Zunächst erzählte er, dass er bei seiner Ankunft auf Grund der fehlenden Gäste an seiner Popularität gezweifelt habe. Doch stellte sich bald heraus, dass er eine Stunde zu früh vor Ort gewesen war. Helmut Vorndrans Lesung begann für ihn selbst somit nicht alltäglich, als er die dritte Reihe der Lesung "Redwitz liest" im Bürgertreff "Altes Café" beschloss. Der bekannte Autor ist eine Institution fränkischer Lebensart, der längst zu den Klassikern der regionalen und überregionalen Krimi-Szene gehört.

Weiter befand er es toll, wie gut die Wandlung des alten Cafés in einen Bürgertreff gelungen sei. "So etwas aus alten Sachen zu machen, ist eine gute Sache", hob Vorndran, selbst Mühlenbesitzer, hervor.
Darauf angesprochen, dass er mit einer Lesung zum dritten Mal in Redwitz gastiere, fand er keinen Grund, nicht nach Redwitz zu kommen oder eine Einladung abzusagen.

Narrheiten hiesiger Gefilde

Nach der Begrüßung von Quartiersmanager Pascal Bächer, dem Macher der Lesereihe, stellte Vorndran eindrucksvoll unter Beweis, dass er die Liebenswürdigkeiten, Besonder- und Narrheiten der hiesigen Gefilde versteht und wie kein anderer zu Papier bringt.

In seinem mittlerweile fünften Krimi "Das fünfte Glas" gelang es dem überzeugten Franken, Spannung, Gesellschaftskritik und Erzählkunst mit Lokalkolorit zu mischen. Voller Elan, Biss und der gewissen Prise trockenen Humors gestaltete er die Lesung zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Die Ermittler sind zu spät dran

In seinem fünften Krimi geht es darum, dass die Ermittler Haderlein und Lagerfeld zu spät kommen. In der schlagenden Verbindung "Rhenania Bavaria" in Coburg werden sie vom Anblick sieben toter Menschen empfangen. Bald schon ahnen die Ermittler, wer hinter den Morden steckt, können aber nichts beweisen. Ein bizarres Verwirrspiel um Politik, einen amerikanischen Agrarkonzern, ein Bienenvolk und mehrere Mörder beginnt.
Gleichzeitig stimmt Franken über seine Unabhängigkeit ab und ist in Aufruhr. Marsraketen, Klosterschwestern und Verrückte, die Mörder quer durch Nordbayern schicken. Aber das reicht ihm noch nicht. Denn da gibt es noch wildgewordene Bienen, skrupellose Thüringer und einen Kampf um den rechten Glauben. Diese Komponenten sind der Rahmen für den turbulenten Schluss um diese mysteriösen Mordfälle.

Krimikunst in Perfektion

Die Zuhörer erfahren bald selbst, dass "Das fünfte Glas" fränkische Krimikunst in Perfektion ist. Es ist auf den Punkt geschrieben und beinhaltet das lässigste Ermittlerteam des Regierungsbezirks, wenn nicht sogar ganz Bayerns.

Eindrucksvoll war, wie Vorndran an diesem Abend mit seinem Publikum voll im Gespräch stand. Dadurch entstand an manchen Stellen eine besondere Situationskomik, die zu allgemeiner Erheiterung führte.

Die Leute wollen mehr

Das bestätigten auch die Kommentare der Zuhörer vor dem Nachhauseweg: "Das war ein lustiger Abend" oder "Das schreit nach Wiederholung." Eine Zugabe durfte da nicht fehlen. Die Bewirtschaftung hatte der Wanderclub übernommen.