Altes Interview bringt designierten Gesundheitsminister in große Erklärungsnot

1 Min

Ein Interview aus 2025 bringt den designierten Gesundheitsminister Carsten Linnemann in große Erklärungsnot. Damals hatte er noch gesagt, dass er als Gesundheitsminister wohl nicht erfolgreich gewesen wäre.

Ein altes Phoenix-Interview geht aktuell in den sozialen Medien viral. Im Mai 2025 hatte Carsten Linnemann erklärt, dass es nicht "sein Ding" sei, Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. "Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun. Und deswegen: Schuster, bleib' bei deinen Leisten, mach das, was du kannst. Und mir geht es gut, ich fühle mich pudelwohl."

Am Freitag nun die Überraschung: Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz gab bekannt, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Kanzleramtschefin werden und Linnemann ihren bisherigen Posten bekommen soll.

Linnemann nach Nominierung: "Ich traue mir das zu"

Nach seiner Nominierung zum Bundesgesundheitsminister holen den CDU-Generalsekretär jetzt die früheren Selbstzweifel an seiner Eignung ein. Die Lage sei nun anders, kontert er.

Der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann traut sich nach eigenen Worten die neue Aufgabe zu – trotz früher geäußerter Zweifel. "Ich habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe, ist doch klar", sagte der CDU-Politiker der "Bild". "Ich weiß, dass ich mich noch tiefer werde einarbeiten müssen. Aber ich traue mir das zu."

"Würde wieder so antworten"

"Wenn die Uhr auf die Zeit kurz nach der Bundestagswahl zurückgedreht würde, würde ich wieder so antworten. Die Ausgangslage war damals eine andere." Im Wahlkampf habe er für die Abschaffung des Bürgergelds geworben. Dieses Versprechen habe er unbedingt einlösen wollen. In seiner Doppelfunktion als CDU-Generalsekretär und als Fraktionsvize für Arbeit und Soziales habe er bei dem Thema mitreden können. Inzwischen sei die neue Grundsicherung eingeführt. 

Zudem habe er im Koalitionsausschuss auch Gesundheitsthemen verhandelt, betonte Linnemann. "Nina Warken hat die ersten großen richtigen Reformschritte eingeleitet. Und daran werde ich anknüpfen und weitermachen. Das Gesundheitsministerium ist zu einem der zentralen Reformressorts der Regierung geworden. Das war auch der Grund, warum mich der Bundeskanzler gebeten hat, das Ressort zu übernehmen."

Vorschaubild: © Sebastian Gollnow/dpa