Franken helfen ukrainischer Familie auf der Flucht: Thomas Spörlein und Dave E. Hufer haben sich am frühen Mittwochmorgen (2. März 2022) auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze gemacht, um dort Hilfsgüter für geflohene Menschen abzuladen.

Am Bahnhof in Medyka, einem Dorf kurz vor der ukrainischen Grenze, lernen die beiden Club-Fans eine Familie kennen - Oma, Mutter und zwei Kinder. Kurzerhand nehmen sie die aus der Ukraine Geflüchteten mit nach Franken. Thomas Spörlein berichtet inFranken.de, wie es zu der spontanen Entscheidung gekommen ist. 

Von Burgthann an die ukrainische Grenze: Kumpels lesen flüchtende Familie auf

Die beiden Burgthanner machten sich am Mittwoch um 4.30 Uhr auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze, um vor Ort Spenden abzugeben. Mit Freunden packten sie insgesamt drei Autos voll mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und mehr. Die Sachen waren zuvor vom lokalen Rewe-Markt und der Jugendmannschaft des TSV Burgthann gespendet worden. Danach fuhr der Konvoi am Mittwochmorgen los.

Rund 850 Kilometer später kamen die beiden Männer am Zielort, in Medyka, an. Dort herrschte laut Spörlein “ein völliges Chaos vor dem Herrn“. Ein “junger Mann konnte uns dann an den Sammelplatz vermitteln, der zu einer Flüchtlingsunterkunft mit Essensausgabe umgebaut wurde", berichtet Spörlein. Weiter ging es schließlich zum Bahnhof. Dort hielten sich laut Schilderung des Burghthanners “Menschen ohne Ende“ auf.

Am Bahnhof lernten die beiden Helfer dann eine ukrainische Familie kennen, die direkt mit dem Zug aus Kiew geflohen war. “Die Oma, Mutter und die beiden Kinder durften keinen Koffer mitnehmen. So hatten sie nur das Nötigste und ihren Wellensittich dabei", erzählt Spörlein. "Die Kleidung trugen sie auch schon mehr als zwei Tage." Die vier befanden sich laut eigenen Angaben gerade am Bahnhof in Kiew, als in der ukrainischen Hauptstadt der Fernsehturm mit Raketen beschossen wurde. Dann der spontane Entschluss: Spörlein und sein Freund Dave E. Hufer nehmen die vierköpfige Familie ohne großes Überlegen nach Deutschland mit.

Familienvater nimmt geflüchtete Ukrainer auf - Aktion sorgt für großen Beifall im Netz 

Die ukrainische Familie konnte schließlich im Haus von Thomas Spörlein unterkommen. “Platz haben wir genug“, erklärt der Familienvater. Am Montag sollen die vier Ukrainer laut Spörlein dann bei der Stadt Nürnberg ordnungsgemäß angemeldet werden. Dies sei bislang vonseiten der Behörden noch nicht möglich gewesen. 

Auf Spörleins Facebook-Seite"Der Gnoddzn" lässt sich die abenteuerliche Geschichte und Reise der beiden FCN-Fans noch einmal in kompletter Länge nachverfolgen. Für ihre Hilfsbereitschaft haben die beiden Freunde im Netz großen Beifall bekommen. Dies spiegelt sich auch aus den Spenden wider, die bei Spörlein und Hufer eingegangen sind: “Mit euren Spenden können die Leute jetzt richtig gut versorgt werden“, sagt Spörlein in einem Video. Laut einem Post der beiden Burgthanner kamen rund 3.300 Euro zusammen. 

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