"Ich habe eine lebenslange Beziehung zu Vierzehnheiligen", sagt Max Selmaier. Schon als kleiner Junge besuchte er den Ort, an dem einst seine Tante Pauline Selmaier als Generaloberin der Franziskusschwestern wirkte.

Als die Tante starb, blieb die Verbundenheit zum Orden erhalten. Max Selmaier, der in Dietenheim bei Ulm lebt, zog es immer wieder nach Vierzehnheiligen, um den Franziskanerinnen zu helfen. Das tat er viele Jahre im Kreis von Menschen, die franziskanisch leben wollten und sich in Erlangen zur "Weggemeinschaft" zusammengeschlossen hatten. Nachdem das Erlanger Waldkrankenhaus der Franziskusschwestern jedoch in eine andere Trägerschaft übergegangen war, löste sich die "Weggemeinschaft" auf.

Gründung notariell beurkundet

Für Max Selmaier war das ein Anlass zum Handeln. Zusammen mit 20 weiteren Frauen und Männern gründete er nun die "Unterstützergemeinschaft der Kongregation der St. Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen". Das geschah am Samstag. Am Mittwoch wurde die Satzung des Vereins in Bad Staffelstein notariell beurkundet.

Doch was brachte den ehemaligen Bundeswehroffizier und Hubschrauberpiloten zu diesem Entschluss? "Uns ist es ein Anliegen, weiter eine Möglichkeit zu bieten für Menschen, die helfen wollen - diesen Menschen wollen wir eine Heimat geben", sagt der 62-Jährige. Ganz wichtig sei allen Beteiligten, gemeinsam zu handeln. Beitreten könne dem Verein jeder, der sich diesem Ziel nahe fühle - ganz egal, welcher Konfession die Person angehöre.

Was würde Franziskus heute tun?

Vereinszweck sei die Förderung franziskanischen Gedankenguts: "Was können wir von dem, was Franziskus gelebt hat, heute umsetzen?" Der Heilige, erklärt Max Selmaier, habe einst Aussätzige besucht und gepflegt. Die Vereinsmitglieder fragen sich analog dazu: "Wo sind heute Aussätzige?" Konkret seien hilfsbedürftige Menschen in jenen Ländern zu finden, in denen die Franziskusschwestern arbeiten - in Peru, Indien und Kroatien, aber auch in Deutschland. Die Aufgabenstellung sei also: Wo können wir den Orden unterstützen, wenn jener sich der Menschen am Rande der Gesellschaft annimmt?

Genügend konkrete Projekte

Konkrete Projekte gebe es viele: Im Konradshof in Vierzehnheiligen sowie in der Straßenarbeit in Nürnberg tue der Orden etwas für Menschen in unserem Land. In Peru gelte es, Straßenkindern etwas zu essen zu geben und ihnen den Weg zu einer guten Bildung zu ermöglichen. Nach dem verheerenden Monsunregen, der im August den südindischen Bundesstaat Kerala heimsuchte, seien die Schwestern nun gerade auf dem Weg ins Katastrophengebiet. Und in Kroatien, wo der Orden ein Altersheim unterhält, würden alte Leute versorgt, die sich eine Betreuung sonst nicht leisten könnten.

"Da können wir helfen, da können wir etwas tun", fasst Max Selmaier zusammen. "Wir brauchen Förderer, aber auch Mitarbeiter", ergänzt er, denn es komme darauf an, die Schwestern mit "ganz einfachen, alltäglichen Hilfestellungen" durch ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen. Dazu zähle das Herstellen von Kontakten ebenso wie kleine Fahrdienste sowie organisatorische Tätigkeiten beim Vorbereiten von Basaren oder im Büro.

Weil der Verein noch keine Homepage besitzt - die muss erst noch erstellt und befüllt werden -, sind alle 21 Mitglieder Kontaktpersonen, sagt Vorsitzender Max Selmaier. Darunter sind die Generaloberin, Schwester Regina Pröls, sowie die Schwestern Katharina Horn und Claudia Hink, aber auch die vier Beisitzer des Vorstands, Rosi Jörig, Carina Mackert, Regina Friedrich und Holger Then.

Kontakt

Wer Hilfe anbieten oder dem Verein beitreten möchte, kann das ganz einfach durch einen Anruf im Mutterhaus tun: 09571/95600.