Die "Soko Kajal" hat in jüngerer Vergangenheit erschütternde Vorgänge rund um den Nürnberger Hauptbahnhof offengelegt. Nun wird der erste Fall vor Gericht verhandelt.
Ein 22-Jähriger steht im Verdacht, einer Jugendlichen in Nürnberg Drogen verabreicht und sie anschließend vergewaltigt zu haben. Der Prozess gegen den jungen Mann beginnt am kommenden Dienstag (10.11.) vor dem Landgericht. "Es sei der erste Fall der Ermittlungskommission 'Kajal', der nun vor Gericht verhandelt werde", erklärte eine Justizsprecherin.
Die Ermittlungsgruppe ist bereits seit Längerem gegen mutmaßliche Dealer im Umfeld des Nürnberger Bahnhofs aktiv, die für sexuelle Übergriffe auf Mädchen und junge Frauen verantwortlich gemacht werden. Seit Mai konnte sie bereits zahlreiche Verdächtige identifizieren.
Fall wird öffentlich verhandelt
Im speziellen Fall wird dem 22-Jährigen von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, der 16-Jährigen zweimal in seiner Wohnung verschreibungspflichtige Medikamente ausgehändigt zu haben. Bei der zweiten Übergabe soll er die Jugendliche gedrängt haben, die Tabletten einzunehmen. Danach soll er sie vergewaltigt haben. Der Anklage zufolge hatte er auch seiner 16-jährigen Freundin Ecstasy gegeben.
Das Landgericht hat für das Verfahren vier Verhandlungstermine bis Anfang Dezember angesetzt. "Die Verhandlung ist der Gerichtssprecherin zufolge grundsätzlich öffentlich." Es könnte jedoch sein, dass die Öffentlichkeit im Laufe des Verfahrens zeitweise ausgeschlossen wird.