Gegen 14.30 Uhr war das Binnenschiff das erste Mal negativ aufgefallen, als es in Schlangenlinien die Schleuse Kriegenbrunn passierte. Weiter den Main-Donau-Kanal hinauf wollten die Beamten der Wasserschutzpolizei das Schiff kontrollieren, doch anstatt anzuhalten, gab der Kapitän zunächst Gas und fuhr anschließend ungebremst in die Kanalböschung. Nach Informationen der Bildagentur News5 hat das Schiff dabei sogar ein anderes, bereits angelegtes Schiff touchiert.

Der Aufprall an der Böschung war indes so stark, dass sich der 85 Meter lange Frachter nicht mehr aus eigener Kraft freifahren konnte. Das Schiff stellte sich quer zur Fahrrinne. Ein Beamter der Wasserschutzpolizei gelangte mit Unterstützung der DLRG schließlich auf den havarierten Frachter und rangierte es wieder in Fahrtrichtung, um Schlimmeres zu verhindern.

Wie die Polizei weiter bestätigt, nahmen die Beamten bei der anschließenden Personenkontrolle einen starken Alkoholgeruch beim Kapitän des Schiffes wahr. Ein durchgeführter Alkoholtest ergab bei dem 49-Jährigen einen Wert von mehr als zwei Promille. Deshalb wurde eine Blutentnahme angeordnet. Zudem ordnete die Staatsanwaltschaft Nürnberg die Bezahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 850 Euro an. Diese wurde von dem inzwischen eingetroffenen Reeder des Schiffes bezahlt.

Am Montag Vormittag wird mit Tauchern sowohl die Böschung als auch das Schiff untersucht. Sollte es fahrbereit sein, darf ein geeigneter Schiffsführer das Frachtschiff weiter fahren. Der 49-Jährige wird wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs angezeigt. Ob Sachschaden entstanden ist, stellt sich nach der Begutachtung durch erwähnte Taucher heraus. Der allgemeine Schiffsverkehr war durch den Vorfall weder behindert noch gefährdet. (mit pol/News5)