Auch die Bilanz für Frankreich insgesamt ist außergewöhnlich und besorgniserregend: Nach Angaben des Innenministers sind seit Jahresbeginn nahezu 100.000 Hektar Land verbrannt - ein historischer Rekordwert. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.
Behörden sprechen von Feuer "beispiellosen Ausmaßes"
Die Behörden sprechen von einem Feuer "beispiellosen Ausmaßes". Mehr als 1.200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus.
Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.
Die Waldbrände bei Bordeaux wirken sich auch auf die Tour de France aus: Die letzte Etappe wird verkürzt und komplett in Paris ausgetragen, wie die Tour-Organisation und die Polizei mitteilten. Demnach hat das Innenministerium entschieden, einen Teil der ursprünglich für die letzte Etappe eingeteilten Sicherheitskräfte abzuziehen, um die Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten zu verstärken.
Spaniens Ministerpräsident warnt vor schwierigen Situation
Spanien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Waldbrände. Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie das spanische Innenministerium auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.
Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen. Bei einem Brand unweit der Stadt Valencia im Osten des Landes kam ein Mensch ums Leben. Die Stadtverwaltung des Ortes Manises teilte auf X mit, das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, es habe aber ein Todesopfer gegeben.
Zuletzt gab es in Spanien vorsichtige Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Weniger Wind, höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen hätten die Löscharbeiten begünstigt, teilte die Regierung mit. Die Brände hätten sich in der Nacht weniger stark ausgebreitet und an Intensität verloren.
Hitzewelle verschärft Waldbrandgefahr in Italien
Auch in Italien gibt es zahlreiche Waldbrände. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Behörden befürchten eine Verschärfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht.
Vorschaubild: © Maximilien Lamy/AFP/dpa