Bedeckung tragen“. Gerade mit Blick auf die kalten Monate empfiehlt Gesundheitsreferentin
Britta Walthelm, „in Räumen regelmäßig zu lüften und die angeordneten Maßnahmen der Stadt auch zu befolgen." Nur so gelinge es, die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

Aufgrund des Anstiegs der Fallzahlen insbesondere bei komplexen Fällen mit vielen Kontaktpersonen in Kitas, Schulen, Gemeinschaftsunterkünften, in einem Pflegeheim und nach privaten Feiern hat die Stadt Nürnberg zudem das Personal im Gesundheitsamt durch zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt. Insgesamt sind laut Angaben der Stadt rund 160 Kräfte bei mit der Corona-Eindämmung verbundenen Aufgaben im Einsatz. 69 Personen gehören zum Stammpersonal, 42 sind befristet eingestellt und 43 weitere Personen kommen aus der übrigen Stadtverwaltung.

Zudem hat die Stadt ein Amtshilfeersuchen über die Regierung von Mittelfranken an das bayerische Gesundheitsministerium für eine Unterstützung durch die Bundeswehr gestellt. Dadurch soll das Personal im Gesundheitsamt bei der Ermittlung von Kontaktpersonen und der Containment-Strategie unterstützt werden. Über einen Aufruf sollen zudem Ärzte im Ruhestand für den Einsatz gewonnen werden.

Insgesamt steigen die Corona-Fallzahlen in Franken wieder an. Neben Nürnberg überschreiten zwei weitere fränkische Regionen derzeit den vom Landeskabinett festgelegten kritischen Wert von 35 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. 

 

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