Wie die Verkehrspolizei Feucht berichtet, befuhr am Samstagnachmittag (06.03.2021) gegen 15.55 Uhr ein 60-jähriger Kraftfahrer mit einem Sattelzug auf der A9 in Richtung München.

Der Lkw-Fahrer hatte den Sattelzug in den Niederlanden unter anderem mit Ausgleichsgewichten für Kräne beladen. Zu seinem Verhängnis vertraute der Trucker dabei auf die Aussage des niederländischen Verladers, dass er die Gewichte nicht sichern müsste, da die zirka 10 Tonnen schweren Stahlquader zu schwer seien, um in Bewegung zu geraten. Ein folgenschwerer Trugschluss, wie sich später auf der Autobahn bei Nürnberg herausstellte.

Ladung nicht gesichert: Sattelzug verliert Krangewicht auf der A9 bei Nürnberg-Fischbach

Im zweispurigen kurvigen Baustellenbereich kurz vor der Anschlussstelle Nürnberg-Fischbach verrutschte die ungesicherte Ladung, sodass der Sattelzug in Schräglage geriet. Hierbei verloren die rechten Reifen des Aufliegers die Bodenhaftung und standen etwa 80 Zentimeter in der Luft. In der Folge durchbrach ein Kranausgleichsgewicht die Bordwand des Aufliegers, fiel auf die Fahrbahn und schlitterte nach links über sämtliche Fahrstreifen. Schließlich durchbrach der Stahlquader die Leitplanke und kam im abgesperrten Baustellenbereich zum Liegen.

Erst jetzt konnte der Fahrer den Sattelzug wieder stabilisieren und kurz danach anhalten. Er blieb unverletzt.

Ein nachfolgender 58-jähriger Autofahrer konnte gerade noch eine Vollbremsung einleiten, um ein Zusammenstoß mit dem Stahlquader zu vermeiden. Durch aufgewirbelten Staub erkannte ein 19-Jähriger den Bremsvorgang des Vorausfahrenden zu spät und fuhr mit seinem Auto auf den Wagen des 58-Jährigen auf. Beide Fahrzeugführer blieben zum Glück ebenfalls unverletzt.

Verlorene Ladung sorgt für Auffahrunfall: Behinderungen und hoher Schaden 

Nachdem die Fahrbahndecke stark beschädigt wurde (mehrere etwa 30 Zentimeter tiefe und 50 Zentimeter breite Schlaglöcher), musste diese durch die zuständige Autobahnmeisterei wieder ausgebessert werden. Auch das Verladen der verlorenen Ladung und die anschließende Sicherung der Ladung auf dem Sattelzug nahmen mehrere Stunden in Anspruch. Obwohl der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet wurde und nur kurzfristige Komplettsperrungen notwendig waren, kam es zu Verkehrsbehinderungen auf der A9. 

Der Sachschaden wird von der Polizei auf rund 50.000 Euro geschätzt. Gegen den Fahrer des Sattelzuges wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die zu erwartende Geldbuße musste er vor Ort bezahlen.