• Nürnberg: Stadtrat lehnt Bürgerbegehren für 365-Euro-Ticket ab 
  • "Sehr hohe Kosten" und "geringer" Nutzen als Argument
  • Initiatoren wollen Klage gegen Stadt einreichen 
  • "Ü-60-Stadt Nürnberg": Shitstorm auf Twitter 

In Nürnberg soll es trotz ausreichender Unterschriften keinen Bürgerentscheid über die Einführung eines 365-Euro-Tickets geben. Der Stadtrat lehnte am Freitag (8. Juli 2022) ein entsprechendes Bürgerbegehren ab. In einer Sondersitzung habe eine große Mehrheit gegen die Zulassung gestimmt, berichtete die Stadt.

"Schande für die Stadt": Ablehnung von 365-Euro-Ticket-Begehren in Nürnberg macht Nutzer fassungslos

In der Beschlussvorlage der Verwaltung für die Stadtratssitzung hieß es, das Ticket sei mit dem Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit nicht zu vereinen. "Einem sehr geringen verkehrspolitischen und sozialpolitischen Nutzen stehen sehr hohe Kosten in Höhe von 23,6 Millionen Euro gegenüber", argumentierte die Verwaltung.

Die Organisatoren hatten 18.000 Unterschriften für eine Abstimmung über das 365-Euro-Jahresticket für den ÖPNV gesammelt. Die Initiative hatte das Begehren gestartet, nachdem die Stadt ihre Pläne, ein solches Günstig-Ticket für Busse und Bahnen einzuführen, wegen Geldmangels wieder kassiert hatte. Laut mehrerer Medienberichte bereiten sie nun eine Klage gegen die Stadt vor, um doch noch einen Urnengang über das 365-Euro-Ticket zu erreichen.

Auf Twitter sorgte die Nachricht für einen Shitstorm unter dem Tweet der Stadtverwaltung. "E-Scooter schwachsinnig regulieren, 365-Ticket ablehnen... Ü60-Stadt Nürnberg ist ein Totalausfall", kommentierte etwa ein User. "Nürnberg bleibt ein Dorf, ich fahre weiter mit dem Auto in die Arbeit, obwohl ich direkt neben der U-Bahn wohne und arbeite", schreibt ein anderer. Ein anderer spricht von einer "bundesweiten Schande für die Stadt", die CSU und Oberbürgermeister Marcus König (CSU).