Rentenlücke, Altersvorsorge, Inflation: Warum ETFs an Relevanz gewinnen

Digitale Möglichkeiten haben die Aktienanlage in den vergangenen Jahren vereinfacht. Dazu zählen auch ETFs, börsengehandelte Indexfonds. (Symbolbild)
Aktienhandel per Smartphone
Fabian Sommer/dpa

Die Formel „Arbeiten gehen, einzahlen, im Ruhestand zurücklehnen“ ist ins Wanken geraten. Demografische Entwicklung, wachsende Rentenlücke oder Inflation befeuern Diskussionen, wie private Vorsorge künftig aussehen kann oder soll. Das geplante Altersvorsorgedepot der Bundesregierung soll Bürgern den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Damit rückt eine Anlageform stärker in den Fokus, die am Finanzmarkt seit Jahren an Bedeutung gewinnt: der ETF. Doch was ist das?

Banken werben offensiv für ETF-Sparpläne, Verbraucherzentralen registrieren wachsendes Informationsinteresse und auch im privaten Umfeld wird die Geldanlage am Kapitalmarkt häufiger thematisiert. „Das 2027 kommende Altersvorsorgedepot und die geplante Frühstart-Rente können zusätzlich für einen gewissen Schub sorgen“, erklärt Dr. Gerrit Fey, Chefvolkswirt des Deutschen Aktieninstituts.

Der Zugang zu ETFs – ausgeschrieben „Exchange Traded Funds“, also börsengehandelten Indexfonds - erscheint dabei vergleichsweise niederschwellig: Viele ETF-Sparpläne lassen sich inzwischen rein digital eröffnen und bereits mit kleinen monatlichen Beträgen besparen. Gleichzeitig beschreiben viele Experten ETFs als relativ simple und langfristig orientierte Anlageform. „Kapitalmärkte sind kurzfristig unberechenbar, langfristig aber robust“, ordnet Daniel Kanzler ein, Head of Investment beim Vermögensverwalter Gerd-Kommer-Invest ein.

Grundlegende Fragen zu ETFs

Gleichzeitig wirft das Thema aber viele grundlegende Fragen auf: Wie sind ETFs aufgebaut und wie funktionieren sie genau? Welche Risiken gehören dazu? Welche Rolle spielen Kosten? Und welche Strategien und Portfolio-Ansätze werden diskutiert?

Diesen Fragen widmet sich eine Serie der Mediengruppe Bayern – als rein informative Übersicht und ausdrücklich ohne Anlageberatung.

Die Schwerpunkte im Überblick:

  • Das Sparverhalten: Wie sich die private Vorsorge in Deutschland verändert.
  • Die Funktionsweise: Wie ETFs funktionieren – und welche Rolle Kosten spielen.
  • Die Anlagestrategien: Welche Portfolio-Modelle und Denkansätze derzeit verbreitet sind.
  • Die Risiken: Welche Risiken und Unsicherheiten Anleger kennen sollten.

Einschätzungen verschiedener Fachleute und Institutionen

Für diese Serie wurden Einschätzungen verschiedener Fachleute und Institutionen eingeholt. Zu Wort kommen unter anderem Dr. Gerrit Fey (Chefvolkswirt des Deutschen Aktieninstituts), Daniel Kanzler (Head of Investment bei Gerd-Kommer-Invest), Dr. Andreas Beck (Diplom-Mathematiker, Portfoliomanager und Finanzwissenschaftler), Saidi Sulilatu (Chefredakteur des Geldratgebers Finanztip) oder Kianusch Cacace (Analysehaus justETF) sowie Vertreter der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen.

„Das Thema ETF ist mittlerweile in der breiten Masse angekommen. Vor ein paar Jahren hat man noch fragende Blicke geerntet, heute muss man den Begriff kaum mehr jemand erklären“, sagt Karin Baur, Finanzexpertin der Stiftung Warentest.

Trotzdem zeigt sich: Gerade bei Risiken, Kosten, Strategien und langfristiger Geldanlage bestehen oft noch viele grundlegende Fragen. Genau dort setzt die Serie an.

Diese Serienteile sind geplant – und werden nach und nach verlinkt:

  1. ETF statt Sparbuch? Warum immer mehr Menschen in Bayern selbst investieren
  2. Was ist eigentlich ein ETF? Experten erklären die wichtigsten Grundlagen
  3. So starten Anleger mit ETFs: Experten erklären den Einstieg in den wichtigsten Schritten 
  4. ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Was Experten sagen – und was Anleger wirklich tun 
  5. ETF-Portfolio aufbauen: Warum die richtige Struktur Anleger durch Krisen tragen kann 
  6. Kleine Gebühren, große Wirkung: Warum ETF-Kosten langfristig den Unterschied machen können
  7. ETFs sind keine Einbahnstraße: Warum Verluste, Risiken und Geduld dazugehören