Lange galt Rohmilch als riskantestes Lebensmittel Deutschlands - in Bezug auf gesundheitliche Gefahren nach dem Verzehr. Doch nun hat Mett die Rohmilch auf Platz eins der gefährlichsten Lebensmittel abgelöst. Das ist das Ergebnis einer Zehn-Jahres-Auswertung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Mett ist Geschmackssache - mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer auf Brot lieben es die einen, während andere nur angeekelt die Nase hochziehen und die Aufnahme verweigern. Den Kritikern des rohen Hackfleischs gibt nun eine neue Untersuchung gesalzene Argumente gegen den Konsum. Denn, wie das BVR nach einer Zehn-Jahres-Untersuchung jetzt mitteilt, gilt Mett als das riskanteste Lebensmittel und ist noch gefährlicher als Rohmilch. Es ist demnach das Lebensmittel, das die Ursache für die häufigsten lebensmittelbedingten Krankheiten ist.
Dabei sind rohe Lebensmittel bei den Deutschen sehr beliebt. 73 Prozent der Bevölkerung essen bis zu dreimal im Monat rohe Fleisch- und Wurstwaren. Bei 57 Prozent steht Rohmilchweichkäse auf dem Tisch, wie eine Befragung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahr 2023 ergab.
Mett auf Platz 1: Das sind die gefährlichsten Lebensmittel
Wie die Bild-Zeitung berichtet, stand beispielsweise im Jahr 2024 der größte Krankheitsausbruch durch Lebensmittel des Jahres mit dem Verzehr von gewürztem Schweinemett in Zusammenhang. "191 Menschen erkrankten an Salmonellen, 64 mussten ins Krankenhaus. Drei Menschen starben", heißt es in dem Bericht. Und BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl erklärt demnach: "Die häufigsten Erreger bei Lebensmittel-Ausbrüchen über 10 Jahre sind Campylobacter und Salmonellen. Campylobacter sind Durchfall-Bakterien, die vor allem in Rohmilch und auf Geflügelfleisch vorkommen können. Salmonellen treten häufig im Zusammenhang mit rohem Schweinefleisch wie Mett und kurz gereifter Rohwurst auf. Beide Erreger können schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen."
Mett sorgt deshalb schon seit Jahren auch immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. So schrieb das Portal news.de beispielsweise schon 2024: "Gefährliches Hackfleisch?: Darum können Mettbrötchen tödlich sein". Und das Bundesamt für Risikobewertung gab schon 2012 Tipps, wer ganz die Finger von rohem Fleisch lassen sollte und schrieb: "Hackepeter und rohes Mett sind nichts für kleine Kinder!"
Wer trotzdem auf sein Mettbrötchen nicht verzichten möchte, sollte auf jeden Fall folgende Tipps beachten:
- Hackfleisch von der Fleischtheke sollte so schnell wie möglich im Kühlschrank landen und noch am selben Tag gegessen werden
- Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollte Mett auf keinen Fall mehr gegessen werden - wenn überhaupt nur noch gut durchgegart
- die beste Lagetemperatur für rohes Fleisch liegt bei etwa 4 Grad Celsius, damit Keime sich nicht gut vermehren können
- Risikogruppen wie kleine Kinder, Schwangere, Senioren und Vorerkrankte sollten garkein rohes Fleisch essen
Auch wer abnehmen möchte, sollte - jenseits von allen anderen gesundheitlichen Bedenken - besser zu anderen Lebensmitteln greifen. Dann laut dem Portal mett-brötchen.de gilt: "Mett liegt je nach Fettgehalt im Bereich von 250 - 300 kcal pro 100 g. Bei 50 g auf dem Brötchen liegt man demnach bei ca. 140 kcal." Alle Angaben, heißt es aber, seien ohne Gewähr.