Fränkisches Naturjuwel wird doch nicht gesperrt - Bürgermeister "stinksauer"

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Trotz massiver Schäden durch Überlastung bleibt die Schwarzachklamm vorerst für Besucher geöffnet. Schwarzenbrucks Bürgermeister Martin Glienke (SPD) zeigt sich verärgert.

Die Schwarzachklamm südlich von Schwarzenbruck (Kreis Nürnberger Land) gilt seit jeher als beliebtes Ausflugsziel in der Region. Doch steigende Besucherzahlen und die Missachtung der im Naturschutzgebiet geltenden Regeln machen dem fränkischen Naturjuwel zunehmend zu schaffen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde ein Schutzkonzept vorgestellt, um die einzigartige Landschaft langfristig zu bewahren und in diesem Zuge sogar in Erwägung gezogen, die Schlucht notfalls für Besucher zu schließen

Vergangene Woche hatte sich Schwarzenbrucks Bürgermeister Martin Glienke (SPD) in einem Video an die Öffentlichkeit gewandt und in diesem Zuge angekündigt, dass Teile der Schwarzachklamm im August 2026 nun tatsächlich gesperrt werden. "Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo die Experten der Oberen Naturschutzbehörde von der Regierung Mittelfranken die Reißleine ziehen und sagen: Hier muss die Natur die Möglichkeit haben, sich zu erholen", so Glienke in dem Video. Doch nun scheint es so, als ob die Maßnahmen zum Schutz der Schwarzachklamm doch nicht wie erwartet umgesetzt werden können. In einem am Mittwoch (22. Juli 2026) veröffentlichten Statement zur aktuellen Situation macht Glienke seinem Ärger Luft. 

Schwarzenbrucks Bürgermeister fordert Schutz-Maßnahmen - "müssen gemeinsam schauen, dass diese Klamm erhalten bleibt"

"Ich bin stinksauer, denn die Regierung hat einen Rückzieher gemacht", verkündet Schwarzenbrucks Bürgermeister Martin Glienke (SPD) am Mittwoch (22. Juli 2026) in einem Video in den sozialen Medien. "Die Sperrung der Klamm wird dieses Jahr nicht mehr kommen", erklärt er. Darüber sei man von der Oberen Naturschutzbehörde der Regierung von Mittelfranken in Kenntnis gesetzt worden. Wie Glienke berichtet, soll zwar ein entsprechendes Verfahren angestoßen werden, doch das sei ein langwieriger Prozess. Eine Sperrung der Klamm sei deshalb "frühestens ab Winter möglich". 

Wie Glienke erklärt, missfalle ihm vor allem die Tatsache, dass man selbst vom plötzlichen Umlenken der Behörden überrascht worden sei. "Besonders ärgert mich, dass wir erst die Ankündigung erhalten, dann lange niemanden erreichen und jetzt letztendlich den Anruf bekommen und der 'Schwarze Peter' soll zurück an die Gemeinde Schwarzenbruck gehen", so Glienke. Die Gemeinde habe bereits Kontakt mit dem Landratsamt Nürnberger Land und dem Landrat Armin Kroder (Freie Wähler) aufgenommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. "Die Schwarzachklamm ist und bleibt schutzbedürftig", erklärt Glienke. "Der Overtourism hat hier inzwischen große Schäden verursacht und wir müssen gemeinsam darauf schauen, dass diese Klamm erhalten bleibt", so der Bürgermeister. 

Erst vergangene Woche hatte Glienke ausführlich auf die bestehende Problematik hingewiesen. "Die Schwarzachklamm ist eigentlich ein traumhaftes Ausflugsziel – wenn sich alle an die Regeln halten würden",  teilt er in einem Video vom 16. Juli 2026 mit. "Das ist aber leider nicht der Fall", kritisiert Glienke. "Immer wieder haben wir Fahrradspuren oder Schleichwege, die dadurch entstanden sind, dass Leute auf die Felsen klettern, dass Leute runter an den Fluss möchten oder dass Menschen einfach die Regeln, die hier im Naturschutzgebiet gelten, ignorieren", berichtet er. Es brauche deshalb wirksame Maßnahmen, die es ermöglichen, das beliebte Naturgebiet auch für künftige Generationen zu erhalten. "Auch unsere Kinder und Enkel sollen die Chance haben, diese wunderschöne Natur hier zu besuchen", so Schwarzenbrucks Bürgermeister Martin Glienke.

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Vorschaubild: © Collage inFranken.de: Screenshot/Facebook (Martin Glienke); Asvolas/Adobe Stock (332275366)